Lava zum Dessert und Sterne über dem Regenwald – Eine Reise durch Guatemala, El Salvador und Honduras
Drei Länder, unzählige Eindrücke: Auf einer Inforeise durch Guatemala, El Salvador und Honduras haben wir Vulkane, farbenfrohe Märkte und dichten Regenwald erlebt. Zwischen der geheimnisvollen Wolkendecke über dem Vulkan und den Geräuschen des Dschungels entstanden Momente, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Die Reise im Mai nach Guatemala, El Salvador und Honduras war eine Inforeise für Kunden von Miller Gruppenreisen weltweit. Ziel dieser Reise war es, dass diese die Destinationen, Unterkünfte und Programmpunkte vor Ort kennenlernen, um die gewonnenen Eindrücke anschließend für die Ausschreibung ihrer eigenen Gruppenreisen nutzen zu können. Auf diese Weise erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, die Länder aus erster Hand zu erleben. Genau mit diesem Ziel machten wir uns auf den Weg in drei Länder, die auf engem Raum eine erstaunliche Vielfalt an Kultur, Natur und Geschichte vereinen.
Guatemala: Ankommen im Land der Vulkane
Schon kurz nach unserer Ankunft in Guatemala wurde deutlich, warum dieses Land oft als Land der Vulkane bezeichnet wird. Die Landschaft verändert sich ständig – von üppigem Regenwald über schwarze Lavafelder bis hin zu beeindruckenden Vulkankulissen. Besonders gespannt waren wir auf den Lago de Atitlán, den wir bereits von vielen Bildern kannten.
Die Fahrt ins Hochland führte uns schließlich an das Ufer des Sees. Dort wartete bereits das Boot, das uns nach Santiago Atitlán bringen sollte. Kaum hatten wir abgelegt, wurde die Überfahrt deutlich lebhafter als erwartet. Das Boot schoss über die Wasseroberfläche, sprang über die Wellen und brachte die Passagiere ordentlich ins Schwanken. Gleichzeitig konnten wir den Blick kaum von der Kulisse lösen. Rund um den See erhoben sich die drei Vulkane San Pedro, Atitlán und Tolimán, deren Silhouetten sich klar gegen den Himmel abzeichneten. Trotz der lebhaften Überfahrt strahlte die Landschaft eine Ruhe aus, die sich sofort auf uns übertrug.
Noch intensiver wurde unser Eindruck von Guatemala in den Tagen danach. Immer wieder begleiteten uns die Vulkane auf der Reise, mal aus der Ferne, mal ganz nah. Die vulkanische Landschaft prägt das Land auf eine Weise, die sich kaum übersehen lässt. Besonders eindrucksvoll war eine Tour, bei der wir auf den Vulkan auf Pferden ritten und das letzte Stück zu Fuß zurücklegten.
Lava zum Dessert
Ein Erlebnis blieb uns jedoch besonders im Gedächtnis.
Am Abend saßen wir auf der Terrasse unseres Colonialhotels und blickten auf die eindrucksvolle Kulisse der drei Vulkane, die das Panorama von Antigua prägen: den Volcán de Agua, den Acatenango und den Volcán de Fuego. Die Sonne war bereits untergegangen, die Gespräche wurden ruhiger und die Silhouetten der Vulkane zeichneten sich nur noch dunkel gegen den Nachthimmel ab. Während des Essens wanderte unser Blick immer wieder zum Fuego, einem der aktivsten Vulkane Mittelamerikas. Plötzlich leuchtete ein rötlicher Schein am Hang auf. Wenige Augenblicke später konnten wir beobachten, wie sich einzelne glühende Lavafelder durch die Dunkelheit zogen. Die Gespräche auf der Terrasse verstummten, und fast alle Blicke richteten sich auf das Naturschauspiel. Für einige Minuten schien die Zeit stillzustehen, während der Vulkan seine beeindruckende, aber keineswegs ungewöhnliche Aktivität zeigte.
Solche Momente lassen sich nicht planen. Es sind diese unerwarteten Augenblicke, die einer Reise ihre besondere Tiefe verleihen und noch lange in Erinnerung bleiben.
Eintauchen in das bunte Markttreiben
Ebenso lebhaft erinnern wir uns an den Markt von Chichicastenango.
Bereits beim Betreten spürten wir die besondere Atmosphäre. Zwischen den Ständen drängten sich Händler und Besucher, Stimmen mischten sich mit Musik und überall waren intensive Düfte wahrzunehmen. Besonders die Farben faszinierten uns. Stoffe in kräftigen Rot-, Blau-, Gelb- und Grüntönen hingen über den Marktständen, daneben wurden Obst, Gemüse, Holzmasken und unzählige weitere Waren angeboten.
Wir blieben immer wieder stehen, beobachteten das Geschehen und ließen die Eindrücke auf uns wirken. Von allen Märkten, die wir bislang in Lateinamerika besucht haben, gehört Chichicastenango für uns zu den eindrucksvollsten.
El Salvador: Grün in allen Farbabstufungen
Nach diesen Tagen in Guatemala führte uns die Reise weiter nach El Salvador. Die Ruta de las Flores machte hier ihrem Namen alle Ehre. Die Strecke führte durch eine reizvolle Landschaft, in der sich grüne Hänge, kleine Orte und weite Ausblicke zu einem stimmungsvollen Gesamtbild verbanden.
Besonders faszinierte uns der Lago Coatepeque. Als sich der Blick auf die große Caldera öffnete, wurde uns erst bewusst, welche Dimension dieser Vulkansee besitzt. In der Ferne konnten wir bereits den Gipfel des Vulkans Santa Ana erkennen. Noch lag er unter einer dichten Wolkendecke verborgen, die ihm etwas Geheimnisvolles verlieh.
Die Weiterfahrt entlang der Kraterkante gehörte zu den schönsten Streckenabschnitten der Reise. Mit jeder Kurve veränderte sich das Panorama. Schließlich erreichten wir den Cerro Verde Nationalpark. Üppige Vegetation, tiefe Grüntöne und die allgegenwärtigen Vulkane bestimmten die Landschaft. Die Straße führte immer höher hinauf, bis sich die ersten Wolken zwischen die Bäume schoben. Kurz vor dem Hotel auf rund 2.000 Metern Höhe befanden wir uns plötzlich mitten in einer dichten Nebelwand.
Der Vulkan hinter dem Vorhang
Ein wenig Enttäuschung machte sich jedoch breit. Den ganzen Tag hatten wir uns auf den berühmten Panoramablick gefreut, doch nun war kaum mehr als wenige Meter Sicht möglich. Während wir noch überlegten, wie die Landschaft wohl hinter den Wolken aussehen mochte, änderte sich die Stimmung überraschend.
Kurz vor Sonnenuntergang begannen sich die Wolken langsam zu heben. Zunächst waren nur einzelne Konturen zu erkennen, dann wurde der Blick immer weiter frei. Schließlich erschien die Spitze des Vulkans Izalco vor uns. Gleichzeitig färbte die tief stehende Sonne die Wolken in dunkle Rot- und Orangetöne. Für einige Minuten wirkte die gesamte Szenerie wie ein sorgfältig komponiertes Gemälde. Wir standen einfach nur da und beobachteten, wie sich Licht, Wolken und Vulkanlandschaft ständig veränderten.
Honduras: Unter Sternen und Baumkronen
Von El Salvador führte uns die Reise schließlich nach Honduras. Unser erstes Ziel war der Azul-Meámbar-Nationalpark. Erst mit dem Sonnenuntergang erreichten wir die Unterkunft am Rande des Dschungels. Nach dem Abendessen ging es mit Taschenlampen hinaus, um die Natur in der Dunkelheit zu erkunden. Gemeinsam stiegen wir dann auf einen Aussichtsturm.
Oben angekommen öffnete sich der Blick in die Nacht. Über uns funkelten die Sterne, während aus dem umliegenden Wald unzählige Geräusche drangen. Vogelrufe, Rascheln in den Bäumen und Laute, die wir nicht zuordnen konnten, verschmolzen zu einer Kulisse, die nur der Dschungel hervorbringen kann. Je länger wir dort standen, desto mehr nahmen wir wahr. Die Dunkelheit wirkte plötzlich nicht mehr still, sondern voller Leben.
Am nächsten Morgen begann noch vor der großen Hitze eine Wanderung durch den Regenwald. Die Luft war feucht, der Weg führte durch dichte Vegetation und immer wieder waren Vogelstimmen zu hören. Neben zahlreichen bunten Vögeln entdeckten wir auch ein Opossum hoch oben in einem Baum. Nur für wenige Augenblicke zeigte sich das Tier zwischen den Ästen, bevor es wieder im Blätterdach verschwand.
Der Abschluss der Wanderung wartete schließlich in Form eines Wasserfalls. Nach den schweißtreibenden Stunden durch den Urwald wirkte das kühle Wasser besonders verlockend. Einige aus der Gruppe nutzten die Gelegenheit für eine Erfrischung.
Ein Ort wie aus einem Abenteuerfilm
Ganz zum Ende unserer Reise erwartete uns noch ein weiterer beeindruckender Ort: der Pulhapanzak-Wasserfall. Schon von Weitem war das Rauschen zu hören. Über Treppen führte der Weg hinunter, wodurch sich immer neue Perspektiven auf die rund fünfzig Meter hohe Wasserkaskade eröffneten. Mit jedem Absatz veränderte sich der Blickwinkel und machte deutlich, welche Kraft in den Wassermassen steckt.
Was von dieser Reise bleibt
Als wir wenige Tage später die Heimreise antraten, dachten wir an die vielen unterschiedlichen Bilder dieser Reise zurück: die Vulkane am Atitlán-See, die glühende Lava des Fuego, die Farben von Chichicastenango, die Wolkenstimmung am Izalco und die nächtlichen Geräusche des Dschungels in Honduras. Drei Länder, die auf der Landkarte eng beieinanderliegen, sich aber auf faszinierende Weise unterscheiden – und die gerade deshalb so gut zu einer gemeinsamen Reise passen.







































