Argentinien/Chile/Tipps & News

Auf Magellans Spuren

Reisebericht von Gisela Käfer (Heilbronn)

Nein, „wir lagen nicht vor Madagaskar“, wir lagen am 15. Februar 2018 vor Kap Hoorn. Wir, das sind mein Mann und ich. Ich hatte meinem Mann schon lange von dem südlichsten Punkt der Erde vorgeschwärmt, so dass wir nun beide auf dieser spannenden Reise waren. Gottseidank, der Nordwind kam nicht aus allen vier Himmelsrichtungen, als wir Kap Hoorn erstiegen. Es war ein Himmel mit großartigen Wolkengeschwadern, als wir in dem Schlauchboot zur Felseninsel übersetzten. Überhaupt der Aufenthalt auf der „Stella Australis“, den uns Miller Reisen vermittelt hatte, war der Höhepunkt unserer Reise durch Patagonien.

Familie Käfer am Kap Hoorn

Von Buenos Aires nach Ushuaia

Schon im Sommerwetter von Buenos Aires hatten wir die Strapazen der furchtbar langen Flugreise vergessen. Wir flogen weiter nach Ushuaia, eine bunt zusammen gewürfelte Stadt am Ende der Welt. Nach der Fahrt in den Feuerland Nationalpark, der überwältigend in seiner Naturschönheit war, unternahmen wir die Schiffsreise auf der Stella Australis, die nur schön und überaus interessant war. Wir kannten die Namen der sechs Zodiacs, auf denen wir die Expeditionsfahrten erlebten: Beagle, Murrray, Drake, Cockburn, Keats und Nassau. Ja, unser Tisch – eine Oberärztin aus Hamburg mit ihrem Mann, ein junges Paar aus Stuttgart und wir beide – hatten an einem Preisausschreiben, das auf dem Schiff verteilt wurde, mitgemacht. Da war die Frage nach den Namen der Zodiac-Schlauchboote eine der Fragestellungen.

In den Ausflugs-Booten am Kap Hoorn

Kap Hoorn

Eine andere war die nach der Entdeckung von Kap Hoorn: Willem Cornelisz Schouten und Jakob le Maire entdeckten das Kap am 26. Januar 1610. Das wussten wir sechs Tischnachbarn ebenso wir die drei Scheinbuchen-Arten: Nothofagus betulaides, Nothofagus pumilia und Nothofagus antarctica, die dort im Süden gedeihen. Kein Wunder, dass unser Tisch der Gewinner war und dass jeder von uns voller Stolz den Button der Stella Australis, den nur die Besatzung tragen darf, als Gewinn entgegennahm.

Ein Magellan-Pinguin

Weiter zur Magdalena Insel

Weiter ging es auf der Magellan-Straße zur Magdalena Insel, wo uns viele tausend Magellan-Pinguine grüßten. Überhaupt der große Entdecker Ferdinand Magellan, nach dem die Pinguine genannt wurden, ist dort unten allgegenwärtig. Hatte er es doch geschafft in drei Jahren von 1519 bis 1522 die Welt mit seinen fünf kleinen Segelschiffen zu umsegeln, was nur gelang, weil er die Magellan-Straße, die Verbindung vom Atlantik zum Pazifik entdeckte, ein Abenteuer für die Seeleute heute, aber  eine große Tat für die Menschen damals.

Torres del Paine

Dann ging es weiter in Patagonien: wunderbar der Torres del Paine Nationalpark mit den gewaltigen Felsen, die man von überall her sieht. Die Höhle eines der größten Säugetiere der Welt, das Mylodon darwini, das vor 10 000 Jahren dort lebte, lernten wir staunend kennen.

Santiago de Chile

Und dann noch Santiago de Chile an einem wunderbaren Sommertag: Wir warenzu einer Weinprobe in den Weinbergen Santiagos eingeladen und besichtigten die große Stadt, soweit wir noch Zeit hatten.

Ein Wort noch zu den Hotels: Die waren überall, wo wir wohnten, von einer tollen Qualität und sogar den Fotoapparat, den wir bei der Abreise im Hotel Ismael in Santiago vergessen hatten,bekamen wir auf der Internationlen Touristik-Messe in Berlin wohlbehalten zurück.

Wunderbar diese Reise.

Otto & Gisela Käfer, Heilbronn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.