El Salvador bietet spektakuläre Vulkanlandschaften wie den Volcán de Santa Ana, den Nationalpark Parque Nacional Cerro Verde und den Kratersee Lago de Coatepeque – alles schnell erreichbar und ideal für Wanderungen und Naturerlebnisse.
El Salvador – kleines Land, viele Möglichkeiten
Im vergangenen Oktober hatte ich das Vergnügen, die Reisemesse CATM in San Pedro Sula, Honduras, zu besuchen – mit einem Vorprogramm auf der Insel Roatán (darüber berichte ich gerne ein anderes Mal) und einem Nachprogramm im Osten von El Salvador.
El Salvador ist mit 21.041 km² das kleinste Land Zentralamerikas. Gemeinsam mit unserer Partneragentur vor Ort nutzte ich die Gelegenheit, auch die Highlights im Süden und Westen des Landes kennenzulernen. Und ich muss ehrlich sagen: Ich war überrascht, wie viel Schönheit und Vielfalt auf so kleiner Fläche Platz finden.
Osten: Golfo de Fonseca und Isla Zacatillo
Im Osten des Landes, in La Unión am Golfo de Fonseca mit Blick auf Honduras und Nicaragua – fast so, als stünde man am Bodensee und schaue auf Österreich und die Schweiz – bestiegen wir ein kleines Boot. Entlang der Küste, vorbei an malerischen Inseln und Fischerdörfern und mit Blick auf die Vulkane Conchagua, Amapala und Cosigüina, fuhren wir zur Isla Zacatillo.
Die ehemalige Gefängnisinsel ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Besucher. Unbedingt probieren: frischer Meeresfisch – eine Cola für 1 US-Dollar, eine Languste für 21 US-Dollar.
Meine erste Surfstunde erlebte ich in Surf City II direkt an der Pazifikküste. Die Wellen waren angenehm, das Wasser warm – doch die 40 Minuten auf dem Brett wurden zu einer echten Herausforderung für mich und meine zwei Lehrer. Trotzdem: ein unvergessliches Erlebnis!
San Salvador – pulsierendes Zentrum
Nach der Abschiedsveranstaltung der CATM ging es zur Stadtführung durch das historische Zentrum von San Salvador mit Nationalpalast, Nationaltheater und der Kathedrale Metropolitana. Ich war überrascht, wie viel Leben und Trubel hier herrschte.
Die Nationalbibliothek leuchtete im Lichtermeer, ein großes Zelt war aufgebaut und der beste Barista Zentralamerikas wurde gekürt. Familien trafen sich mit ihren Kindern im Park am Brunnen und genossen die warme Nacht. Wie ich auf meiner Reise mehrfach hörte, war das aufgrund der Sicherheitslage noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar.
El Salvador hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Wandel erlebt. Die Regierung investiert stark in den Tourismus: Neue Flughäfen, Hotels und Straßen entstehen, Personal wird geschult. In ländlichen Regionen wird allerdings noch wenig Englisch gesprochen und die Beschilderung ist teilweise eingeschränkt. Mietwagenreisen würde ich daher eher erfahrenen Reisenden mit guten Spanischkenntnissen empfehlen.
Vulkanlandschaft und UNESCO-Welterbe
Am nächsten Tag begann meine Rundreise mit meinem Fahrer-Guide Rex. Unser erster Halt war der beeindruckende Vulkan El Boquerón, der Hausvulkan San Salvadors im gleichnamigen Nationalpark. Nach einer Tasse „chocolate caliente“ (heiße Schokolade, wahlweise mit Milch oder Wasser) und einer leckeren Pupusa – dem Nationalgericht El Salvadors (gefüllte Tortilla mit Bohnenmus, Käse oder einer Mischung aus beidem) – ging es über gut ausgebaute Wege und Treppen hinauf zum Kraterrand mit fantastischem Blick über die Hauptstadt.
Auf dem Weg zum Cerro-Verde-Nationalpark lohnt ein Stopp an der UNESCO-Weltkulturerbestätte Joya de Cerén, dem „Pompeji El Salvadors“. Hier erhält man faszinierende Einblicke in das Alltagsleben einer Bauerngemeinschaft aus dem 6. Jahrhundert.
Weiter führte die Fahrt entlang des Kratersees Coatepeque in den Cerro-Verde-Nationalpark. Von meinem Hotelzimmer im Casa 1800 aus hatte ich einen großartigen Blick auf den Vulkan Izalco. Bei einer Wanderung auf den Nachbarvulkan Santa Ana wurde ich mit dem Anblick des türkisfarbenen Kratersees und einem weiten Panorama über die Landschaft belohnt.
Ruta de las Flores – Farben, Kaffee und Tradition
Ein weiteres Highlight ist die „Ruta de las Flores“, eine rund 32 Kilometer lange Strecke im Apaneca-Ilamatepeq-Gebirge im Westen des Landes. Bekannt ist sie für ihre üppige Blütenpracht entlang der Straße.
Entlang der Route liegen sechs Gemeinden: Ahuachapán, Ataco, Apaneca, Juayúa, Salcoatitán und Nahuizalco – jede mit eigener Tradition, Kultur und Geschichte. Die Region bietet zahlreiche Wanderwege und beeindruckende Naturschauspiele.
Besonders gefallen hat mir Ataco mit seinen bunten Wandgemälden, die das gesamte Ortsbild prägen. Hier befindet sich auch die älteste Kaffeefabrik El Salvadors. Bei einer Führung kann man die traditionelle Verarbeitung der Kaffeebohnen beobachten und anschließend verkosten (500 g Kaffee ab 5 US-Dollar). Kleiner Tipp: In der Zeit von Dezember bis März ist die Führung besonders empfehlenswert.
Nicht weit von Ataco entfernt liegen die heißen Quellen „Termales de Santa Teresa“. In verschiedenen warmen Pools und einem Schlammbad lässt sich hier wunderbar entspannen.
Maya-Kultur und kolonialer Charme
Auf dem Weg nach Suchitoto liegt ein weiteres Highlight: die Maya-Stätte Tazumal, nur wenige hundert Meter außerhalb der Stadt Chalchuapa. Nach einem Rundgang durch die Anlage empfiehlt sich eine Stärkung in einer der kleinen Straßenbars gegenüber. Dort probierte ich Yuca con chicharrón – gekochte Yuca-Wurzel mit knusprig ausgebratenem Schweinefleisch und hausgemachter Soße. Lecker – aber Vorsicht, scharf!
Suchitoto beeindruckte mich mit kolonialen Gassen, kleinen Handwerksgeschäften und der berühmten Santa-Lucia-Kirche. Unbedingt empfehlenswert ist eine Bootstour auf dem malerischen Suchitlán-See sowie ein Ausflug mit einem der kleinen Taxis zu den Cascadas Los Tercios.
Von Suchitoto aus ist es nur eine kurze Fahrt in das Dorf Cinquera nahe der Grenze zu Honduras. Die ländliche Region war vom Bürgerkrieg (1980–1992) stark betroffen. Ein Besuch im kleinen Museum des Ortes ließ mich tief in diese bewegte Geschichte eintauchen – zahlreiche Relikte zeugen noch heute davon.
Abschluss an der Pazifikküste
Meine letzte Station war Playa El Tunco (Surf City I), ein quirliger Surfer-Spot an der Pazifikküste. Atemberaubende Sonnenuntergänge sind hier garantiert.
Mein Fazit:
El Salvador begeistert mit seiner vielseitigen Vulkan- und Küstenlandschaft, seiner reichen Geschichte und Maya-Kultur sowie mit kurzen Fahrtstrecken. Das Land lässt sich hervorragend mit Nachbarländern wie Honduras, Guatemala oder Nicaragua kombinieren.
Miriam Schweizer
„Ein Land im Wandel – vielseitig, authentisch, herzlich und heute deutlich sicherer als noch vor wenigen Jahren.“
💡 Wussten Sie schon … ?
El Salvador liegt am pazifischen Feuerring und ist als „Land der Vulkane“ bekannt. Über 20 Vulkane prägen die beeindruckende Landschaft, einige davon gelten als aktiv. Der vulkanische Boden ist besonders fruchtbar, was sich vor allem in der „Green Season“ zwischen Mai und November mit satten, leuchtenden Farben zeigt.

















































