Mexiko/Tipps & News

Mexico Reise / momentane Sicherheitslage

Gerade erreichte uns folgendes Schreiben unseres Partners in Mexico, das wir hier unkommentiert veröffentlichen möchten.

Bezug nehmend auf die aktuelle Sicherheitslage in Mexiko möchten wir unsere Kunden informieren. Mitte Februar wurde vom Auswärtigen Amt Deutschlands eine Reisewarnung für Mexiko ausgesprochen.
In den letzten Monaten wurde die Problematik des Vorgehens von Seiten der Mexikanischen Regierung gegenüber den Drogenkartellen medial sehr breit getreten; Schlagworte die „Drogenkrieg“ etc. warfen ein nicht sehr gutes Bild auf Mexiko und es ist nachvollziehbar, dass sich bei diesen Schlagzeilen der Reisende bzw. an
Mexiko Interessierte schon fragt, ob das Land als Urlaubsland sicher ist.
Seit Jahrzehnten ist der Drogenhandel in Mexiko (inoffiziell) einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Während die Drogenkartelle, die sich vor allem im Norden des Landes (den zu den USA angrenzenden Bundesländern) angesiedelt haben, in „Ruhe gelassen“ wurden, setzte sich die Regierung von Präsident Felipe Calderon seit 2002 diese als „Staatsfeind Nr. 1“ (um von wesentlich gravierendern Problemen wie z.B. Armutsbekämpfung und grosse Unterschiede der sozialen Klassen im Lande abzulenken).
Der „Kampf“ gegen die Drogenkartelle wird seitdem im Norden des Landes geführt. (Vor allem in den Städten Tijuana, Monterrey und Ciudad Juarez).
Eine Reisewarnung wird nun ausgesprochen, weil in Cancun der Polizeipräsident (höchstwahrscheinlich) von Mitgliedern eines Drogenkartelles ermordet wurde …
Mextrotter möchte seine Kunden beruhigen und zum Ausdruck bringen, dass Mexiko nach wie vor als sehr sicheres Reiseland gilt. Die Haupttourismusroute geht von Mexico City über den Südosten in die Karibik. Die oben erwähnten Städte des Nordens liegen 1500 – 2500 Kilometer von der Hauptstadt !
Eine Reisewarnung für dieses riesige Land auszusprechen entspricht einfach nicht den Tatsachen; es wäre vergleichbar, wenn in den 90-iger Jahren eine Reisewarnung für ganz Europa ausgesprochen worden wäre, weil am Balkan Krieg herrschte (Anmerkung: und dort war es wirklich ein „Krieg“ und nicht ein Vorgehen gegen Drogenkartelle, das die Zivilbevölkerung nur am Rande und aus den Medien mitbekommt).
Würden Sie von einer Türkeireise nach Istanbul oder Antalya absehen, weil in den Kurdengebieten – die sich mehrere Tausend Kilometern weit weg abspielen – Unruhen herrschen?
Mexiko ist ein Land, das 5 mal so gross wie die Bundesrepublik Deutschland ist; in diesem Fall fragt man sich als Veranstalter im Lande, wie man 2 Millionen Quadratkilometer als „Drogen-kriegs-gebiet“ erklären kann und Reisenden von einem Besuch dieses phantastischen Landes abraten kann …

In diesem Sinne können wir nur hoffen, dass Sie unsere Stellungnahme zur Bewertung der gegenwärtigen Situation einbeziehen und Mexiko als Ihr Reiseziel wählen.

 

Miller Reisen wird keine Reisen nach Mexico in unsichere Gebiete anbieten. Zum momentanen Zeitpunkt sehen auch wir keinen Grund, von Reisen nach Mexico abzuraten. Sollten Sie Fragen hierzu haben, so stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

6 thoughts on “Mexico Reise / momentane Sicherheitslage

  1. Dieser Bericht ist nicht haltbar!

    Widerspruch! Der Bericht ist veraltet. Bezogen auf den Zeitpunkt in dem der Artikel geschrieben wurde, kann man nur schreiben, der Bericht beschoenigt die Lage ohne jede Substanz.

    Ich bitte Sie, Herr Federau: Im Maerz 2009 reiste President Obama mit einer Delegation nach Mexiko. Raten Sie was dann passierte! Dann wurden strategische Positionen im Sicherheitsbereich — ich schreibe, im Presidalamt selbst — in Mexiko neu besetzt. Die Interpraetation liefere ich Ihnen auch: Auch die US-Amerikaner waren mit dem hohen Blutzoll und der erschreckenden Gewaltkrimminalitaet in Mexiko nicht einverstanden.

    Lesen Sie lieber eine gute Zeitung, lesen Sie bitte eine gute Zeitung und informieren Sie sich gut, bitte: FAZ, oder die schweizer NZZ, zum Beispiel.

    Dieser Bericht als erster Treffer unter Google „Mexiko + Sicherheitslage“ … das geht gar nicht…

  2. Hallo Herr „Widerspruch“,

    vielen Dank für Ihre offene Meinung. Sie können sicher sein, dass wir diese in Bezug auf die sicherlich zu hohe Kriminalität im Drogenmilieu in Mexico auch teilen. Hier muss gehandelt werden, egal ob das die FAZ, die NZZ oder irgendein Käseblatt, das ich zu lesen scheine, anders sehen.
    Welche Positionen Herr Obama als unsicher im Präsidialamt in Mexico einstuft, ist mir nicht bekannt. Wahrscheinlich würden aber auch in anderen Rathäusern beim Besuch des US Präsidenten einige der dortigen Mitarbeiter während dessen Besuch freigestellt…
    Was dies jedoch mit der Sicherheitslage für Touristen in diesem wunderschönen Land zu tun hat, mag sich mir nicht völlig erschließen. Nur davon war im Schreiben unserer Agentur und meiner persönlichen Meinung die Rede. Meine Meinung bleibt auch weiterhin, dass es absolut keinen Grund gibt, wegen eventueller Sicherheitsrisiken von einer geführten Rundreise oder Mietwagentour in die touristischen Regionen Mexicos abzusehen.
    Dies sieht auch kein anderer Veranstalter in Deutschland meines Wissens nach anders. Und seien Sie versichert, dass bei uns und unseren Kollegen die Sicherheit unserer Kunden oberste Priorität besitzt.

    Dass wir mit diesem Beitrag auf Pos. 1 der Suchergebnisse landet freut mich im Gegensatz zu Ihnen. 🙂

    Ich hoffe, dass sich auch unsere Partner in Mexico noch konstruktiv äußern, dazu wurde diese Plattform auch ins Leben gerufen.

    Viele Grüße aus Schlier wahrscheinlich nach Braunschweig.

    Manuel Federau

  3. Gerne möchte ich Stellung bezüglich der „aktualisierten“ Sicherheitslage in Mexiko nehmen.

    Diese möchte ich einerseits in der funktion als lokaler Partner von Miller Reisen und anderseits als Privatperson (Erik Wolkerstorfer), die seit 8 Jahren im Lande lebt machen.

    Als im Land lebender konnte ich mir in den letzten Jahren ein Bild machen, das über die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Medien für Aussenstehnde (auch wenn es sich um Leser „guter Zeitungen“ handelt) machen. Aufgrund glücklicher Umstände (Einheirat in eine Familie mit politischen Beziehungen im Lande) traue ich mir auch zu sagen, dass ich die eine oder andere Meinung vertreten kann, die eventuell nicht den gegenwärtigen Darstellungen in den Medien entspricht:

    * Tatsache ist, dass der Drogenhandel (Zwischenhandel zwischen Produzenten aus Mexiko und Mittel- sowie Südamerika in Richtung USA) in Mexiko seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes ist. (inoffizielle Quellen sprechen von bis zu 10% des BIP)

    * Diese Tatsache wurde bis 2006 (Jahr des Präsidentschaftsantritts von Felipe Calderon) nicht nur geduldet sondern bewusst gefördert

    * Bis heute sind Kartelle politisch verstrickt und durch alle Säulen der „mexikanischen Demokratie“ infiltriert (Anektote am Rande: nach der Ermordung des „Jefe de Jefes“ in Cuernavaca traten 36 Polizisten, die auf der Gehaltsliste des Kartells standen den Dienst am nächsten Tag nicht an; bei der Razia eine Woche zuvor im Residenzialviertel „Los Limoneros“ (im Zuge einer privaten Weihnachtsfeier, das in direktem Zusammenhang mit der Fahndung des Kartellbosses Beltran Leibas stand, waren (inoffiziellen Quellen zufolge) hohe Politiker des Bundeslandes Morelos vertreten

    * Der medial aufgespielte sogen. „Drogenkrieg“ hat offiziellen Quellen zufolge 2009 etwa 8000 Todesopfer gefordert (kein einziger davon ein Tourist)
    Eine objektive Betrachtung dieser Unzahl von Toten ist natürlich schwer möglich, doch sollte man sich vor Augen halten, dass jeder Einzelne der Regierung gut tut, um das Vorgehen gegen die Kartelle zu rechtfertigen; Vorgehen, das mittlerweile vom Grossteil der mexikanischen Bevölkerung nicht unterstützt wird (sogar Befragungen seitens der Regierung können dies nicht widerlegen; mehr oder wenig unabhängige Umfrage Insitute sprechen von einer überwiegenden Mehrheit, die das brutale Vorgehen gegen die Kartelle nicht unterstützen.

    * Seit Jahrzehnten hat die jeweilige im Amt sitzende Regierung immer ein Kartell unterstützt (unzählige politische Kanditaturen wurden durch Drogengeld in Mexiko finanziert); obwohl die Regierung Felipe Calderon einen Drogenkrieg angezettelt hat, bleibt doch die Frage ob das gegen alle geht …? Zufälligerweise entkam einer der grössten Drogenbosse des Landes (Chapo Guzman) aus einem Hochsicherheitsgefängnis (Las Palmas) im Wäschekontainer;
    nebenbei angemerkt, kam es vor Jahren zu einer Abspaltung zwischen Chapo Guzman und dem Jefe de Jefes;
    der Mord seitens des Marine Elitekomandos Mitte Dezember des Jefe de Jefes wird vielerseits in Mexiko als „ausgemachte Sache“ zwischen Chapo Guzman und Regierung gesehen

    * Welches Ziel verfolge ich mit den „Anektoten“ oben? ich will dem aussenstehenden Leser klar machen, dass es sich um eine sehr komplexe Sachlage handelt; um Strukturen, die über Jahrzehnte gewachsen sind und „plötzlich“ in den letzten Jahren zum medialen Thema wurden; … warum ?

    Dazu möchte ich folgende Thesen aufstellen:

    * Felipe Calderon ist Neoliberalist und verfolgt genauso wie sein Vergänger-Amtskollege aus den USA (JW Bush) die Teorie der Volksbildung/-einigung durch den „gemeinsamen inneren Feind“ (… eine Theorie die Cicero schon vor 2000 Jahre ansprach);
    während es in den USA die „Terroristen“ sind, die das Volk zusammenhalten und von den wahren Problemen ablenken; sind es in Mexiko seit 2006 die Drogenkartelle

    * während des Wahlkamps wurde die Bevölkerung schon auf die Kriminalität im Lande hingewiesen; als „Schuldiger“ die Drogenkartelle identifiziert; (anstatt Armut, ungerechte Einkommensverteilung und schlechte Bildung der untersten Schichten als wahre Ursache dieser Tatsache zu sehen)

    * diese Politik wurde von Seiten der USA als sehr willkommen geheissen; (inoffizielle) Gelder flossen nach Mexiko um die Schmutzkampagne gegen den linken Kandidaten (Lopez Obrador) zu unterstützen; mit (erschummelten) Erfolg; Calderon gewann mit gut 200,000 Stimmen vorsprung; (oder genauer gesagt einem Unterschied von weniger als einem halben Prozentpunkt)

    * in den letzten Jahren erhielt Mexiko seitens der Weltbank und der USA Kredite und direkte Förderungen in noch nie dagewesenen Ausmass; als Belohnung für den „Krieg gegen die Drogen“ ?
    .. ein Krieg der nur ein Krieg in den Medien ist und den Leuten im Lande als solcher (von Seiten der Regierung) verkauft wird;
    .. ein Krieg der spätestens mit dem nächsten Präsidenten (2012, der höchstwahrscheinlich nicht von der PAN stammen wird) beendet sein wird

    *KEIN TOURIST IN MEXIKO WIRD VON DIESEN UMSTÄNDEN ETWAS MITBEKOMMEN;

    *KEIN TOURIST HAT VOR DER MEDIALEN PRÄSENZ ETWAS VOM DROGEN-HANDEL IN MEXIKO GEAHNT

    *EINIGE LEUTE, DIE HEUTE NACH MEXIKO KOMMEN, SIND VIELLEICHT MEDIAL VERUNSICHERT, SELBST DIE „VORSICHTIGEN“ MERKEN ABER NACH DER REISE AN (und hier spreche ich unzähligen kundenfeedbacks zitierend, die ich bekomme) DASS DIE SITUATION VOR ORT (ENTLANG DER TOURISTISCHEN ROUTEN) IN KEINEM ZUSAMMENHANG MIT DEM STEHT, WAS IN DEN MEDIEN GESCHILDERT WIRD

    IM NAHMEN VON MILLER REISEN MÖCHTE ICH (ALS LOKALER VERTRETER MEXTROTTER) DAS ANGEBOT AN ALLE REISENDE MACHEN, DASS WIR IHRE REISE ZU 100% RÜCKERSTATTEN, WENN SIE IN IRGENDEINER WEISE DURCH DEN „DROGENKRIEG“ IN IHRER URLAUBSFREUDE BEEINFLUSST WERDEN;

    EIN VERSPRECHEN, DAS ICH RUHIGEN GEWISSENS MACHEN KANN;

    ABGESEHEN VON 1-2 MILITÄRKONTROLLEN IM SÜDOSTEN DES LANDES (DIE ES AUCH SCHON VOR DEM „DROGENKRIEG“ WÄHREND DER CHIAPAS KRISE GAB), BEKOMMT MAN NICHTS MIT

    LG AUS MEXIKO
    MAG. ERIK WOLKERSTORFER

  4. Am Freitag, 16. April gab es in Cuernavaca einigen Aufruhr, nachdem eine Email eines Drogenkartells herumging, die empfahl, dass ab 20:00 die Nacht durch alle zu hause bleiben sollen, weil sie „operieren“ würden. Daraufhin wurde auch das Militär in die Stadt gezogen. Soweit ich es mitbekommen habe, hat es angeblich eine Schießerei mit 80 Leuten gegeben, aber nur einen Toten (jedoch seien in der ganzen Region einige Leute umgebracht worden). In der Tat, Touristen sind keine Ziele, man sollte aber nicht dazwischen kommen. Momentan scheinen sich im Bundesstaat Morelos die Machtstrukturen neu zu formen, nachdem im Dezember 2009 Bentrand Leyva umgebracht wurde.

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