Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Die Kaieteur Falls in Britisch Guyana

Inmitten des nahezu unberührten Regenwaldes – fernab vom mittlerweile doch stark vertretenen Tourismus Lateinamerikas – liegen die sagenhaften Kaieteur Wasserfälle Britisch Guyanas.

Kaieteur FallsFünf mal so hoch wie die Niagara-Fälle in Kanada und USA, zweimal so hoch wie die Victoria-Fälle in Sambia und Zimbabwe und einer der mächtigsten Wasserfälle der Welt, der mit seinem Wasservolumen sogar den Jog Falls in Indien während des Monsuns Konkurrenz macht.

Im Kaieteur National Park in Zentralguyana verläuft der Potaro Fluss zunächst über ein weites Sandstein-Plateau und fällt schließlich am Kaieteur 226 Meter in die Tiefe. Das Plateau erstreckt sich bis zu den Pakaraima Mountains an der Grenze zur Grassavanne und der Potaro River fließt schließlich in den Essequibo River, einer der längsten Flüsse Südamerikas. Kaieteur gilt als größter (aber nicht höchster) einzelner Wasserfall der Welt. Er stellt den Lebensraum vieler seltener Spezies dar, wie zum Beispiel dem kleinen goldenen Frosch und dem guyanischen Felsenhahn, der hier sein Nest baut. Unzählige exotische Pflanzen und Tiere können hier bewundert werden.

Bei einer Reise nach Guyana ist der Besuch des Wasserfalls ein absolutes Muss und bleibt sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Man erreicht die Kaieteur Falls per Flugzeug ab Georgetown, von hier gibt es regelmäßige Flugverbindungen zum Nationalpark.

Bei unserer Reise „Höhepunkte Suriname und Guyana“ ist ein Ausflug zu den Wasserfällen auch inkludiert.

Die Legende der Iguazu (Iguaçu) Wasserfälle im Dreiländereck Brasilien, Argentinien, Paraguay

iguacuIguazu - übersetzt die „Großen Wasser” – liegt im Dreiländereck Argentinien - Brasilien - Paraguay und ein Besuch dieses einmaligen Naturschauspiels ist ein MUSS für jeden Südamerika-Reisenden.

Im Jahre 1542, während einer Reise über den Atlantik nach Asuncion in Paraguay, entdeckte der Spanier Alvar Nunez Cabeza de Vaca die von ihm benannten „Santa Maria Fälle”. Dieser Name konnte sich nie etablieren und so entstand der einfache Name „Große Wasser” = Iguazu.

Um 1609 kamen die ersten Jesuiten Missionare in die Region der Guarani, der Einwohner der Provinz Corrientes und Missiones. Deren Hauptaufgabe war, die Indianer zu „evangelisieren” und Ihnen Bildung und Organisation beizubringen. Die Guarani und die Jesuiten Priester bildeten ein in Lateinamerika einzigartiges Netzwerk – in über 30 Städten waren sie präsent, bis in den Süden von Brasilien und Paraguay.

1768 wurden die Jesuiten wegen politischen Streitigkeiten mit der spanischen Krone vertrieben, und der Iguazu Nationalpark wurde 1934 gegründet – ein Gebiet von ca. 67.620 Hektar Fläche. 40 Jahre später erklärte die UNESCO den Park zum Weltnaturerbe.

Im Park ist immer noch sehr deutlich der Einfluss der Guarani-Ureinwohner zu spüren. Die Handarbeiten und auch die Sprache der Guarani sind die wichtigsten Hilfsmittel zum Erhalt deren Kultur. Sie leben in einem „Reservat” am Rande der Stadt Iguazu.

Die Legende der Fälle:

Vor ganz langer Zeit lebte eine riesige Schlage namens „Mbói” im Iguazu Fluss. Einmal im Jahr warfen die Guarani eine junge schöne Frau in den Fluss als Opfer für Mbói. Viele Stämme, auch die weit entfernten, wurden zu dieser Zeremonie eingeladen. Während einer dieser Zeremonien traf „Tarobá” ein junger Häuptling, die schöne „Naipí”, welche als Opfergabe ausgesucht wurde. Er versuchte mit allen Mitteln, Naipí zu retten und sprach mit den obersten Stammesherren. Aber alles was er versuchte war erfolglos. Deshalb entführte er Naipí in der Nacht vor der Zeremonie und floh über den Fluss. Als Mbói bemerkte, dass die Jungen entflohen, windete er sich sehr wütend unten im Fluß und erreichte so, dass die Felsen zu beben begannen und sich durch dieses Erzittern der Erde das große Kliff bildete, heute genannt die Iguazu Fälle.

Als Strafe für Naipí und Tarobá verwandelte Mbói die beiden in Bäume, diese stehen heute im oberen Teil der Fälle. Es wird erzählt, dass das Wasser, welches die Fälle hinunterfließt, das wunderschöne Haar von Naipí wäre und dass sich Mboí hinter dem Teufelschlund – dem größten und mächtigsten Wasserfall in diesem Gebiet – versteckt, um die jungen Liebenden voneinander fern zu halten. Jedoch, an sonnigen Tagen, verbindet die jungen Liebenden der große und einmalige Regenbogen miteinander und erinnert uns an deren einzigartige Liebe.

Endlich ist die Entstehung der berühmten und beeindruckenden Iguazú- Wasserfälle geklärt, und wenn dabei eine so schöne und romantische Legende dahintersteckt, umso besser… nur schade, dass solche Romanzen oft unglücklich enden müssen… fast wie im richtigen Leben.