Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Guyanas einzigartige Tierwelt

Guyana – ein vom Tourismus noch fast unberührtes Land an der Nordküste des südamerikanischen Kontinents – rückt besonders wegen seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt immer mehr in den Fokus naturbegeisterter Reisender. Folgende exotische Spezies können unter anderem alleine in diesem einen Land bewundert werden…

 

Der Jaguar ist die größte Raubkatze der westlichen Hemisphäre. Er hält sich bevorzugt im üppig bewachsenen Regenwald auf und jagt als Einzelgänger an der Spitze der Nahrungskette.

Die Gespensterfledermaus ist mit einer Flügelspannweite von 80 cm die größte fleischfressende Fledermaus der Welt. Sie jagt bei Nacht und in ihr Beuteschema fallen Amphibien, Reptilien, kleine Vögel und Säugetiere sowie andere Fledermausarten und Insekten.

Eine weitere in Guyana verbreitete Tierart ist der Große Fischotter, die größte Otterart der Welt. Männliche Tiere werden bis zu 1,8 m groß. Aufgrund der massiven Lebensraumzerstörung durch den Menschen wurde diese Otterart in Argentinien und Uruguay bereits ausgerottet und existiert nun nur noch in Guayana, Suriname und wenigen anderen Ländern Südamerikas. Sie gilt mittlerweile als bedrohte Tierart und muss deshalb geschützt werden.

Die Vogelspinne, welche ebenfalls in Guayana zu Hause ist, lebt überwiegend in selbst erbauten Höhlen in sumpfigen Gebieten. Weibliche Vogelspinnen werden bis zu 25 Jahre alt, während männliche nur etwa 3 bis 6 Jahre alt werden.

In den Flüssen Guyanas, Venezuelas und Brasiliens lebt eine der größten Schlangen der Welt, die Anaconda. Zu ihrer Beute gehören Fische, Vögel, verschiedene Säugetiere und andere Schlangenarten. Besonders große Exemplare verschlingen sogar Tapire und Kaimane, welche die Schlange durch Erwürgen tötet.

Auch der Ameisenbär ist in Guyana zuhause. Er besitzt keine Zähne, schluckt mit seiner außergewöhnlich langen Zunge jedoch bis zu 35.000 Ameisen und Termiten pro Tag. Da der Ameisenbär nicht sonderlich gut sehen kann, folgt er dem Geruch eines Ameisenhügels und schnappt mit der Zunge nach den Insekten. Seine Mahlzeiten kann er jedoch nicht genüsslich verzehren, da sich die Ameisen – wenn er beim Beutefang zu langsam ist – mit schmerzhaften Stichen wehren.

Die Kaieteur Falls in Britisch Guyana

Inmitten des nahezu unberührten Regenwaldes – fernab vom mittlerweile doch stark vertretenen Tourismus Lateinamerikas – liegen die sagenhaften Kaieteur Wasserfälle Britisch Guyanas.

Kaieteur FallsFünf mal so hoch wie die Niagara-Fälle in Kanada und USA, zweimal so hoch wie die Victoria-Fälle in Sambia und Zimbabwe und einer der mächtigsten Wasserfälle der Welt, der mit seinem Wasservolumen sogar den Jog Falls in Indien während des Monsuns Konkurrenz macht.

Im Kaieteur National Park in Zentralguyana verläuft der Potaro Fluss zunächst über ein weites Sandstein-Plateau und fällt schließlich am Kaieteur 226 Meter in die Tiefe. Das Plateau erstreckt sich bis zu den Pakaraima Mountains an der Grenze zur Grassavanne und der Potaro River fließt schließlich in den Essequibo River, einer der längsten Flüsse Südamerikas. Kaieteur gilt als größter (aber nicht höchster) einzelner Wasserfall der Welt. Er stellt den Lebensraum vieler seltener Spezies dar, wie zum Beispiel dem kleinen goldenen Frosch und dem guyanischen Felsenhahn, der hier sein Nest baut. Unzählige exotische Pflanzen und Tiere können hier bewundert werden.

Bei einer Reise nach Guyana ist der Besuch des Wasserfalls ein absolutes Muss und bleibt sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Man erreicht die Kaieteur Falls per Flugzeug ab Georgetown, von hier gibt es regelmäßige Flugverbindungen zum Nationalpark.

Bei unserer Reise „Höhepunkte Suriname und Guyana“ ist ein Ausflug zu den Wasserfällen auch inkludiert.