Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Der Süden Kolumbiens: Nariño

blancos-y-negroNariño ist das südwestlichste Department Kolumbiens und grenzt zu Ecuador. Die weltberühmte Panamericana führt geradewegs durch. Nariño ist ein sehr abwechslungsreiches und spezielles Department. An der Pazifikküste im Westen wird es von den Nachfahren afroamerikanischer Einwanderer bevölkert, der Osten hat sogar Kontakt zu den letzten “Kilometern” des Amazonas-Regenwaldes und im Zentrum überwiegen riesige Andengebirge, die sich hier aus Ecuador kommend in drei Kordilleren aufteilen. Aufgrund dieser landschaftlichen Diversität bietet Nariño eine einzigartige Mischung von Kultur und Geographie.

Eines der wichtigen Feste ist der “Karneval der Schwarzen und Weissen”, der jedes Jahr Anfang Januar gefeiert wird und einen authentischen Ausdruck der lokalen Kultur darstellt. Die malerische “Laguna de la Cocha”, nur 23km ausserhalb Pastos gelegen, der Hauptstadt des Departments, und Tumaco, direkt am Pazifik gelegen, inmitten exotisch tropischer Landschaften, wo Archaeologen Spuren der Tumaco-Kultur gefunden haben, gehören zu den weiteren Höhepunkten dieser Region.

Eine Reise mit der Bahn in Ecuador

Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde die Bahnstrecke zwischen der ecuadorianischen Küste und den Anden bejubelt und bei der Einweihung 1908 lange gefeiert. Nachdem vor mehr als 30 Jahren der Betrieb, der angeblich schwierigsten Bahnstrecke der Welt, eingestellt wurde, gibt es für viele Bahnbegeisterte, aber auch für Nostalgiker Grund zum Optimismus. Nach enormem Aufwand und Investitionen in zweistelliger Millionensumme, soll die ursprüngliche Bahnstrecke Ende März teilweise wieder eröffnet werden. Der erste Abschnitt, dessen Eröffnung in naher Zukunft, neben den schon vorhandenen Highlights des Landes, eine weitere Touristenattraktion bieten wird, ist die Strecke Quito – El Boliche (Cotopaxi). Kurz darauf ist dann auch die Eröffnung der Strecke El Boliche – Latacunga und Ende des Jahres sogar die Restaurierung der kompletten Strecke von Quito nach Riobamba geplant, von wo auch heute schon der Zug Richtung Teufelsnase startet.

teufelsnasen_zugIch selbst bin schon mehrere Male auf der abenteuerlichen Strecke durch die Anden gefahren. Bis vor gut einem Jahr war das noch auf dem Dach sitzend, mit Kissen und warmen Getränken ausgestattet, möglich. In der Zwischenzeit ist die ecuadorianische Regierung zu dem Schluss gekommen, dass dies vielleicht nicht die sicherste Variante ist, Gäste zu befördern. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Zug nicht selten auch entgleist. Dennoch war die Fahrt natürlich immer spannend, da man einen tollen Panoramablick vom Dach auf die Landschaft hatte. Aber auch vom Zugabteil aus, kann man die Fahrt in vollen Zügen und sicher auch komfortabler und in wesentlich wärmerer Umgebung genießen. Alleine schon die Fahrt zur Teufelsnase ist aber eine Reise wert. Vom Zug aus hat man darüber hinaus immer den schneebedeckten Chimborazo im Blickfeld. Wer gerne auf dem Dach des Zuges reist, für den gibt es einen privaten Schienenbus (siehe Bild anbei).