Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Mi Buenos Aires querido…6. Teil

Nun sitzen wir schon wieder am Flughafen und da es 4 Uhr morgens ist, habe ich gerade sowieso nichts besseres zu tun, als kurz die vergangenen 4 Tage zusammenzufassen.
Wir haben diese in Buenos Aires verbracht, eine wundervolle Stadt.
Allzuviel gibt es nicht zu sagen, das würde den Rahmen sprengen… Wenn ihr hier seid, überlegt euch vielleicht im Hotel Madero abzusteigen. Das liegt in Puerto Madero, hier gibt es abends immer etwas zu tun und die Gegend ist sehr sicher. Das Hotel ist Top und wenn es WLAN auch kostenlos gibt, wäre das die Krönung.
Im Restaurant “red:” im Hotel Madero hatten wir eines der besten Menüs überhaupt.
Die Vorspeisen, das Fleisch, das Dessert, das hatte Sterne Niveau und war nicht allzu teuer, verglichen mit dem, was geboten wurde.
Das klassische Programm haben wir natürlich nicht ausgelassen: City Tour mit allen Sehenswürdigkeiten, Tangoshow im Esquina Carlos Cardel (das Essen im VIP Bereich im 1. Stock war grandios), ins Tigre Delta, Shopping in der Florida…was soll ich sagen. Buenos Aires ist sicher eine der schönsten Städte in Lateinamerika. Fahrt hin und lasst euch selber treiben in San Telmo, Palermo, Recoleta. Einfach toll hier in der Stadt des Tango!

Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, und nicht gerade wie wir um 2.30 Uhr am folgenden Tag aufstehen müsst…nehmt den Buquebus und rast mit mehr als 70 km/h von Buenos Aires in 1 oder 3 Stunden nach Colonia oder Montevideo, beide in Uruguay.
Wir haben uns dieses Mal für Montevideo entschieden und dies nicht bereut. Eine schöne Stadt im spanischen Stil mit weißen Stränden und Palmen, allerdings am Fluss Río de la Plata gelegen, also nahezu Süßwasser. Gibt es so wohl sonst nicht vergleichbar auf der Welt. Mittagessen am Strand, nochmals durch die Stadt geschlendert und um 22 Uhr wieder in Buenos Aires angekommen, ein Tag, der voll war von Endrücken.

Nun geht es nach Rio, der letzten Station unserer Tour.
Den letzten kurzen Bericht hierüber könnt ihr in ein paar Tagen lesen. Wir sind gespannt, auch wenn der Wetterbericht für die folgenden beiden Tage keine Bestwerte verspricht.

Geld & Währung in Argentinien – nützliche Tipps für Ihre Reise

argentinien_geldEigentlich kann mit deutschen EC-Bankkarten sowie Kreditkarten problemlos Geld an allen Bankautomaten in Argentinien abgehoben werden. Ende April 2008 wurde jedoch ein sehr niedriges Limit pro Automatenbesuch eingeführt. So können seitdem nur noch 300 Peso (umgerechnet etwa 61 Euro) pro Einzelaktion abgehoben werden. Die maximale Anzahl an Transaktionen liegt bei 10 pro Tag, wenn Sie es an verschiedenen Automaten versuchen. Es fallen allerdings bei jeder Transaktion von neuem Gebühren an. Vor einer Argentinien-Reise sollte man dies also beachten und dementsprechend planen. Man sollte daher ausreichend Bargeld mit sich führen. Dollar lassen sich im ganzen Land, Euros in Buenos Aires und in größeren Städten problemlos umtauschen.

Viele deutsche Banken bieten eine bestimmte Anzahl an gebührenfreien Abhebungen im Ausland an. Erkundigen Sie sich bitte hierzu bei Ihrer Bank.

 

Und dank des netten Hinweises hier ein Bild der aktuellen Währung, dem argentinischen Peso:

peso_argentino

Der Argentinier und sein Asado

Wer eine Argentinien Reise unternimmt, sollte das Land nicht wieder verlassen ohne mindestens einmal ein echtes „Asado“ erlebt zu haben. Das Asado criollo ist unter den Argentiniern ein vielgeliebter Brauch, ja fast schon ein Ritual und es vergeht kaum ein Wochenende, an dem der Argentinier nicht dieser Leidenschaft frönt. Im Grunde ist jeder Anlass (manchmal auch nur ein Vorwand) recht, um ein Asado zu machen, gerne auch spontan.
asadoWas ist ein Asado? Nüchtern betrachtet könnte man es wohl als „Grillessen“ bezeichnen: von der Blutwurst über das Rippchen bis hin zum Lendenfilet wird alles gegrillt, das im Entferntesten mit Fleisch zu tun hat. Aber natürlich ist es mehr als das! Für die Argentinier ist es ein Lebensgefühl! Man trifft sich meist am Samstag oder Sonntag (gerne auch an beiden Tagen) mit Familie, Freunden, Bekannten, Nachbarn…um zu grillen, tratschen, lachen, singen, essen und natürlich trinken, denn bei einem echten asado darf natürlich ein guter „vinito“ (ein „Weinchen“) nicht fehlen.

Es beginnt damit, dass der Asador, also der Grillmeister, den vorzugsweise gemauerten Grill (kein Argentinier, der etwas auf sich hält, würde sich mit einem aufklappbaren Grill zufrieden geben) liebevoll vorbereitet: alles wird gesäubert, das bereit liegende Holz wird nach strengsten Regeln angezündet (man beachte die Schichtung in 5 Stockwerken) und dann wird bei einem Wein und einem Gespräch unter Männern gewartet, bis das Feuer soweit herab gebrannt ist, dass man mit dem eigentlichen Grillvorgang beginnen kann. Währenddessen bereiten die weiblichen Teilnehmer des Asado Salate, Brot und vielleicht ein paar „papas fritas“ vor. Und natürlich darf auch das Chimichurri nicht fehlen, eine würzige Soße aus verschiedenen Zutaten, die zum Asado gehört wie das Fleisch selbst.

In gemütlicher Runde sitzt man dann zusammen und der Asador legt nacheinander verschiedenes Grillgut auf: auch hier sind strenge Regeln zu beachten. Man beginnt mit der Blutwurst und arbeitet sich dann über Bratwürstchen, Koteletts und durchwachsene Fleischstücke bis zum „Lomo“ vor, der Lende. Manch unerfahrener Gast, der diese Reihenfolge nicht kannte, hat sich wohl schon geärgert, dass er bereits beim Bife de Chorizo so satt war, dass er nicht mehr in den Genuss des Lomo kam. Auch mag man sich wohl etwas über die Mengen an Fleisch wundern, die pro Gast gerechnet werden: ca. 1 kg Fleisch pro Person kommen auf den Grill. Da verwundert es kaum, dass die Beilagen sich meist in Grenzen halten und sich auf ein bisschen Blatt- und Tomatensalat und etwas Brot beschränken.

Ein wichtiger Faktor bei einem Asado ist die Zeit. Oft beginnt man schon um die Mittagszeit, um dann bis in den späten Nachmittag oder Abend hinein zusammen zu sitzen. Nach dem Essen wird dann meist noch ein Mate herumgereicht, eine weitere argentinische Tradition. Der Matetee schmeckt etwas bitter, weshalb ihn die meisten gerne mit etwas Zucker trinken. Im Sommer erfreut sich allerdings auch die gekühlte Variante, der Tereré, großer Beliebtheit. Dabei wird der Mate statt mit Wasser mit Orangenlimonade (oder anderer Fruchtsaft) aufgefüllt und schmeckt sehr erfrischend. Gerne wird dabei auch noch gesungen oder das Bandoneon ausgepackt, je nach Talent der Anwesenden. Man kann durchaus verstehen, warum die Argentinier ihr asado so lieben und erst wenn man selbst daran teilgenommen hat, ist man richtig in Argentinien angekommen.

Wer nun bei seiner Reise durch Argentinien nicht das Glück hat, von einem Einheimischen zu einem Asado eingeladen zu werden, hat dennoch die Möglichkeit, eines mitzuerleben: in Buenos Aires gibt es ein Restaurant, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat, diesen Brauch auch Besuchern nahe zu bringen: Un Aplauso pal Asador, benannt nach der Sitte, dem Grillmeister nach einem gelungenen Asado zu applaudieren. In diesem Sinne: Guten Appetit!!

Ich habe einige Jahre in Argentinien gelebt und so manches Asado miterlebt. Als Ausländerin fand ich es besonders nett, zu den Asados bei Freunden eingeladen zu werden, da man dadurch gleich das Gefühl hatte, dazu zu gehören. Man lernte neue Leute kennen und konnte auf ungezwungene Weise Freundschaften knüpfen. Argentinien ist für mich zur zweiten Heimat geworden, Land und Leute haben mich von Anfang an begeistert. Ich kann es als Reiseland unbedingt empfehlen, da es einerseits viele landschaftliche Höhepunkte zu entdecken gilt (vor allem abseits der üblichen Touristenrouten) und man andererseits herzliche Menschen kennenlernen kann (mein Tipp: lernen Sie ein paar Wörter Spanisch, dann werden Sie von allen gleich ins Herz geschlossen).