Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Mit dem Zug von Frankfurt nach New York

Wer schon immer einmal davon geträumt hat auf die längste Zugreise der Welt zu gehen, der kann sich ab 2045 voraussichtlich diesen Traum erfüllen.

Vor allem diejenigen, die schon einmal mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn unterwegs waren, können das jetzt noch übertreffen. Denn der Kreml genehmigte jetzt einen  Megatunnel zwischen Russland und USA.

Das 104 Kilometer lange Projekt, das Alaska mit Sibirien verbindet, soll Gütertransporte erleichtern, wird aber frühestens 2045 fertiggestellt. Umfangreiche Vorarbeiten sind noch zu leisten.

Die Idee existierte schon unter Zar Nikolaus II. vor über 100 Jahren, nun soll eine direkte Zugverbindung zwischen Russland und den USA Realität werden. Wie die britische Tageszeitung “Daily Mail” berichtet, gab der Kreml nun grünes Licht für das rund 70 Milliarden teure Vorhaben. Verlaufen soll dieser besondere Tunnel unter der Beringstraße, der Meerenge zwischen dem östlichsten Punkt Asiens und dem westlichsten Punkt Nordamerikas.

Bevor es allerdings so weit ist, müssen auf beiden Seiten noch Schienennetze ausgebaut werden. Moskau plant dies in Sibirien bis zum Jahr 2030. Der Bau des Tunnels soll dann noch einmal 15 Jahre in Anspruch nehmen. Befürworter versprechen sich von dem Megaprojekt vor allem einen günstigeren, schnelleren und sichereren Weg, um Güter zu transportieren, als mit Containerschiffen. Circa drei Prozent des weltweiten Warentransports könnten durch den Tunnel bewältigt werden.

Doch nicht nur im Waren-, sondern auch für den Personenverkehr könnte der Bau Rekordverdächtiges leisten. Erstmals wäre es dann möglich, mit dem Zug von London über Moskau nach New York zu reisen – ein langwieriger Spaß, würde die Reise doch, laut “Daily Mail”, knapp 15 Tage dauern.

Neben den Transportmöglichkeiten steckt auch ein Stück Symbolik in diesem Projekt. “Bauen wir ein Bindeglied zwischen unseren beiden großen Nationen”, erhoffte sich Alaskas verstorbener Gouverneur Walter Hickel 2010 im deutschen Magazin “P.M.”, dem Weltfrieden etwas näher zu rücken. Für die Politik bleibt dafür immerhin noch 34 Jahre Zeit.

Sind Sie an dieser außergewöhnlichen Zugreise interessiert? Miller Gruppenreisen weltweit nimmt schon Reservierungen entgegen…. :-)

 

Quelle: kleinezeitung.at vom 05.09.2011

Grizzlys, Gletscher & Goldgräber – Eine Reise durch Kanada und Alaska / Teil 2

Nachdem wir Kofferabgabe, Check-In und Zollkontrolle erfolgreich hinter uns gebracht hatten (schließlich wollten wir ja in die USA einreisen), konnte das Abenteuer Kreuzfahrt beginnen. Jeder machte sich erst einmal auf den Weg, seine Kabine zu inspizieren und den ersten Rundgang über unser Schiff, die Serenade of the Seas, zu machen. Dies sollte unser Zuhause für die nächsten 8 Tage werden und es gab wirklich sehr viel zu entdecken: Restaurants, Bars, Cafes, Kasino, Theater, Pooldeck, Spabereich….

d-skyline-vancouverPünktlich zum Auslaufen versammelten sich die meisten Passagiere an Deck und beobachteten das Spektakel mit gezückter Kamera. Vorbei an der Skyline von Vancouver, unter der Lion’s Gate Brücke hindurch, fuhren wir in Richtung Inside Passage. Man konnte Stunden damit verbringen, an Deck zu sitzen und die herrliche Landschaft an sich vorbeiziehen zu sehen. So verbrachten wir mehr oder weniger auch den zweiten Tag an Bord, da es ein Seetag war. Das gab einem auch die Gelegenheit, zunächst das Schiff zu erkunden, sich zu orientieren und/oder an einer der zahlreichen Aktivitäten an Bord teilzunehmen.  

Unser erster Ausflug stand dann am dritten Tag an: wir erreichten Icy Strait Point, am „Eingang” der Glacier Bay gelegen und Heimat der Hoonah-Indianer. Nachdem wir zu dem kleinen Hafen getendert waren, bestiegen wir ein kleineres Boot und starteten zur Walbeobachtungsfahrt nach Point Adolphus. Hier tummelten sich Buckelwale und es war ein beeindruckendes Erlebnis, diese majestätischen Tiere durchs Wasser gleiten zu sehen. d-serenade-of-the-seasEin gut aufgelegter Wal setzte gar zu einem Sprung an, was ein kollektives „ooohhh” und „aaahhh” zur Folge hatte. Überall sah man die Wasserfontänen, die die Wale beim atmen versprühen, und zeitweise wusste man gar nicht, in welche Richtung man zuerst sehen wollte, um nur ja keinen Wal zu verpassen. Nach diesem gelungenen Vormittag verbrachten wir den Rest des Tages in Icy Strait Point und kehrten dann zum Schiff zurück, um bei 25°C noch ein wenig die Sonne auf dem Pooldeck zu genießen.

Der nächste Tag begann gemütlich, da kein Ausflug auf dem Programm stand. Stattdessen wurde heute der Endicott Arm Fjord angesteuert, in den unser Schiff hineinfuhr, um uns ganz nah an den Gletscher, der in den Fjord kalbt, heran zu bringen. Die Durchfahrt war wirklich erstaunlich, da unser Schiff doch eine beachtliche Größe hatte und es trotzdem den Anschein hatte, als ob der Kapitän uns spielend leicht durch alle Engpässe und Kurven hindurchmanövrierte. Je näher wir dem Gletscher kamen, desto mehr d-endicot-arm-fjordTreibeis schwamm auf dem Wasser. Zahlreiche Robben und Seelöwen nutzten die Schollen, um ein Sonnenbad zu nehmen und sie ließen sich von unserer Ankunft kaum aus der Ruhe bringen. Schließlich kam der Gletscher in Sicht und es war ein imposanter Anblick! Wir näherten uns bis auf gefühlte 20 Meter (man verliert sehr leicht das Gefühl für realistische Entfernungen bei so viel Begeisterung) und hatten so einen fantastischen Blick auf das bläulich schimmernde Eis. Nachdem der Kapitän einige Runden vor dem Gletscher gedreht hatte, fuhren wir wieder in Richtung offenes Meer und ließen die schneebedeckten Berge an uns vorüber ziehen, mit Kurs auf Skagway.

Wir legten am frühen Morgen in Skagway an und begannen den Tag mit einer Zugfahrt im legendären White Pass & Yukon Railway. Der Zug schlängelt sich entlang des ehemaligen Goldgräberpfades in die Berge hinauf und die Aussicht ist traumhaft. Die alten Waggons bieten einem die Gelegenheit, auf der Außenplattform zu stehen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, während unter und neben einem Wälder, Wasserfälle, Schluchten und Berghänge vorbeiziehen. Endstation ist Fraser, das bereits auf der kanadischen Seite liegt und so mussten wir eined-white-pass-yukon-railway kleine Passkontrolle durchlaufen, bevor wir aussteigen durften. Den Rückweg legten wir mit dem Bus zurück und kurz bevor wir Skagway erreichten, machten wir noch einen kurzen Halt am Goldgräberfriedhof der Stadt mit Gräbern aus der Zeit um 1898. In Skagway selbst scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: man fühlt sich in die Zeit des Goldrausches zurück versetzt und ein Besuch im Red Onion Saloon ist quasi obligatorisch (Tipp: besuchen Sie das Bordell-Museum über dem Pub und erfahren Sie auf humorvolle Weise etwas über ein unterhaltsames Kapitel der Stadt).

Der nächste Tag führte uns weiter nach Juneau, der Landeshauptstadt Alaskas. Die Stadt ist nur auf dem Luft- und dem Wasserweg zu erreichen, Straßen gibt es keine nach Juneau. Hier machten wir uns auf, um den Mendenhall-Gletscher zu besuchen. Auch die Glacier Gardens standen auf dem Programm. Bei einem kleinen Rundgang durch Juneau warfen wir schließlich noch einen Blick in den Red Dog Saloon, wo seit 1900 Wyatt Earp’s Revolver hängt. Dann ließen wir auch unsere letzte Station in Alaska hinter uns und machten uns auf den Rückweg nach Vancouver, wieder lag ein Seetag durch die Inside Passage vor uns.  

Die letzten beiden Tage unserer Reise verbrachten wir in Vancouver, aufgrund seiner Lage am Meer und mit den d-totempfahle1Bergen im Hintergrund zählt es sicherlich zu den schönsten Städten der Welt. Bei einer Stadtrundfahrt erkundeten wir den riesigen Stanley Park mit seinen Totempfählen, das alte Gastown mit seiner Dampfuhr und die Shoppingmeile Robson Straße. Auch Chinatown und Granville Island statteten wir einen kurzen Besuch ab. Wir hatten genug Zeit, diese tolle Stadt zu erkunden und auf uns wirken zu lassen. Schließlich traten wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge den Heimweg an. Ich bin sicher, das war nicht meine letzte Reise nach Kanada und Alaska…

Grizzlys, Gletscher & Goldgräber – Eine Reise durch Kanada und Alaska

Im Mai und Juni dieses Jahres habe ich eine unserer Gruppen auf eine Reise begleitet – das Ziel: der Westen Kanadas und Alaskas südlichster Zipfel entlang der Inside Passage. Mit dem Bus ging es auf einer Rundreise durch die Bergwelt der kanadischen Rocky Mountains und anschließend erwartete uns eine Kreuzfahrt von Vancouver durch die Inside Passage bis nach Alaska.d-athabasca-gletscher-columbia-icefield1

Nach einem langen Flug kamen wir am Nachmittag (Ortszeit) in Calgary an und wurden von unserer örtlichen Reiseleiterin Hanna in Empfang genommen. Sie war ein echter Glücksfall für uns! Nachdem wir einen kurzen Stopp am Hotel eingelegt hatten, drängte sie darauf, gleich noch etwas gegen den sich anbahnenden Jetlag zu tun und gleich die Stadt zu erkunden. Bei einem Spaziergang zum und durch den Princes Island Park konnten wir einen tollen Panoramablick auf die Skyline von Calgary genießen. Am nächsten Morgen machten wir eine kurze Rundfahrt durch die „Hauptstadt der Cowboys” und natürlich durfte ein Besuch im Stampede Park und beim Saddle Dome nicht fehlen, wo das alljährliche Rodeo stattfindet, zu dem zigtausende anreisen. Bevor wir uns dann auf den Weg in die Rockies machten, wurde noch ein kurzer Stopp am Olympic Park eingelegt, wo 1988 die Winterspiele stattfanden.

d-blick-vom-sulphur-mountain1Die Fahrt nach Banff gab uns schon einen guten Eindruck davon, was uns in den nächsten Tagen erwarten würde: schneebedeckte Berge, blauer Himmel, endlose dunkelgrüne Wälder. Bei einer Rundfahrt durch den Banff Nationalpark standen u.a. der Lake Minnewanka, der Tunnel Mountain Drive mit den Hoodoos sowie die Bow Falls und das berühmte Banff Springs Hotel auf dem Programm. Mit der Gondel ging es schließlich auf den Sulphur Mountain, wo uns eine atemberaubende Aussicht auf Banff und die umliegenden Berge erwartete. Am nächsten Morgen machten wir uns zeitig auf, um den Johnston Canyon bei einer kleinen Wanderung zu erkunden. Anschließend ging es weiter zum Valley of the Ten Peaks und zum noch zugefrorenen Moraine Lake. Da der Sommer erst kurz vorher angefangen hatte, lagen so mancher See und Wasserfall noch im Winterschlaf. Auch der Lake Louise war noch mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, nur an den Rändern war schon die türkise Farbe erkennbar, für die der See so bekannt ist. Dem Panorama tat dies aber keinen Abbruch: ein Traum in Weiß! Hanna überlegte sich immer neue zusätzliche „Schmankerl”, die noch in den Reiseverlauf eingebaut wurden. So kamen wir in den Genuss, dem benachbarten Yoho-Nationalpark einen Besuch abzustatten. Nach einem Picknick am Emerald Lake blieb noch genug Zeit für eine kleine Wanderung entlang des wunderschönen Sees, dessen smaragdgrüne Farbe auch namensgebend ist. Anschließend legten wir an den Spiral Tunnels einen Stopp ein und hatten das enorme Glück, zusehen zu können, wie ein kilometerlanger Güterzug sich seinen Weg durch die Tunnel bahnte. Das Tunnelsystem wurde extra dafür angelegt, dass die tonnenschweren Güterzüge, die normalerweise die Steigung hinauf in die Berge nicht schaffen würden, auf einem Spiralsystem zurücklegen können, das die Steigung etwas ausgleicht. Das Highlight des Tages war dann „unser” Grizzly, den wir auf den Bahnschienen nahe der Autobahn entdeckten.d-lake-louise1

Über den Icefield’s Parkway setzten wir unsere Reise am nächsten Morgen fort. Der Parkway ist die einzige Nord-Süd-Verbindung durch die kanadischen Rockies und als Reisender kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Bei Traumwetter fuhren wir mitten durch schneebedeckte Bergketten, vorbei an Gletschern und Eisfeldern, Nadelwäldern, glitzernden Seen und Flüssen. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Athabasca-Gletscher, der zum Columbia Icefield zählt. Hier ging es mit einem speziellen Fahrzeug, dem Ice Explorer, direkt auf den Gletscher, eine Erfahrung, die alle Gruppenmitglieder faszinierte. Nach einem kurzen Stopp an den Athabasca-Falls erreichten wir Jasper, unser Nachtquartier. Von hier aus erkundeten wir den gleichnamigen Nationalpark, auf dem Programm standen der Lake Pyramid, der Lake Patricia sowie der Maligne Canyon. Dies war unser einziger verregneter Tag auf der ganzen Reise und so konnten wir auf unserem Weg durch den Robson Provincial Park den Mount Robson, Kanadas höchsten Berg, leider nicht sehen, da er in den Wolken verschwand. Wir verließen schließlich die Rocky Mountains und durch karge Landschaft ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Lilooet. Nach einer Stärkung in einer deutschen Bäckerei ging die Fahrt entlang des Fraser Rivers, durch Farmland und über die Duffy Lake Road, wo wir zur Abwechslung durch Laubwald fuhren. Die Blätter schienen durch den Wind in der Sonne zu glitzern und hier konnten wir einen Blick auf Schwarzbären erhaschen. Schließlich erreichten wir das Küstengebirge am Pazifik und im Skiresort Whistler, das 2010 gemeinsam mit Vancouver die Olympischen Winterspiele austragen wird, verbrachten wir die Nacht. Vorbei an den Shannon Falls ging es dann zur Küste und von Cypress Hill konnten wir den ersten Blick auf Vancouver genießen. Doch unser heutiges Ziel war zunächst Vancouver Island und so machten wir uns auf den Weg zum Fährhafen, um die Überfahrt durch die Georgia Strait nach Nanaimo nicht zu verpassen. Auf Vancouver Island angekommen ging es weiter nach Chemainus, wo wir die berühmten Wandmalereien bei einem Spaziergang durch das kleine Städtchen bewunderten. Nachdem wir die Insel- und Provinzhauptstadt Victoria erreicht hatten, folgten wir Hanna’s Ratschlag und spazierten entlang des Hafenbeckens zur Fisherman’s Wharf, wo wir bei Barb’s die besten Fish & Chips Kanadas aßen: ein echtes Erlebnis!! Auf dem Rückweg konnten wir noch den wunderschönen Sonnenuntergang genießen, während ein Teil der Gruppe mit den kleinen Wassertaxis zurückfuhr. Das beleuchtete Parlament und das Empress Hotel daneben bildeten einen schönen Abschluss.

d-mural-chemainus1Bei einem Besuch auf Vancouver Island darf natürlich auch ein Besuch im berühmten Butchart Garden nicht fehlen und so machten wir uns am nächsten Morgen auf, dieses kleine Gartenwunder zu besichtigen. Wir machten einen kleinen Umweg über den Scenic Drive in Victoria, von wo man bei schönem Wetter einen traumhaften Blick auf die Olympic Mountains (schon in den USA) hat. Der Butchart Garden schließlich hielt alle Versprechen und der Rundgang war sowohl für die Gartenliebhaber in unserer Gruppe als auch für alle anderen ein weiterer Höhepunkt der Reise. Am Nachmittag erkundeten wir dann noch das Parlamentsgebäude und das Royal British Columbia Museum. In letzterem finden sich unzählige indianische Artefakte wie Totempfähle, Masken und Langhäuser der Küstenindianer.

Am nächsten Morgen ging es dann mit der Fähre von der Swartz Bay durch die zahlreichen Kanalinseln nach Tsawassen und wir genossen das schöne Wetter an Deck der Fähre. Unser Busfahrer Wayne, der uns die ganze Fahrt über sicher von A nach B gebracht hatte, setzte uns schließlich am Hafen in Vancouver ab, wo wir uns von Hanna und ihm verabschieden mussten und den zweiten Teil unserer Reise, die Kreuzfahrt nach Alaska, beginnen sollten. Aber darüber wird in Kürze berichtet, Fortsetzung folgt…