Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Beiträge der Kategorie ‘Reportagen‘

Gewinner der Südamerika Posteraktion

In Zusammenarbeit mit LAN und den Partnern in Südamerika hat Miller Reisen für November zu einer Inforeise nach Peru eingeladen. Die Reise wird die Reisebüromitarbeiter in 10 Tagen zu den Höhepunkten des Landes führen. Von Lima über Arequipa und dem Titicacasee geht es nach Cuzco. Natürlich darf hier auch ein Abstecher zur erst Anfang des letzen Jahrhunderts entdeckten Inkaruine von Machu Picchu nicht fehlen. Als krönender Abschluss wartet auf die Teilnehmer noch ein Abstecher ins Amazonasgebiet, um sich mit eigenen Augen ein Bild von der dortigen Flora und Fauna zu machen.Miller-Reisen-Fenster

Nach einer mehr als bombastischen Rücklaufquote, konnten leider nur 2% aller Interessenten einen Platz bei der Traumreise ergattern. Parallel dazu hat Miller Reisen zu einer Schaufensterfotoaktion aufgerufen, worüber ein weiterer Platz für die Inforeise verlost wurde. Auch hier war die Reaktion der Reisebüros phänomenal.

 Leider konnte hierbei nicht das schönste, der vielen sehr kreativen Fotos prämiert werden. Das Los hat entschieden, dass Oliver Schlachtbauer von Grenzenlos Reisen in Hamburg den entsprechenden Platz bekommt. Alle Reisebüros, die in den letzten Wochen Ihrer Fantasie freien lauf ließen, geht in den nächsten Tagen ein kleines Trostpflaster zu.

Tornado in Argentinien und Brasilien

Bei einem Tornado-artigen Wirbelsturm (die tatsächliche Stärke und Einstufung wird gerade noch untersucht) sind am Montag im Nordosten Argentiniens und in Südbrasilien mindestens 10 Menschen uns Leben gekommen, mehr als 100 wurden verletzt. Die Zahl der Toten schwankt in den Berichterstattungen mittlerweile zwischen 10 und 17. Die Suche nach Vermissten läuft derzeit noch.

Betroffen waren vor allem die argentinische Provinz Misiones und der Bundesstaat Santa Caterina im Süden Brasiliens. In Argentinien wütete der Sturm besonders stark in den Städten Santa Rosa und El Progreso und wirbelte sogar ganze Häuser durch die Luft, deckte Dächer ab und entwurzelte zahlreiche Bäume. Die Behörden in Brasilien meldeten Schäden durch Überschwemmungen und Schlammlawinen. In Sao Paulo wurden beim teilweisen Einsturz einer Schule vermutlich 2 Kinder unter den Trümmern begraben; zeitweise wurde aufgrund der schweren Regenfälle der Verkehr stark beeinträchtigt, das Telefonnetz war unterbrochen.

Laut Wettervorhersage soll es in den Gebieten noch bis Donnerstag zu heftigen Regenfällen kommen.

Aktuelle Entwicklungen des Tourismus in Kolumbien

kolumbien_altermann-42872or1Der Tourismus in Kolumbien entwickelt sich trotz der weltweiten Wirtschaftskrise in der letzten Zeit enorm in die positive Richtung. Basierend auf einer allgemein besseren Sicherheitslage, Steuererleichterungen für Hotelbau und -renovierungen sowie einer seit einigen Jahren von der Regierung forcierten Kampagne zur Verbesserung des Images entstand in den letzten Jahren ein rasanter Anstieg der Nachfrage – es sind sowohl mehr ausländische als auch mehr Binnentouristen zu verzeichnen. Damit einher gehen nun der Ausbau des Hotelsektors: noch in diesem Jahr sollen 26 neue Hotels mit mehr als 4.000 zusätzlichen Betten entstehen. Bis 2011 sollen dadurch insgesamt 16.000 neue Betten dazugekommen sein. Interessanter wird Kolumbien auch mehr und mehr für internationale Hotelketten. In den nächsten Jahren sind neue Häuser der renommierten Marken Accor, Hilton, Marriot und Hyatt geplant, wodurch letztendlich der mittel- und hochklassige Bereich der Hotellerie ausgebaut wird. Mit der Ansiedlung der neuen Hotels in Ballungsräumen wie Medellín, Calí, Cartagena etc. verteilen sie sich künftig mehr über die Hauptstadt Bogotá hinaus.

Die Zahlen, die dieser Entwicklung zugrunde liegen, sind beeindruckend: in den Jahren von 2003 bis 2008 wurde in Kolumbien eine Verdoppelung der ausländischen palmari-47456konv2Touristen verzeichnet. Zurückzuführen sei dies vor allen Dingen auf die forcierte Imagekampagne, mit deren Hilfe das Außenbild Kolumbiens sich vom Negativen ins Positive wandelte. Auch die Welttourismusorganisation hat die Kampagne als Beispiel hervorgehoben, wie sich ein Negativimage eines Landes in kurzer Zeit ins Gegenteil umkehren kann.

Einen Schwerpunkt in Kolumbien soll künftig der ökologische Tourismus darstellen. Man setzt damit zunehmend auf die unberührte Natur und die zahlreichen natürlichen Attraktionen des Landes. Schließlich grenzt Kolumbien als einziges Land Südamerikas sowohl an den Pazifik als auch an die Karibik, weite Teile des Landes sind von artenreichen Regenwäldern bedeckt; landschaftlich besonders reizvoll sind natürlich das Amazonasgebiet sowie die Anden. Das bedeutet gleichzeitig, dass neben dem Hotelsektor auch der Bereich der Öko-Unterkünfte einer Erweiterung bedarf. Zurzeit gilt Kolumbien unter Naturliebhabern noch als Geheimtipp. Sollten Sie sich für ein Land voller aufregender und atemberaubender Natur interessieren, können Sie sich gerne an die zuständige Abteilung bei Miller Reisen wenden.

Méxicos verrücktester Tüftler

Cuernavaca: Seit 31 Jahren tüftelt der Méxicaner Juan Lozano daran, sich einen flugfähigen Raketenrucksack zu bauen. Derweilen besitzt der 51-jährige schon drei Prototypen, welche jeweils ca. 60 Kg wiegen. Allerdings sind alle davon noch ausbaufähig.

Seine Arbeitsideologie: Selbst bauen, testen und dann verbessern.

Dabei begibt sich Juan regelmäßig bei seinen Eigenversuchen in Lebensgefahr. Denn die 800 PS starken Triebwerke sind mit Wasserstoffperoxid gefüllt, somit leicht entzündlich und sitzen nur wenige Zentimeter hinter dem Piloten. Er kann zusammen mit dem Raketenbrennstoff explodieren, sich verbrennen oder sich bei einem Absturz sämtliche Knochen brechen.

Im Hinterhof seiner Wohnung führt Juan Lozano zusammen mit seiner Frau und einem Bekannten die Selbstversuche durch. Sein Bekannter ist dafür zuständig, in Notsituationen schnellst möglichst einzugreifen. Seine Frau muss mit dem Gartenschlauch löschen, wenn einmal der Rasen wieder in Flammen aufgeht. Zur weiteren Hilfe seiner Testflüge hat Juan ein kranähnliches Spezialgestell, welches ihm bei einem möglichen Absturz vor dem Schlimmsten bewahren soll.

Der Raketenrucksack ist nicht das einzige Projekt von Juan. Er hat u. a. schon ein 400 PS starkes, raketenbetriebenes Motorrad, welches in fünf Sekunden von 0 auf 500 beschleunigt und ein 22.000 PS starkes Raketentriebwerk, das er für einen Geschwindigkeitsrekordversuch in ein Auto einbauen will, entwickelt.

ARGE Lateinamerika: Reisen sind auch in Krisenzeiten stark gefragt

Die Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika (ARGE) ist eine Organisation mit ca. 60 Mitgliedern in Form von Reiseveranstaltern. Ziel ist es gemeinsam den Tourismus in die Länder Lateinamerikas zu fördern. Deshalb bietet die ARGE Schulungen für Reisebüro-Mitarbeiter an, welche nun noch stärker ausgebaut werden sollen.

Auch wir – der Reiseveranstalter Miller Reisen - ist Mitglied in der ARGE Lateinamerika. Der gemeinsame Auftritt einiger ARGE Mitglieder auf zahlreichen Messen ermöglicht es, den Kunden Lateinamerika mit all seinen schönen Ländern schmackhaft zu machen.

cubamusiker-46381konvIm Hochsommer 2009 stehen zwei Berufsschulseminare in München auf dem Programm. Zusammen mit der Europäischen Reiseversicherung werden im Rahmen der Weltklasse-Experten-Akademie für Mitarbeiter der Best RMG Reisebüros zwei Tagesschulungen durchgeführt (20. Juni in München, 4. Juli in Frankfurt). An der Arge Roadshow können Reiseberater zwischen dem 8. und 10. September in Berlin, Hamburg und im Rheinland (Stadt steht noch nicht fest) teilnehmen. Argentinien präsentiert sich in Leipzig und Dresden (1. und 3. September). Informationen und Anmeldungen unter info@lateinamerika.org.

Der Tourismus in die Länder Lateinamerikas entwickelt sich zur Zeit stabiler als zu asiatischen Zielen. Erfreulich sei, dass Kolumbien nicht mehr nur bei Spezialisten sondern zunehmend in den Katalogen von Veranstaltern wie Dertour, Neckermann oder Studiosus präsent ist, so der der Arge-Vorsitzende Andreas Gross. “Das Land ist sicherer geworden, auch Rundreisen sind inzwischen problemlos machbar”, sagt er. Und: Angebot und Nachfrage bus_istock_47527511nach Kreuzfahrten in und um Südamerika steigen. Weniger begeistert ist Gross über die Preissteigerungen der Hotellerie in Brasilien, die zum Teil bei mehr als 20 Prozent liegen. Auch Peru sei teurer geworden.
Der Arge Lateinamerika haben sich drei weitere Unternehmen angeschlossen: Chiletouristik (Frankfurt), Perus Incoming Agentur Setours sowie Kontour Exklusiv Reisen, die Kolumbien und die Andenländer anbietet. Eine Übersicht über die Arge-Mitglieder sowie Infos über Lateinamerika fiden sich auch in der neuen Ausgabe des Magazins América Latina.

Brasilien weitet Amazonas-Schutzgebiete aus

amazonasWir haben kürzlich diesen Artikel unter ORF.at gefunden und können nur sagen: Weiter so!

Die Regierung des brasilianischen Bundesstaats Amazonas hat die Errichtung von sechs Schutzgebieten mit einer Gesamtfläche von mehr als 23.000 Quadratkilometern angekündigt. Das entspricht einer Fläche von Niederösterreich und dem Burgenland zusammen.

Mit diesen neuen Flächen werden laut einer Aussendung der Umweltschutzorganisation WWF Lücken im Amazon Region Protected Areas Programme (ARPA) geschlossen. Das ARPA ist ein von der brasilianischen Regierung und dem WWF im Jahr 2002 ins Leben gerufenes Projekt.
affedreamstime796922-48242oDamit soll bis 2012 ein Schutzgebietsnetzwerk von 600.000 Quadratkilometern – zwölf Prozent des brasilianischen Regenwaldes – geschaffen werden. Unter anderen sind auch die Weltbank und die deutsche Gesellschaft für Entwicklungszusammenarbeit daran beteiligt.

Mit den Schutzgebieten sollen die Folgen des Straßenbaus für den Amazonas eingedämmt werden.

USA lockert Beziehung zu Cuba

Cubas ehemaliger Präsident Fidel Castro empfängt zum ersten Mal seit langer Zeit Abgeordnete des US-Kongresses – Aussicht auf Besserung der Beziehung nach jahrzehntelanger Feindschaft?

flagge-cuba2Am Dienstag, den 07.04.2009 traf sich der frühere Staatschef mit drei Mitgliedern des Kongresses in Havanna. Während einer 2-stündigen Sitzung wurde über die Beziehung der USA zu Cuba diskutiert. Das Handelsembargo gegen das kommunistische Cuba soll laut US-Präsident Barack Obama derzeit noch nicht gelockert werden. Dafür bemüht man sich jedoch um Aufhebung der Beschränkungen im Reise- und Zahlungsverkehr. Exilkubanern in den USA ist es bereits erleichtert worden, nach Cuba zu reisen. Die Abgeordneten des US-Kongresses sind optimistisch, dass sich die Haltung des US-Präsidenten auch im Hinblick auf das Handelsembargo ändern wird. Fidel Castro selbst betont, dass Cuba den Dialog mit den USA nicht scheue, ebenso wie das Land alle nordamerikanischen Besucher mit Respekt empfangen würde. Allerdings müsse Cuba auf eine Konfrontation unbedingt verzichten.

Erneuter Vulkanausbruch in Chile: Vulkan Llaima

llaimaNach dem Ausbruch des Vulkans Chaiten im Februar 2009 ist nun auch der Vulkan Llaima in Chile erneut ausgebrochen. Der letzte Ausbruch des Llaima war im Januar 2008. Der Llaima ist der aktivste Vulkan in Südamerika.

Der 3125 Meter hohe Vulkan Llaima liegt rund 600 Kilometer südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile, nahe Temuco, im nördlichen Teil der chilenischen Seenregion.

Ein 1 Kilometer langer Lavastrom floss bereits ins Tal und die Eruption katapultierte glühende Brocken bis zu 600 Meter hoch. Vorsorglich wurden daher mehrere Dörfer in der Umgebung des Vulkans evakuiert. Verletzt wurde bislang niemand.

Die Behörden waren besorgt, dass der Ausbruch Erdrutsche und eine Überflutung des Flusses Calbuco auslösen könnte.

Falkland Inseln oder Islas Malvinas?

Am heutigen 2. April feiert man in Argentinien den „Gedenktag der Gefallenen im Malvinas-Krieg”. Wie die Bezeichnung schon zeigt, sind die Argentinier selbst 27 Jahre nach Kriegsende nicht gewillt, die englische Souveränität der Inseln kampflos anzuerkennen. Im sogenannten „Guerra de las Malvinas”, bei uns eher bekannt als Falklandkrieg, versuchten die Argentinier, die Inselgruppe im Südatlantik zu erobern, was jedoch scheiterte. Der Konflikt dauerte gerade mal 3 Monate, von April bis Juni 1982, war jedoch auf beiden Seiten verlustreich.

Das Ereignis hat heutzutage Tage wieder an Aktualität gewonnen. Bei einem Treffen in der vergangen Woche mit der argentinischen Präsidentin Kirchner hat der britische Premierminister Brown noch einmal bekräftigt, dass es an der Souveränität der Falklandinseln „nichts zu rütteln gebe”. Fernandez hatte Gespräche über die Insel gefordert, die viele ihrer Landsleute als argentinisches Staatsgebiet betrachten.

In Argentinien führte der Ausgang des Krieges zum Sturz der damals regierenden Militärjunta und zur Wiederherstellung des demokratischen Systems: bei Wahlen, die von der Militärjunta angesetzt wurden, konnte sich 1983 Raúl Alfonsín durchsetzen, der in Argentinien noch heute als Symbol für die Rückkehr zur Demokratie gilt. Alfonsín ist Anfang dieser Woche nach langer Krankheit verstorben und man hat nun eine dreitägige Staatstrauer anberaumt, die sinnigerweise genau mit dem Gedenktag des Falklandkrieges zusammenfällt, der wiederum Alfonsíns Sieg in gewisser Weise erst ermöglichte.

falkland-inselnNun verständigten sich Kirchner und Brown darauf, die Aufnahme von Flugverbindungen zwischen den Falkland Inseln und Südamerika voranzutreiben. Zum einen fordern die rund 2900 Inselbewohner dies vor allem aus geschäftlichen Gründen, zum anderen wünschen sich viele Argentinier eine solche Flugverbindung, um auf den Falkland-Inseln die Gräber ihrer im Krieg gegen Großbritannien gefallenen Angehörigen besuchen zu können.

Unabhängig von der politischen Zugehörigkeit der Inseln, werden sie in den Köpfen der Argentinier wohl immer die „Islas Malvinas” bleiben, auch wenn der Rest der Welt sie als „Falklandinseln” bezeichnet.

Nach dem Referendum in Venezuela / Reisen dorthin sicher

referendum_chavezWie bereits hinlänglich bekannt ist, wurde am 16.02.2009 in Venezuela in einem Referendum über die von Staatschef Chávez angestrebte Verfassungsänderung abgestimmt. Nachdem diese bereits im Jahr 2007 gescheitert war, was die erste Niederlage Chávez’ in seiner bisherigen Amtszeit ist, wurde nun noch einmal über die Neuerung abgestimmt. Nach einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne für die Änderungen (begleitet von einer Gegenbewegung und studentischen Protesten) ging dieses Mal die Abstimmung wunschgemäß – zumindest was das Lager Chávez’ betrifft – über die Bühne: knapp 55% der Bevölkerung stimmten für die Verfassungsänderung. Damit dürfen nun alle Amtsträger in Venezuela beliebig oft wiedergewählt werden, nachdem im ersten Referendum nur eine Änderung dieser Regelung für den Staatschef zur Wahl stand.

Damit ist dem jetzigen Staatschef die Möglichkeit gegeben, sich weiterhin als Präsident aufstellen zu lassen und so seine „sozialistische Revolution” zu vollenden. Denn nach eigenen Angaben müsse er noch bis ca. 2029 im Amt bleiben, um seinen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts” in Venezuela einführen zu können. Ohne die Verfassungsänderung hätte die Amtszeit Chávez’ 2013 nach 14-jähriger Präsidentschaft geendet. Um dies zu verhindern, beraumte er das Referendum an. Seine Gegner sowie die politische Opposition werfen ihm nun vor, seine Macht damit zu sehr auszuweiten und nach und nach eine Diktatur aufbauen zu wollen. Denn neben der Änderung bezüglich der Wiederwahl beinhaltete das Referendum zudem eine weitreichende Kontrolle des Finanzmarktes (Abschaffung der Autonomie der Zentralbank, Kontrolle über ausländische Währungsreserven) und räumte Chávez zahlreiche Befugnisse im Falle eines Ausnahmezustandes (z.B. Medienzensur in Krisenzeiten) ein. Ein weiterer Vorwurf, der im Raume steht, ist die illegale Benutzung staatlicher Mittel, um für das Referendum Werbung zu machen.

Bleibt zu erwarten, wie diese Geschichte weitergeht und welche Änderungen Chávez noch vornehmen wird, nachdem er nach und nach seine Kontrolle über die Wirtschaft ausdehnt. Ein wichtiger Schritt dahin ist mit der Verstaatlichung der Ölindustrie als bedeutendsten Industriezweig des Landes bereits geschehen. 

Zum Ablauf des Referendums kamen mehrere Vorwürfe auf: zum Einen steht die Vermutung im Raum, dass das Referendum noch durchgepeitscht werden musste, bevor die Wirtschaftskrise die Basis der Anhängerschaft Chávez’ – nämlich die ärmeren Schichten der Bevölkerung, die von seinen Sozialprogrammen profitierten – trifft; zum Anderen kam die Vermutung auf, dass der Präsident einfach so lange abstimmen lässt, bis das Ergebnis der Wahl ihm zusagt. Dafür spricht auch seine Aussage vor der jetzigen Abstimmung, bei einer erneuten Niederlage einfach einen neuen Versuch zu starten. Inzwischen haben aber auch unabhängige Wahlbeobachter bestätigt, dass die Abstimmung demokratisch gewesen sei.

Vor allem vor dem Hintergrund der sich verstärkenden Weltwirtschaftskrise und des Einbruches der Ölpreise stellt sich die Frage nach der Reaktion Chávez’. Denn bislang war er eher ein Präsident, der durch sein charismatisches Auftreten politische Erfolge einfahren konnte; doch wie wird er in dieser Krisensituation reagieren und sein Volk vor den Folgen bewahren? Seine aus einem Topf der verstaatlichten Ölgesellschaft finanziertes Sozialprogramm droht mit dem enormen Rückgang des Ölpreises zusammenzubrechen. Nicht zuletzt hängt der gesamte Etat des Landes an den Gewinnen der Ölindustrie. Es besteht die Gefahr für Venezuela, aufgrund der Wirtschaftskrise an die finanziellen Grenzen zu gelangen. Gleichzeitig würde die Regierung in der Wählergunst stark verlieren. Als weiteres Problem gilt die hohe Inflationsrate der einheimischen Währung (Bolívar Fuerte). Schließlich erwarten Experten eine enorme Abwertung der Währung; zudem soll eine extreme Rezession das Land treffen.

strand_venezuelaWas das nun genau bedeutet, wird sich erst in der kommenden Zeit herausstellen. Fakt ist, dass es keine Auswirkungen auf das Reiseland Venezuela gibt. Des Weiteren hat die Politik Chávez bei allem bedenklichen auch etwas Gutes: der Präsident ist besonders darauf erpicht, die Kriminalität im Land zu verringern. Daher ist es in jedem Falle weiterhin möglich, nach Venezuela zu reisen und sich von der atemberaubenden Natur des Landes im Norden Südamerikas und im Süden der Karibik verzaubern zu lassen.