Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Beiträge der Kategorie ‘Reiseberichte‘

Das Klo von Fidel Castro / Der “höchste Punkt” einer Kuba Reise

sierra-maestra1Ein absolutes Muss für alle Revolutions-Romantiker: Die Wanderung zur Comandancia Fidel Castros in der Sierra Maestra.

In der Abgeschiedenheit der Sierra Maestra, mitten im Urwald, kann man das ehemalige Versteck Castros besichtigen, gut erhaltene Holzhäuser voll mit Accesoires der damaligen Zeit. Unter anderem der benzingetriebene Kühlschrank Fidels (mit Einschussloch) und das besagte Klohäuschen.

Alles in allem ist es eine hübsche, einfache Tageswanderung die durch die schöne Natur noch versüsst wird.

Für Wanderer die etwas mehr Zeit haben empfiehlt sich die Wanderung über den Pico Turquino (1950 m). Diese dauert mindestens 3 Tage und führt auf den höchsten Berg Cubas. Man nächtigt in sehr einfachen Holzhütten und wird von einem einheimischen Führer begleitet. Überraschend ist der Zustand des Treks: Obwohl sich hier kaum Touristen geschweige denn Kubaner befinden (Trekkingtourismus in Kuba ist unpopulär) ist er in einem sehr guten Zustand, mit Handläufen und Treppenstufen aus Holz an den steilen Stellen. Aufgrund dessen ist er technisch sehr einfach aber auch sehr anstrengend. Der Trek sollte nur von Wanderern mit guter Kondition unternommen werden.fidelsklo

Der Trek führt die ganze Zeit durch extrem dicht bewaldeten Urwald, selbst auf der Spitze ist die Vegetation noch sehr dicht. Ein Großteil des Treks wird auf  dschungelartigen Pfaden zurück gelegt, wodurch dieser besonders für Naturliebhaber, Botaniker und Ornithologen interessant ist.

Der Startpunkt beider  Wanderungen ist die „Alto de Naranjo” (950 m) im Nationalpark Sierra Maestra. Die beste Wanderzeit ist von November bis Mai. Wanderungen während der Regenzeit empfehlen sich nicht; auch wenn der Wanderweg sehr gut gepflegt wird können einige Passagen sehr rutschig werden, dies gilt besonders für den Pico Turquino.

Brasilien Reise, so dürfte doch jede Woche beginnen:

Sehr geehrte Firma Miller, sehr geehrter Herr Merkle !

Wir sind am Sonntag von unserer 3 – wöchigen Brasilien Reise zurückgekehrt. (28.03 – 19.04.)

Ich möchte mich bei Ihnen bedanken und Ihnen mitteilen, dass wir mit dem Verlauf der Reise sehr zufrieden waren.

Alle Transfers verliefen ohne Probleme, die deutschsprachigen Reiseleiter vor Ort waren sehr nett, gingen individuell auf unsere Wünsche ein und gaben uns hilfreiche Informationen und Tipps.

Gerade für unsere Kinder, deren Englischkenntnisse noch nicht sehr umfassend sind, waren die deutschsprachigen Reiseleiter und Guides eine enorme Bereicherung, so konnten sie alles verstehen und ihnen wurde viel Wissen vermittelt.

Mit der von Ihnen empfohlenen Agentur Lentur in Lencois, unternahmen wir einen wunderschönen, erlebnisreichen Tagesausflug, der unvergesslich sein wird.

Der Verlauf der Reise war gut geplant, alle Aufenthaltsorte, die Hotels und die jeweilige Verweildauer waren perfekt !

 Vielen Dank !

Reisebericht Peru Reise

Diesen Reisebericht haben wir kürzlich von unserem Kunden Dr.-Ing. Joachim Müller erhalten:

Sehr geehrte Frau Mühe!

machu-picchu_istockphotoNach Rückkehr von einer wunderbaren Reise durch Peru wird es Zeit, dass ich mich bei Ihnen melde – aber nicht mit einer Beanstandung, sondern zunächst mit unserem nochmaligen Dank, dass Sie eine so kurzfristige Buchung durchführen konnten. Vor allem aber möchte ich Ihnen Dank und Anerkennung sagen für Ihre ausgezeichneten Partnerbüros in Peru und Bolivien. Ausnahmslos alle Organisationen haben tadellos geklappt – vom einfachen Transfer bis zur mehrtägigen Tour. Alle Reiseleiter und -innen waren gut bis sehr gut. Alle Hotels waren überraschend gut, weitgehend sehr gut. Der Service war ausnahmslos sehr freundlich und hilfsbereit. Was will man mehr – man kann unbeschwert schauen, staunen und genießen! (Dass die Touren z.T. sehr anstrengend waren, hatten wir nicht anders erwartet).

Wir genossen jede Stunde unserer Reise. Selbst ein Mitarbeiter Ihrer Konkurrenz hat mir bestätigt, dass Miller der höchst kompetente Spezialist ist. Unsere Weiterempfehlung ist Ihnen sicher.

Nochmals Anerkennung, Dank, die besten Wünsche für die Zukunft und viele Grüße!

Südamerikanische Reiseveranstalter zu Gast in Deutschland

Vom 16. – 21. März veranstalteten wir, die Incoming-Abteilung von Miller Reisen, einen Fam-Trip für südamerikanische und spanische Kunden entlang der romantischen Route durch Süddeutschland.

Die 18 Teilnehmer kamen aus Mexiko, Venezuela, Brasilien, Argentinien und Spanien und lernten so die Vielfalt unseres Landes kennen.

famtrip-incoming_nicole2Die Tour begann in Frankfurt und ging über Heidelberg und Freiburg in den Schwarzwald, mit einer Kuckucksuhrenwerkstatt und dem Titisee. Danach gab es einen Stopp in Lindau am Bodensee. In Schwangau bei Füssen besuchten wir das Schloss Neuschwanstein, weiter ging es dann über Oberammergau und das Kloster Ettal nach Garmisch-Partenkirchen. Dort fuhren wir auf die Zugspitze, bevor es zum Schloss Linderhof weiterging. Nächste Station war München mit seinem weltberühmten Hofbräuhaus, dem Marienplatz, dem Viktualienmarkt und dem Schloss Nymphenburg. Auf der Fahrt zurück nach Frankfurt besuchten wir auch Rothenburg ob der Tauber, von dem die Teilnehmer besonders begeistert waren.

Während der Reise hatten wir angenehm mildes Wetter mit viel Sonnenschein, Deutschland zeigte sich von sehr frühlingshafter Seite. Am famtrip-incoming_nicole31besten gefallen haben unseren Gästen die bayerischen Königsschlösser, die Zugspitze und der Schnee, viele von ihnen hatten zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt Gelegenheit, Schnee zu sehen. Beeindruckt waren sie aber auch von den mittelalterlichen Städten, dem Bodensee, dem deutschen Bier und dem guten Essen.

Alle Teilnehmer waren sehr begeistert von der Reise und kehrten voller positiver Eindrücke in ihre Heimat zurück.

Famtrip Alemania Romántica

famtrip-incoming_sunje2Del 16 al 21 de marzo 2009 Miller Reisen organizó un famtrip por Alemania, recorriendo el famoso circuito „Alemania Romántica“. 18 participantes de 5 países diferentes conocieron la gran variedad de paisajes, pueblos medievales y castillos de ensueño que ofrece el Sur de Alemania.

El tour empezó en Francfort, pasando por Heidelberg y su castillo y la Selva Negra, donde los participantes conocieron al Lago Titi y un taller de relojes cucú. Los invitados de Argentina, Brasil, España, México y Venezuela además visitaron las ciudades de Friburgo, Lindau, famtrip-incoming_sunje12Oberammergau y Garmisch, igual que la abadía de Ettal, la metrópoli de Munich y de Rotenburgo ob der Tauber, pueblo medieval por excelencia. El clima fue muy variado, tuvimos desde días soleados hasta nevadas repentinas. Las experiencias más destacadas de nuestros visitantes resultaron ser la subida a la montaña más alta de Alemania (la Zugspitze), la noche en la casa de la cerveza Hofbräuhaus en Munich y la visita de los castillos del Rey bávaro Luis II., el famoso “Rey loco”. Después de este tour que se desarrolló de manera muy amena y alegre, nuestros huéspedes regresaron a su países contentos y llenos de recuerdos inolvidables.

Die Moais auf der Osterinsel in Chile

Die Moais auf der Osterinsel zählen zu den größten Mysterien auf der Welt. Wie wurden sie gefertigt oder transportiert? Dies ist eine der Fragen, die heute noch offen sind.

osterinsel-moai1Das genaue Alter der Statuen ist noch unbekannt, jedoch gibt es Hinweise, dass die Kolossalfiguren in der zweiten Besiedlungswelle ab etwa 1400 n Chr entstanden sind. Der Zweck der Figuren ist auch umstritten. Man geht heute davon aus, dass sie berühmte Häuptlinge oder allseits verehrte Ahnen darstellen, die als Bindeglied zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt fungierten. Die Moais sind auf einer Plattform mit Blick auf die Insel aufgestellt, damit sie die Ansiedlung bewachen konnten.

Bezüglich der Herstellung der Moais gibt es auch viele Theorien. Es ist allerdings klar, dass nahezu alle  Statuen der Osterinsel von den Hängen des Vulkanes Ranu Raraku stammen, der aus einem weichen mit Lapilli durchsetzten Tuffstein besteht. Am Hang und im Krater des Rano Raraku befinden sich noch heute 397 Moais. Es gibt auch mehrere Theorien bezüglich des Transports zu dem endgültigen Bestimmungsort: mit Rollen, mit hölzernen Schienen, mit Schlitten oder aufrecht in einem Balkenkorsett.

Heutzutage sind die meisten Zeremonialanlagen, Plattformen und Moais mehr oder weniger zerstört. Jedoch besonders sehenswert ist der Ahu Tongariki unweit des osterinsel-rapa-nuiKraters Rano Raraku mit fünfzehn aufrecht stehenden Moais von beeindruckender Größe, die größte Zeremonialanlage im Pazifik.

Wenn Sie sich entscheiden, Südamerika zu besuchen, ist die Osterinsel bestimmt eine Reise wert.

Welt der Wunder – Peru Reise Impressionen von Harald Schmidt

Peru bietet Stätten uralter Hochzivilisationen, darunter die ältesten von ganz Amerika. Dazu gibt es viel Natur, wohl alle Landschaftsformen – Wüste und Steppe, Hochgebirge und Gletscher, tropischen  Dschungel. Eine multikulturelle Gesellschaft aus amerikanischen, asiatischen, afrikanischen und europäischen Wurzeln mit sehr freundlichen Menschen empfängt den Gast aus Europa.  

Der Wagen rollt auf der Panamericana, der Schnellstraße, die Alaska mit der chilenischen Südspitze Feuerland verbindet, gen Norden aus der Hauptstadt Lima heraus. Nach den letzten Vorstadtsiedlungen, die sich aus wilden Slums entwickelt haben kommt die Wüste. Riesige gelbe Sanddünen wetteifern mit den dunkelgrauen Bergen, den Ausläufern der Anden, in der Ferne. Links braust irgendwo der Pazifik. „Die Pazifik-Küste Perus ist seit einigen tausend Jahren Wüste.”, erklärt Napoleon Cava, der seine chinesischen Vorfahren nicht verleugnen kann und in der Küstenregion lebt. „Es sind die Auswirkungen des kalten Humboldt-Stromes im Pazifik. Der Wind bläst die Wolken weg. Es bleibt trocken.” 

pyramide_peruZiel ist die heilige Stadt Caral 182 km nördlich von Lima im Tal des Flusses Supe. Erst seit etwa zehn Jahren graben die Archäologen hier unter Leitung der peruanischen Wissenschaftlerin Ruth Shady Solis. Ans Tageslicht sind aus dem Wüstensand die Ruinen der ältesten Zivilisation von ganz Amerika gekommen. Erst seit Anfang dieses Jahrtausends kann der Ort am Rio Supe diesen Superlativ führen. Eine Sensation, denn noch bis vor kurzer Zeit wurde das 3.000 Jahre alte Chavin de Huántar nahe der heutigen Stadt Huaraz  in den nördlichen Anden Perus als älteste Zivilisation Amerikas bezeichnet. Die Geschichte musste neu geschrieben werden… Archäologen fanden in Caral Knochen, Trompeten aus Muscheln, Flöten aus Pelikanknochen und Stricke, mit denen kleinere Steine für die Bauten zu Paketen zusammengebunden wurden. Diese organischen Materialien ermöglichten eine exakte Altersbestimmung mit der Radiokarbon-Methode. Das Ergebnis: Vor etwa 4.960 Jahren bauten Menschen hier eine Hauptstadt für 4.000 Einwohner als Zentrum von 20 umliegenden Städten und Siedlungen. Dieser erste Staat hatte keine äußeren Feinde und brauchte kein Militär. Die Religion hielt die Gesellschaft zusammen. Das bilden die vielen heiligen Stätten sowie gefundene Opfergaben ab. Dazu gehören Tonfiguren für die Fruchtbarkeit oder das Skelett eines 23jährigen Mannes, der rituell geopfert worden war und in der der freigelegten Hauptpyramide lag.

Bauer Dino aus dem Nachbardorf, der als Assistent der Wissenschaftler Caral bestens kennt, erklärt: „Die Bauern pflanzten damals wie wir heute Kürbis, Bohnen, Chili, Mais, Baumwolle, Mate oder Süßkartoffeln. Sie bauten Bewässerungskanäle.”

Zu dieser Zeit waren die Menschen von Caral anderen Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent um 1.500 Jahre voraus. Sie hatten eine ähnliche Stufe wie die damaligen Gesellschaften in Mesopotamien, Ägypten, Indien und China erreicht. Das Besondere – Caral hatte zu diesen anderen Hochzivilisationen auf den anderen Erdteilen, die untereinander durch Handel verbunden waren, keinerlei Kontakt. Caral war eine isolierte Gesellschaft und entwickelte trotzdem eine hohe Zivilisation, die die Arbeitsteilung praktizierte, Wissenschaft, Technologien und Kunst entwickelte. Kenntnisse auf den Gebieten Astronomie, Geometrie, Arithmetik, Medizin, Kalender und Wetter, Verwaltung und Landwirtschaft waren auf hohem Niveau.

Die Ausgrabungen brauchen noch viel Zeit. Doch in den zehn Jahren wurde bereits viel geschafft: Freigelegt wurden in Caral einige Stufenpyramiden, die Grundmauern von Tempeln, Palästen, der Wohn- und Arbeitshäuser. Die Steine wurden beim Bau mit einem Lehm-Baumwollgemisch verbunden.

Beeindruckend ist die so genannte Große Pyramide mit 171 m Breite, 150 m Länge und 30 m Höhe als ein Zentrum vergangener Macht. Rätselhaft ist der dunkelgrau-grüne so genannte „Stehende Stein”, der im Zentrum von den sechs Pyramiden von Caral-Stadt und 32 im gesamten Staatsgebiet steht. Der 2,15 m hohe und 1,5 Tonnen schwere Obelisk aus Granit ist von einem Ort aus mindestens 150 km Entfernung geholt worden. In den Bergen der Umgebung gibt es diese Steinart nicht. „Wie das möglich war ohne Wagen – das ist bis heute ein Rätsel. Auch über den Verwendungszweck kann spekuliert werden. Diente er als Zeit- oder als Entfernungsmesser, für religiöse oder astronomische Zwecke ist eine unbeantwortete Frage.”, erklärt Bauer Dino stolz. Rätselhaft ist auch der Untergang dieser Hochkultur vor etwa 3.300 Jahren. Ist das politische System zusammengebrochen oder ist eine Dürreperiode die Ursache? Diese Frage kann noch nicht beantwortet werden. Als sicher gilt, dass die Einwohner von Caral beim Verlassen des Tales ihre Stadt selbst zerstörten.

„Diese Ausgrabungen in Caral sind auch in anderer Hinsicht etwas Besonderes.”, meint Leticia Gonzalez Mantilla. Sie studierte in Bonn Archäologie und führt heute den lamas_peruperuanischen Spezialreiseveranstalter South-American-Destination. „Es ist das erste Projekt in Peru, bei dem archäologische Forschung mit der einheimischen Bevölkerung und Tourismus verbunden wird. Die Archäologen stellen die Bauern der Umgebung nicht nur befristet als Hilfskräfte beim Ausbuddeln ein – so wie das bisher überall üblich ist. Sie schaffen ständige Arbeitsplätze als Touristenführer, Aufsicht, Handwerker oder Verkäufer. Das weckt die Motivation, diesen Arbeitsplatz zu schützen. In Caral wird wohl noch mehrere Jahrzehnte gegraben und geforscht werden. Diese Ausgrabungen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Infrastruktur in diesem ländlichen Gebiet wird entwickelt. 200 Arbeitsplätze hat die alte Caral-Kultur bereits heute geschaffen…”

Deutlich größere, allerdings wesentlich jüngere Pyramiden zum Zelebrieren von religiösen Ritualen und als Symbole der Macht gibt es überall in Nordperu. 26  gigantische Pyramiden wurden z. B. vor etwa 1000 Jahren aus ungebrannten Lehm-ziegeln nahe dem Dorf Tucumé von Hochkulturen vor den Inkas und den Spaniern erbaut. Begonnen hatte den Bau Sicán-Volk, andere Zivilisationen setzten das Werk fort. Besonders beeindruckend ist die riesige Pyramide Huaca Largha, die 700 m lag, 270 m breit und 30 m hoch ist – sozusagen ein von Menschenhand gebauter Berg – ein Tempelberg. „Mit insgesamt 260 Pyramiden im Gebiet ist es die größte Pyramidenstadt der Welt.”, erzählt mein Freund Napoleon wie ein Feldherr von der Spitze eines der Großbauwerke. Die Gegend ist eigentlich trocken, aber wenn es regnet, dann regnet es kräftig. Tropische Regengüsse haben im Laufe der Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen. Die Pyramiden sind ‚faltig’ geworden…

 

markt_peruDie Dame am Ticketschalter im provisorischen Container bleibt hart. Intensives Betteln hilft nicht. Die Tempelpyramiden El Brujo (der Hexer) 60 km nördlich der wunderbar erhaltenen Kolonialstadt Trujillo können nach langer Pause wieder besichtigt werden. Die Attraktion aber bleibt im benachbarten Beton-Hochsicherheitstrakt bis zur Eröffnung im März 2009 unter Verschluss: Die Mumie der Señora von Cao – wie eine 1700 Jahre alte Mumie von den Wissenschaftlern genannt wird. Sie lag nahe der Spitze der Pyramide Huaca de Cao mit einem geopferten jungen Mädchen begraben. Goldschmuck und andere wertvolle Grabbeigaben lassen auf eine höher gestellte Person schließen. Geheimnisvolle Tätowierungen und Waffen im Grab der jungen Frau mit langem schwarzem Haar geben heute den Wissenschaftlern Rätsel auf. Die Mumie, deren Fund erst vor drei Jahren für Schlagzeilen sorgte, gehörte zum Volk der Mochica. Das Gebiet dieser Pyramiden wird von den Archäologen als „Ebene der Fossilien” bezeichnet. Vor 60 Jahren begann man hier zu graben und zu forschen. Dieses Tal wird seit 5000 Jahren von Menschen besiedelt – von den ersten Fischern Perus bis zu den Hochkulturen der Mochica, Lambayeque, Chimu und den Spaniern als Kolonialherren.

Von der Stadt Huaraz führt die Straße Richtung Norden im Tal des Rio Santa zwischen den Schwarzen und Weißen Kordilleren vorbei an der Höhle Gusee_peruitarreros. Hier wurden bis zu 12.600 Jahre alte Spuren menschlicher Besiedlung entdeckt. Hinter Yungay, dem im Mai 1970 durch ein Erdbeben und einer Schlammlawine völlig zerstörten Ort, führt eine schmale Gebirgsstraße in die Weißen, weil mit Schnee bedeckten, Kordilleren vor bei am Huascaran, dem mit 6.768 m höchsten Berg von Peru. Es ist wohl eine der schönsten Bergketten von Südamerika. Mehrere Sechstausender reihen sich dicht aneinander. Eine Serpentinenpiste führt zu einer atemberaubenden Schlucht. An den Steilwänden halten sich unzählige Bromelien fest. Auf 3.800 m Höhe erreicht die schmale, staubige Piste die mit Gletscherwasser gefüllten Llanganuco-Lagunen – ein Seengebiet unglaublicher Schönheit inmitten der Berge.

 Harald Schmidt, Leipzig (LEIF)

Der Argentinier und sein Asado

Wer eine Argentinien Reise unternimmt, sollte das Land nicht wieder verlassen ohne mindestens einmal ein echtes „Asado“ erlebt zu haben. Das Asado criollo ist unter den Argentiniern ein vielgeliebter Brauch, ja fast schon ein Ritual und es vergeht kaum ein Wochenende, an dem der Argentinier nicht dieser Leidenschaft frönt. Im Grunde ist jeder Anlass (manchmal auch nur ein Vorwand) recht, um ein Asado zu machen, gerne auch spontan.
asadoWas ist ein Asado? Nüchtern betrachtet könnte man es wohl als „Grillessen“ bezeichnen: von der Blutwurst über das Rippchen bis hin zum Lendenfilet wird alles gegrillt, das im Entferntesten mit Fleisch zu tun hat. Aber natürlich ist es mehr als das! Für die Argentinier ist es ein Lebensgefühl! Man trifft sich meist am Samstag oder Sonntag (gerne auch an beiden Tagen) mit Familie, Freunden, Bekannten, Nachbarn…um zu grillen, tratschen, lachen, singen, essen und natürlich trinken, denn bei einem echten asado darf natürlich ein guter „vinito“ (ein „Weinchen“) nicht fehlen.

Es beginnt damit, dass der Asador, also der Grillmeister, den vorzugsweise gemauerten Grill (kein Argentinier, der etwas auf sich hält, würde sich mit einem aufklappbaren Grill zufrieden geben) liebevoll vorbereitet: alles wird gesäubert, das bereit liegende Holz wird nach strengsten Regeln angezündet (man beachte die Schichtung in 5 Stockwerken) und dann wird bei einem Wein und einem Gespräch unter Männern gewartet, bis das Feuer soweit herab gebrannt ist, dass man mit dem eigentlichen Grillvorgang beginnen kann. Währenddessen bereiten die weiblichen Teilnehmer des Asado Salate, Brot und vielleicht ein paar „papas fritas“ vor. Und natürlich darf auch das Chimichurri nicht fehlen, eine würzige Soße aus verschiedenen Zutaten, die zum Asado gehört wie das Fleisch selbst.

In gemütlicher Runde sitzt man dann zusammen und der Asador legt nacheinander verschiedenes Grillgut auf: auch hier sind strenge Regeln zu beachten. Man beginnt mit der Blutwurst und arbeitet sich dann über Bratwürstchen, Koteletts und durchwachsene Fleischstücke bis zum „Lomo“ vor, der Lende. Manch unerfahrener Gast, der diese Reihenfolge nicht kannte, hat sich wohl schon geärgert, dass er bereits beim Bife de Chorizo so satt war, dass er nicht mehr in den Genuss des Lomo kam. Auch mag man sich wohl etwas über die Mengen an Fleisch wundern, die pro Gast gerechnet werden: ca. 1 kg Fleisch pro Person kommen auf den Grill. Da verwundert es kaum, dass die Beilagen sich meist in Grenzen halten und sich auf ein bisschen Blatt- und Tomatensalat und etwas Brot beschränken.

Ein wichtiger Faktor bei einem Asado ist die Zeit. Oft beginnt man schon um die Mittagszeit, um dann bis in den späten Nachmittag oder Abend hinein zusammen zu sitzen. Nach dem Essen wird dann meist noch ein Mate herumgereicht, eine weitere argentinische Tradition. Der Matetee schmeckt etwas bitter, weshalb ihn die meisten gerne mit etwas Zucker trinken. Im Sommer erfreut sich allerdings auch die gekühlte Variante, der Tereré, großer Beliebtheit. Dabei wird der Mate statt mit Wasser mit Orangenlimonade (oder anderer Fruchtsaft) aufgefüllt und schmeckt sehr erfrischend. Gerne wird dabei auch noch gesungen oder das Bandoneon ausgepackt, je nach Talent der Anwesenden. Man kann durchaus verstehen, warum die Argentinier ihr asado so lieben und erst wenn man selbst daran teilgenommen hat, ist man richtig in Argentinien angekommen.

Wer nun bei seiner Reise durch Argentinien nicht das Glück hat, von einem Einheimischen zu einem Asado eingeladen zu werden, hat dennoch die Möglichkeit, eines mitzuerleben: in Buenos Aires gibt es ein Restaurant, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat, diesen Brauch auch Besuchern nahe zu bringen: Un Aplauso pal Asador, benannt nach der Sitte, dem Grillmeister nach einem gelungenen Asado zu applaudieren. In diesem Sinne: Guten Appetit!!

Ich habe einige Jahre in Argentinien gelebt und so manches Asado miterlebt. Als Ausländerin fand ich es besonders nett, zu den Asados bei Freunden eingeladen zu werden, da man dadurch gleich das Gefühl hatte, dazu zu gehören. Man lernte neue Leute kennen und konnte auf ungezwungene Weise Freundschaften knüpfen. Argentinien ist für mich zur zweiten Heimat geworden, Land und Leute haben mich von Anfang an begeistert. Ich kann es als Reiseland unbedingt empfehlen, da es einerseits viele landschaftliche Höhepunkte zu entdecken gilt (vor allem abseits der üblichen Touristenrouten) und man andererseits herzliche Menschen kennenlernen kann (mein Tipp: lernen Sie ein paar Wörter Spanisch, dann werden Sie von allen gleich ins Herz geschlossen).

Abenteuer Salzwüste – Salar de Uyuni in Bolivien

uyuni_jeepEin riesiges weißes Meer. Ein blendendes Weiß wohin das Auge reicht. Und dazu eine tiefe Stille. Faszinierend. Ich stehe am Rande des größten Salzsees der Erde und muss mir immer wieder sagen, dass das vor mir keine Eis- und Schneelandschaft ist sondern einfach nur Salz. In der Trockenzeit ist der bolivianische Salar de Uyuni eine weiße Wüste mit einer dicken Salzkruste, in der Regenzeit wird er zum Salzsee. Insgesamt auf 12.000 km² breitet sich dieser Salar aus. 12.000 km²  – da passt der Bodensee mehr als 20 Mal rein! Das muss man sich mal vorstellen.
Das Salz verzaubert nicht nur Touristen, sondern beschert den Bewohner dieser menschenfeindlichen Gegend auch ein karges Einkommen. Es wird von Lastwagen aus dem Salzsee heraustransportiert und in Colchani, am Rande des Salars, auf einfachste Weise verarbeitet. Zu Speisesalz, Kunsthandwerk und Baumaterial. Komplett aus Salz gebaut ist zum Beispiel das Salzhotel, das wir während unserer Tour kurz besichtigen.

Unsere insgesamt 3-tägige Tour startete am Morgen im einsamen bolivianischen Städtchen Uyuni. Mit dem Jeep fahren wir jetzt immer gerade isla_de_pescadoaus. Vorne alles weiß, hinten alles weiß, ich frage mich, wie sich der Fahrer in diesem weißen Meer eigentlich orientiert. Vielleicht an den riesigen Kandelaber-Kakteen, die am Horizont langsam erscheinen. Sie stehen auf der Isla Pescado, der größten Insel im Salar. Ein Kompass funktioniere hier jedenfalls nicht, wie mir unser Guide erklärt. Es sei auch inzwischen nicht mehr erlaubt, den Salar ohne Guide zu durchqueren. Einige Menschen hätten hier schon ihr Leben verloren: ihre Autos blieben in den „ojos de agua“ (Wasserlöchern) stecken, sie verirrten sich und fanden den Weg nicht mehr aus dem Salar heraus. Längeres Laufen erwies sich als schier unmöglich, da das aggressive Salz die Schuhsohlen zerfrisst…Schauergeschichten für die Touristen? Ich freue mich jedenfalls, als wir die Isla de Pescado mit den bis zu 10 Meter hohen Kakteen nun direkt vor uns sehen.

uyuni_salzhaufenWir sind nicht die einzigen, die die Schönheit der Insel und des umliegenden Salars genießen, insgesamt machen 15-20 Jeeps hier ihre Mittagspause. Für 10 Bolivianos Eintritt darf man einmal über die Insel wandern und das Klo benutzen. Die Aussicht vom höchsten Inselpunkt ist schlicht und einfach atemberaubend. Hinter dem endlosen Weiß kann man in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der chilenischen Anden ausmachen. Das Salz blendet stärker als Schnee, eine Sonnenbrille ist ein absolutes Muss. Trotz Höhe – der Salar liegt auf 3650 m – ist es hier oben nahe der Sonne erstaunlich warm. Aber nur tagsüber, nachts fallen die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt.
Nach der Mittagspause durchkreuzen wir den Salar weiter und erreichen am südlichen Ufer unsere Herberge. Das Weiß des Salars wird nun langsam vom Dunkel der Nacht verschluckt.

Am nächsten Tag geht es zu den farbigen Lagunen und Vulkanen an der bolivianisch – chilenischen Grenze – aber das ist eine andere Geschichte.

Urwaldabenteuer meiner Peru / Bolivien Reise

Urwald_PeruEinzigartige Erlebnisse im Regenwald Perus und Boliviens hatte ich während einer Reise im April 2008. Bei einem 1 wöchigen Aufenthalt in dieser Region hatte ich die Gelegenheit, 3 verschiedene Lodges zu besuchen. Für mich war es das erste Mal im Regenwald, und ich war sehr gespannt, was mich da erwarten würde.
Ein bisschen Angst hatte ich vor den vielen Tieren und auch Bedenken wegen des Wetters, da es im Regenwald besonders in der Regenzeit wahrscheinlich oft regnen würde. Gut gerüstet mit Moskitoschutz, langärmliger Kleidung und Fotoapparat landete ich dann auf dem Flughafen in Puerto Maldonado, wo mein Guide mich am Flughafen schon freudig erwartete.
Zuerst besichtigten wir sozusagen als Einstimmung auf die wilde Tierwelt eine Schlangenfarm in Puerto Maldonado. Beeindruckt von der Schönheit dieser Tiere (noch hinter einer schützenden Glasfront) starteten wir dann auf einem kleinen Motorkanu in Richtung Bolivien zur ersten Lodge, der Heath Wildlife Lodge auf bolivianischem Territorium.Schlange_Urwald
Die Fahrt auf dem Tambopata River und dem Heath River dauerte ca. 8 Stunden. Während der Fahrt war ich begeistert von der Regenwald Szenerie links und rechts des Flusses. Pagageien flogen über uns her, man konnte Affen brüllen hören und ab und zu einen Kaiman im Fluss sehen. Das letzte Stück bis zur Lodge legten wir während des Sonnenuntergangs zurück, einmalig. In der Lodge angekommen, empfing uns das Personal der Lodge mit Taschenlampen am Bootssteg und wir wanderten zu unseren Bungalows. Nach einem leckeren Abendessen im Gemeinschaftshaus der Heath Wildlife Lodge stand noch eine kurze Wanderung an, auf der wir eine schwarze Tarantel in ihrem Nest am Baum gesehen haben. Ich hätte nicht gedacht dass die so groß werden können. Der Guide erklärte uns noch das Programm für den folgenden Tag und wir gingen dann in die Bungalows zum Kraft tanken für den nächsten Tag. Vor lauter Geräuschen aus dem umliegenden Regenwald konnte ich gar nicht so recht schlafen, es war so spannend und so anders als zu Hause.

Frosch_urwald_peruAm nächsten Morgen verließen wir noch vor dem Frühstück die Lodge um mit dem Kanu zur Papageienlehmlecke zu fahren. An der Lehmlecke bietet sich frühmorgens bei Sonnenaufgang ein Naturschauspiel der besonderen Art, da die Papageien zum fressen hinkommen und die Lehmlecke mit ein wenig Glück von vielen Exemplaren in bunten Farben bevölkert wird. Wir sahen uns das Ereignis aus einiger Entfernung von der Flussmitte aus an, geschützt in einem großen Boot, auf welchem man durch kleine Sichtfenster die Tiere ungestört beobachten konnte. Während dieser Beobachtung gab es sogar Frühstück auf dem Boot.
Am Vormittag kehrten wir zurück zur Lodge und machten einige kleine Wanderungen auf den befestigten Pfaden rings um die Logde, vielleicht hätten wir sogar einen Jaguar sehen können. Aber tagsüber bekommt man diese Tiere wohl eher nicht zu Gesicht. Aber dafkaiman_urwald_peruür Affen und Schmetterlinge. Das Abendprogramm bestand aus einem Ausflug auf den Heath River, um Kaimane zu sehen. Bei Dunkelheit leuchten die Augen der Kaimane aus dem Fluss heraus, wir haben sehr viele Kaimane gesehen. Natürlich aus sicherer Entfernung.

Am nächsten Tag verließ ich die Heath Wildlife Lodge in Richtung Sandoval Lake Logde. Auf dem Weg im Motorkanu dahin besuchten wir ein Dorf mit Einheimischen, schenkten den Kindern kleine Mitbringsel aus Deutschland, und kauften den Frauen schönen selbstgebastelten Schmuck ab. Die Kanufahrt zum Bootssteg der Sandovallogde dauerte ca. 4 Stunden, das letzte Stück wanderten wir in Gummistiefeln in ca. 1 Stunde ducrh teilweise meterhohen Schlamm hindurch. Dann ging es mit einem Kanu über den Sandovalsee, welcher an der Lodge liegt. Die wunderschöne Lage der Logde an einem See inmitten des Regenwaldes entschädigte sofort für die vorab als etwas beschwerliche empfundene Anreise. In dieser Lodge verbrachte ich 1 Nacht, und genoss die Wanderungen auf dem Wegenetz des Regenwaldes. So viele schöne und teilweise riesige Pflanzen hatte ich vorher noch nie gesehen. Bisher hatte es übrigens noch kaum geregnet, obwohl ja Regenzeit war. Am nächsten Tag ging die Reise weiter über denurwald_peru_05 Tambopata River zur Tambopata Libertador Lodge. In dieser luxuriösen Lodge blieb ich für 2 Nächte.

Mein Guide der beiden vorhergehenden Lodges übergab mich sozusagen an einen neuen Guide, welcher mir dann in 2 Tagen das Gebiet um die Tambopata Logde zeigte. Endlich hatte ich das Glück einer frei kriechenden gelben Schlange zu begegnen, welcher aber vor lauter Angst ziemlich schnell wieder im Dickicht des Dschungels verschwunden war. Ich hatte wirklich all meinen Mut zusammengenommen und nichts gegen eine Anakonda einzuwenden gehabt, aber vielleicht war es gut so dass die Schlange doch bloss ganz klein und gleich wieder weg war…
An den Abenden beobachteten wir Kaimane. Und tagsüber machten wir einen Ausflug zu einem Oxbow See, auf dem wir uns im Piranha-Fischen versuchten. Einen habe ich gefangen, die anderen alle der Guide. Eine Obstplantage haben wir auch besucht, und Mangos, Bananen, Kaffe und Kakao geerntet.

Spinne_urwald_peruIch habe mir insgesamt nur 3 Mückenstiche zugezogen, wahrscheinlich weil ich trotz der Hitze die ganze Zeit in langärmligen Sachen und festen Schuhen unterwegs war… Und der Regen ab und zu war erträglicher als so mancher Regentag zu Hause. Und es hat mich entgegen meiner Befürchtungen auch kein wildes Tier angefallen, vielleicht ist das den Guides zu verdanken, welche die Tiere vor mir gewarnt haben.

Nach einer Woche im Regenwald musste ich leider die Rückreise antreten, als ich mich gerade erst richtig daran gewöhnt hatte. Aber fest steht dass ich irgendwann einmal in den Regenwald zurückkehren möchte, vielleicht mache ich dann eine Flusskreuzfahrt auf dem Amazonas?