Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Beiträge der Kategorie ‘Argentinien‘

ARGE Lateinamerika: Reisen sind auch in Krisenzeiten stark gefragt

Die Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika (ARGE) ist eine Organisation mit ca. 60 Mitgliedern in Form von Reiseveranstaltern. Ziel ist es gemeinsam den Tourismus in die Länder Lateinamerikas zu fördern. Deshalb bietet die ARGE Schulungen für Reisebüro-Mitarbeiter an, welche nun noch stärker ausgebaut werden sollen.

Auch wir – der Reiseveranstalter Miller Reisen - ist Mitglied in der ARGE Lateinamerika. Der gemeinsame Auftritt einiger ARGE Mitglieder auf zahlreichen Messen ermöglicht es, den Kunden Lateinamerika mit all seinen schönen Ländern schmackhaft zu machen.

cubamusiker-46381konvIm Hochsommer 2009 stehen zwei Berufsschulseminare in München auf dem Programm. Zusammen mit der Europäischen Reiseversicherung werden im Rahmen der Weltklasse-Experten-Akademie für Mitarbeiter der Best RMG Reisebüros zwei Tagesschulungen durchgeführt (20. Juni in München, 4. Juli in Frankfurt). An der Arge Roadshow können Reiseberater zwischen dem 8. und 10. September in Berlin, Hamburg und im Rheinland (Stadt steht noch nicht fest) teilnehmen. Argentinien präsentiert sich in Leipzig und Dresden (1. und 3. September). Informationen und Anmeldungen unter info@lateinamerika.org.

Der Tourismus in die Länder Lateinamerikas entwickelt sich zur Zeit stabiler als zu asiatischen Zielen. Erfreulich sei, dass Kolumbien nicht mehr nur bei Spezialisten sondern zunehmend in den Katalogen von Veranstaltern wie Dertour, Neckermann oder Studiosus präsent ist, so der der Arge-Vorsitzende Andreas Gross. “Das Land ist sicherer geworden, auch Rundreisen sind inzwischen problemlos machbar”, sagt er. Und: Angebot und Nachfrage bus_istock_47527511nach Kreuzfahrten in und um Südamerika steigen. Weniger begeistert ist Gross über die Preissteigerungen der Hotellerie in Brasilien, die zum Teil bei mehr als 20 Prozent liegen. Auch Peru sei teurer geworden.
Der Arge Lateinamerika haben sich drei weitere Unternehmen angeschlossen: Chiletouristik (Frankfurt), Perus Incoming Agentur Setours sowie Kontour Exklusiv Reisen, die Kolumbien und die Andenländer anbietet. Eine Übersicht über die Arge-Mitglieder sowie Infos über Lateinamerika fiden sich auch in der neuen Ausgabe des Magazins América Latina.

Falkland Inseln oder Islas Malvinas?

Am heutigen 2. April feiert man in Argentinien den „Gedenktag der Gefallenen im Malvinas-Krieg”. Wie die Bezeichnung schon zeigt, sind die Argentinier selbst 27 Jahre nach Kriegsende nicht gewillt, die englische Souveränität der Inseln kampflos anzuerkennen. Im sogenannten „Guerra de las Malvinas”, bei uns eher bekannt als Falklandkrieg, versuchten die Argentinier, die Inselgruppe im Südatlantik zu erobern, was jedoch scheiterte. Der Konflikt dauerte gerade mal 3 Monate, von April bis Juni 1982, war jedoch auf beiden Seiten verlustreich.

Das Ereignis hat heutzutage Tage wieder an Aktualität gewonnen. Bei einem Treffen in der vergangen Woche mit der argentinischen Präsidentin Kirchner hat der britische Premierminister Brown noch einmal bekräftigt, dass es an der Souveränität der Falklandinseln „nichts zu rütteln gebe”. Fernandez hatte Gespräche über die Insel gefordert, die viele ihrer Landsleute als argentinisches Staatsgebiet betrachten.

In Argentinien führte der Ausgang des Krieges zum Sturz der damals regierenden Militärjunta und zur Wiederherstellung des demokratischen Systems: bei Wahlen, die von der Militärjunta angesetzt wurden, konnte sich 1983 Raúl Alfonsín durchsetzen, der in Argentinien noch heute als Symbol für die Rückkehr zur Demokratie gilt. Alfonsín ist Anfang dieser Woche nach langer Krankheit verstorben und man hat nun eine dreitägige Staatstrauer anberaumt, die sinnigerweise genau mit dem Gedenktag des Falklandkrieges zusammenfällt, der wiederum Alfonsíns Sieg in gewisser Weise erst ermöglichte.

falkland-inselnNun verständigten sich Kirchner und Brown darauf, die Aufnahme von Flugverbindungen zwischen den Falkland Inseln und Südamerika voranzutreiben. Zum einen fordern die rund 2900 Inselbewohner dies vor allem aus geschäftlichen Gründen, zum anderen wünschen sich viele Argentinier eine solche Flugverbindung, um auf den Falkland-Inseln die Gräber ihrer im Krieg gegen Großbritannien gefallenen Angehörigen besuchen zu können.

Unabhängig von der politischen Zugehörigkeit der Inseln, werden sie in den Köpfen der Argentinier wohl immer die „Islas Malvinas” bleiben, auch wenn der Rest der Welt sie als „Falklandinseln” bezeichnet.

Geld & Währung in Argentinien – nützliche Tipps für Ihre Reise

argentinien_geldEigentlich kann mit deutschen EC-Bankkarten sowie Kreditkarten problemlos Geld an allen Bankautomaten in Argentinien abgehoben werden. Ende April 2008 wurde jedoch ein sehr niedriges Limit pro Automatenbesuch eingeführt. So können seitdem nur noch 300 Peso (umgerechnet etwa 61 Euro) pro Einzelaktion abgehoben werden. Die maximale Anzahl an Transaktionen liegt bei 10 pro Tag, wenn Sie es an verschiedenen Automaten versuchen. Es fallen allerdings bei jeder Transaktion von neuem Gebühren an. Vor einer Argentinien-Reise sollte man dies also beachten und dementsprechend planen. Man sollte daher ausreichend Bargeld mit sich führen. Dollar lassen sich im ganzen Land, Euros in Buenos Aires und in größeren Städten problemlos umtauschen.

Viele deutsche Banken bieten eine bestimmte Anzahl an gebührenfreien Abhebungen im Ausland an. Erkundigen Sie sich bitte hierzu bei Ihrer Bank.

 

Und dank des netten Hinweises hier ein Bild der aktuellen Währung, dem argentinischen Peso:

peso_argentino

Die Legende der Iguazu (Iguaçu) Wasserfälle im Dreiländereck Brasilien, Argentinien, Paraguay

iguacuIguazu - übersetzt die „Großen Wasser” – liegt im Dreiländereck Argentinien - Brasilien - Paraguay und ein Besuch dieses einmaligen Naturschauspiels ist ein MUSS für jeden Südamerika-Reisenden.

Im Jahre 1542, während einer Reise über den Atlantik nach Asuncion in Paraguay, entdeckte der Spanier Alvar Nunez Cabeza de Vaca die von ihm benannten „Santa Maria Fälle”. Dieser Name konnte sich nie etablieren und so entstand der einfache Name „Große Wasser” = Iguazu.

Um 1609 kamen die ersten Jesuiten Missionare in die Region der Guarani, der Einwohner der Provinz Corrientes und Missiones. Deren Hauptaufgabe war, die Indianer zu „evangelisieren” und Ihnen Bildung und Organisation beizubringen. Die Guarani und die Jesuiten Priester bildeten ein in Lateinamerika einzigartiges Netzwerk – in über 30 Städten waren sie präsent, bis in den Süden von Brasilien und Paraguay.

1768 wurden die Jesuiten wegen politischen Streitigkeiten mit der spanischen Krone vertrieben, und der Iguazu Nationalpark wurde 1934 gegründet – ein Gebiet von ca. 67.620 Hektar Fläche. 40 Jahre später erklärte die UNESCO den Park zum Weltnaturerbe.

Im Park ist immer noch sehr deutlich der Einfluss der Guarani-Ureinwohner zu spüren. Die Handarbeiten und auch die Sprache der Guarani sind die wichtigsten Hilfsmittel zum Erhalt deren Kultur. Sie leben in einem „Reservat” am Rande der Stadt Iguazu.

Die Legende der Fälle:

Vor ganz langer Zeit lebte eine riesige Schlage namens „Mbói” im Iguazu Fluss. Einmal im Jahr warfen die Guarani eine junge schöne Frau in den Fluss als Opfer für Mbói. Viele Stämme, auch die weit entfernten, wurden zu dieser Zeremonie eingeladen. Während einer dieser Zeremonien traf „Tarobá” ein junger Häuptling, die schöne „Naipí”, welche als Opfergabe ausgesucht wurde. Er versuchte mit allen Mitteln, Naipí zu retten und sprach mit den obersten Stammesherren. Aber alles was er versuchte war erfolglos. Deshalb entführte er Naipí in der Nacht vor der Zeremonie und floh über den Fluss. Als Mbói bemerkte, dass die Jungen entflohen, windete er sich sehr wütend unten im Fluß und erreichte so, dass die Felsen zu beben begannen und sich durch dieses Erzittern der Erde das große Kliff bildete, heute genannt die Iguazu Fälle.

Als Strafe für Naipí und Tarobá verwandelte Mbói die beiden in Bäume, diese stehen heute im oberen Teil der Fälle. Es wird erzählt, dass das Wasser, welches die Fälle hinunterfließt, das wunderschöne Haar von Naipí wäre und dass sich Mboí hinter dem Teufelschlund – dem größten und mächtigsten Wasserfall in diesem Gebiet – versteckt, um die jungen Liebenden voneinander fern zu halten. Jedoch, an sonnigen Tagen, verbindet die jungen Liebenden der große und einmalige Regenbogen miteinander und erinnert uns an deren einzigartige Liebe.

Endlich ist die Entstehung der berühmten und beeindruckenden Iguazú- Wasserfälle geklärt, und wenn dabei eine so schöne und romantische Legende dahintersteckt, umso besser… nur schade, dass solche Romanzen oft unglücklich enden müssen… fast wie im richtigen Leben.

Explora Hotels, neuer Club gegründet

Nachdem meine beiden Kolleginnen und ich schon alle in den Genuss eines EXPLORA Besuchs kommen durften und davon restlos begeistert waren, freuen wir uns über folgende Meldung des Unternehmens:

Auf Grund der steigenden Zahl an wiederkehrenden Gästen hat sich EXPLORA dazu entschlossen einen exklusiven Klub, den „Club Exploradores del Sur de América (CESA)” zu gründen um die Treue seiner Kunden zu belohnen bzw. einen Anreiz für einen erneuten Besuch zu schaffen. 

explora_patagaoniaVorteile dieses Klubs sind u.a. ein Rabatt von 5% auf die jeweilige Buchung sowie 5% Rabatt für eine Begleitperson. Zudem werden die Kunden entweder bei Buchung oder Check-In, je nach Verfügbarkeit, kostenlos in eine höhere Zimmerkategorie gebucht und mit einem sogenannten „Welcome Pack” begrüßt.

EXPLORA eröffnete sein erstes Hotel 1993 im Torres del Paine Nationalpark, einem der schönsten Nationalparks der Welt, ganz am Südzipfel Chiles. 1998 folgte das zweite Hotel in der Oase von San Pedro in der Atacama Wüste. Das Hotel wurde kürzlich komplett renoviert und verfügt seit einiger Zeit über eine eigene hochwertige Sternwarte. Im Dezember 2007 öffnete das dritte Haus der EXPLORA Kette auf der Osterinsel, das erste mit dem Umweltzertifikat LEED ausgezeichnete Hotel Südamerikas. Für 2010 plant EXPLORA die Eröffnung eines neuen Hotels im Valle Sagrado in Peru.

„We shall not cease from exploration” ist einer der Leitsprüche des Unternehmens. Schon bei der Ankunft in den Hotels fällt der sehr persönliche Service auf, den alle Mitarbeiten versuchen zu den Gästen aufzubauen. Es werden geniale Touren mit geschulten Guides angeboten, darunter fallen Ausflüge in die schönsten Ecken des Landes wie zum Beispiel in der Atacama Wüste ins Valle de la Muerte inklusive Sanddünenhüpfen, aufregende Klettertouren in Salzschluchten oder schwimmen in den heißen Quellen von Puritama, natürlich immer mit dabei frisch gepresste Obstsäfte und andere Leckereien. Es soll schließlich für alles gesorgt sein bei EXPLORA. Die gesamte Argentinien/Chile Abteilung kommt noch immer bei diesen Erinnerungen ins Schwärmen….

Der Argentinier und sein Asado

Wer eine Argentinien Reise unternimmt, sollte das Land nicht wieder verlassen ohne mindestens einmal ein echtes „Asado“ erlebt zu haben. Das Asado criollo ist unter den Argentiniern ein vielgeliebter Brauch, ja fast schon ein Ritual und es vergeht kaum ein Wochenende, an dem der Argentinier nicht dieser Leidenschaft frönt. Im Grunde ist jeder Anlass (manchmal auch nur ein Vorwand) recht, um ein Asado zu machen, gerne auch spontan.
asadoWas ist ein Asado? Nüchtern betrachtet könnte man es wohl als „Grillessen“ bezeichnen: von der Blutwurst über das Rippchen bis hin zum Lendenfilet wird alles gegrillt, das im Entferntesten mit Fleisch zu tun hat. Aber natürlich ist es mehr als das! Für die Argentinier ist es ein Lebensgefühl! Man trifft sich meist am Samstag oder Sonntag (gerne auch an beiden Tagen) mit Familie, Freunden, Bekannten, Nachbarn…um zu grillen, tratschen, lachen, singen, essen und natürlich trinken, denn bei einem echten asado darf natürlich ein guter „vinito“ (ein „Weinchen“) nicht fehlen.

Es beginnt damit, dass der Asador, also der Grillmeister, den vorzugsweise gemauerten Grill (kein Argentinier, der etwas auf sich hält, würde sich mit einem aufklappbaren Grill zufrieden geben) liebevoll vorbereitet: alles wird gesäubert, das bereit liegende Holz wird nach strengsten Regeln angezündet (man beachte die Schichtung in 5 Stockwerken) und dann wird bei einem Wein und einem Gespräch unter Männern gewartet, bis das Feuer soweit herab gebrannt ist, dass man mit dem eigentlichen Grillvorgang beginnen kann. Währenddessen bereiten die weiblichen Teilnehmer des Asado Salate, Brot und vielleicht ein paar „papas fritas“ vor. Und natürlich darf auch das Chimichurri nicht fehlen, eine würzige Soße aus verschiedenen Zutaten, die zum Asado gehört wie das Fleisch selbst.

In gemütlicher Runde sitzt man dann zusammen und der Asador legt nacheinander verschiedenes Grillgut auf: auch hier sind strenge Regeln zu beachten. Man beginnt mit der Blutwurst und arbeitet sich dann über Bratwürstchen, Koteletts und durchwachsene Fleischstücke bis zum „Lomo“ vor, der Lende. Manch unerfahrener Gast, der diese Reihenfolge nicht kannte, hat sich wohl schon geärgert, dass er bereits beim Bife de Chorizo so satt war, dass er nicht mehr in den Genuss des Lomo kam. Auch mag man sich wohl etwas über die Mengen an Fleisch wundern, die pro Gast gerechnet werden: ca. 1 kg Fleisch pro Person kommen auf den Grill. Da verwundert es kaum, dass die Beilagen sich meist in Grenzen halten und sich auf ein bisschen Blatt- und Tomatensalat und etwas Brot beschränken.

Ein wichtiger Faktor bei einem Asado ist die Zeit. Oft beginnt man schon um die Mittagszeit, um dann bis in den späten Nachmittag oder Abend hinein zusammen zu sitzen. Nach dem Essen wird dann meist noch ein Mate herumgereicht, eine weitere argentinische Tradition. Der Matetee schmeckt etwas bitter, weshalb ihn die meisten gerne mit etwas Zucker trinken. Im Sommer erfreut sich allerdings auch die gekühlte Variante, der Tereré, großer Beliebtheit. Dabei wird der Mate statt mit Wasser mit Orangenlimonade (oder anderer Fruchtsaft) aufgefüllt und schmeckt sehr erfrischend. Gerne wird dabei auch noch gesungen oder das Bandoneon ausgepackt, je nach Talent der Anwesenden. Man kann durchaus verstehen, warum die Argentinier ihr asado so lieben und erst wenn man selbst daran teilgenommen hat, ist man richtig in Argentinien angekommen.

Wer nun bei seiner Reise durch Argentinien nicht das Glück hat, von einem Einheimischen zu einem Asado eingeladen zu werden, hat dennoch die Möglichkeit, eines mitzuerleben: in Buenos Aires gibt es ein Restaurant, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat, diesen Brauch auch Besuchern nahe zu bringen: Un Aplauso pal Asador, benannt nach der Sitte, dem Grillmeister nach einem gelungenen Asado zu applaudieren. In diesem Sinne: Guten Appetit!!

Ich habe einige Jahre in Argentinien gelebt und so manches Asado miterlebt. Als Ausländerin fand ich es besonders nett, zu den Asados bei Freunden eingeladen zu werden, da man dadurch gleich das Gefühl hatte, dazu zu gehören. Man lernte neue Leute kennen und konnte auf ungezwungene Weise Freundschaften knüpfen. Argentinien ist für mich zur zweiten Heimat geworden, Land und Leute haben mich von Anfang an begeistert. Ich kann es als Reiseland unbedingt empfehlen, da es einerseits viele landschaftliche Höhepunkte zu entdecken gilt (vor allem abseits der üblichen Touristenrouten) und man andererseits herzliche Menschen kennenlernen kann (mein Tipp: lernen Sie ein paar Wörter Spanisch, dann werden Sie von allen gleich ins Herz geschlossen).

Argentinische Regierung setzt Waldschutzgesetz in Kraft

aufforstungsflachen-ivDie argentinische Regierung will ein Waldschutzgesetz umsetzen, das bereits seit 2 Jahren in der Schublade liegt, aber bisher von der Lobby der Großgrundbesitzer bekämpft wurde.

Anlass dieses plötzlichen Aktionismus sind verheerende Umweltschäden, die derzeit im Nordwesten des Landes durch Starkregenfälle zu verzeichnen sind.

Einen entsprechenden Presseartikel kann man hier lesen.

Was das mit uns zu tun hat? Selbstverständlich sind wir als Reiseveranstalter an einer intakten Umwelt in Lateinamerika interessiert und das beschränkt sich bei weitem nicht nur auf den Erhalt des Amazonasregenwaldes. Um den Klimawandel zu bremsen, die Reisen unserer Kunden klimaneutral zu stellen und nicht zu letzt um der zunehmenden Entwaldung in Südamerika etwas entgegen zu setzen, arbeiten wir als Unternehmen seit nunmehr 3 Jahren an einem großen Waldprojekt in Südamerika. Mehr dazu von mir später, Info gibt es schon mal hier Miller Forest.

Kreuzfahrt durch die Wunderwelt Antarktis

Marco Polo in der AntarktisTango, Eisberge & Pinguine – das versprach der Titel einer Reise in die Antarktis und nach Feuerland. Und es stimmte ! Das alles – und noch viel mehr, gab es auf dieser Kreuzfahrt mit der Marco Polo zu erleben.
Von Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, ging es zuerst am berühmt-berüchtigten Kap Hoorn vorbei. Dann durch die Drake Passage zur Antarkitschen Halbinsel. Port Lockroy, die erste Station, hat nicht nur Pinguine zu bieten, sondern auch das südlichste Postamt der Welt.
Schnell noch im alten Jahr eine Karte an die Lieben zuhause geschrieben, Pinguin-Briefmarke drauf und ab in den roten englischen Postkasten.
Weiter geht es Richtung Süden über den Polarkreis bis zur Packeisgrenze zur Position 68° 12‘ S  67°58‘ W. Hier umkreisen wir einen Tafeleisberg um Mitternacht. Es ist hell, extrem windig und deshalb sehr kalt.
Adelie PinguineAn Bord erfahren wir bei Vorträgen mehr über Eisberge, Gletscher und Wale. Vor allem die Pinguine mit ihrem schwarzen „Frack“ begeistern mich. In der Antarktis leben viele verschiedene Arten. Wir sehen Eselspinguine, Zügelpinguine und Adelie Pinguine bei unseren Anlandungen.
Eine Kreuzfahrt in der Antarktis ist aber landschaftlich auch ein besonderes Erlebnis. Vorbei an großen schneebedeckten Bergen mit Ihren bläulich schimmernden Gletschern und den herrlichen Buchten in denen still Eisberge treiben.
Stationen unserer Reisen sind: Neumayer Kanal, Gerlach Straße, Paradise Bay, Errera Kanal, WilheKoenigspinguine auf Falklandlmina Bucht, Deception Island und King George Island.

Das abschließende Highlight der Reise war dann für mich eher unerwartet: Wer schon immer einmal Königspinguine sehen wollte, der hat dazu auf den Falkland-Insel die Gelegenheit. Mit einem Allradfahrzeug geht es an eine Bucht mit mehreren Hundert Königspinguinen, die man aus allernächster Nähe beobachten kann.
Auf der kleinen Insel Westpoint Island, die auch zu Falkland gehört, teilen sich die kleinen Felsenpinguine ihre Kolonie mit den majestätisch dahingleitenden Albatrossen.

Ach ja – im Titel war ja auch noch Tango erwähnt. Den gab es reichlich noch in Buenos Aires.

Gefängnis für kriminelle Tiere

Von meiner letzten Reise durch Argentinien und Chile habe ich Ihnen folgende Anekdote mitgebracht, die ich wirklich witzig finde.

Colonia Carlos Pellegrini ist ein verschlafenes Nest im Nordosten Argentiniens, umgeben von den Iberá Sümpfen. Wer per Zufall zur Siesta Zeit oder an einem Sonntag ankommt, dem muss es vorkommen wie ein Geisterdorf da man auf den sandigen Pisten keine Menschenseele antrifft. Besuchern die nachts ankommen, ist es schon passiert, dass sie am Dorf vorbei gefahren sind, da die spärlich gestreuten Strassenlaternen zur Hälfte nicht funktionieren und sowieso nur ganz schwach schummern.

Auf den zweiten Blick und bei längerem Aufenthalt (was sich unumstritten lohnt – befindet sich doch das Dorf inmitten des Naturschutzgebietes) entdeckt das Besucherauge jedoch ein geschäftiges Tun und Treiben. Und zwar nicht nur von den zweibeinigen Einwohnern der Kolonie sondern insbesondere auch von den Vierbeinern. Auf 600 menschliche Einwohner kommen im Dorf mindestens doppelt so viele Pferde, ebenso viele Hunde, etwa halb so viele Kühe und einen Esel. Das ist an und für sich noch keine Seltenheit in diesem Land; aber hier in Pellegrini laufen, rennen, grasen, galoppieren und bocken diese Tiere alle frei im Dorf herum.

EselDer bekannteste von allen ist der Esel, benannt Toki – das bedeutet „Häuptling“ in der Sprache der Argentinischen Ureinwohner. Er gehört zur Irupé Lodge, einer exklusiven Ökolodge am Ufer des Iberá Sees. Wenn ihn die Gäste der Lodge nicht grad mit Keksen und Früchten füttern, dann nimmt er sein Schicksal selbst unter die Hufe und klappert die Kolonie ab. Angetrieben von seiner Lebensphilosophie, die ungefähr wie folgt zusammengefasst werden kann: Futter, Flausen, Freunde (Reihefolge massgeblich).
Zu seinen Hauptaktivitäten gehört das Durchsuchen aller Kioskabfalleimer (wer schon mal in Argentinien war, weiss dass es auf ca. 10 Häuser einen Kiosk gibt). Wenn er nicht fündig wird, dann bedient er sich auch sehr gerne direkt ab den Regalen – dazu macht er ganz selbständig die Türen auf. Gut besetzte Terrassen von Restaurants ziehen ihn ebenfalls magisch an, meist gibt es da ja etwas zu erhaschen: Entweder von den Touristen (jöh ist der süss!) oder von den verzweifelten Restaurant Besitzern (hau ab du blödes Vieh!). Wenn es nirgendwo etwas zu knabbern gibt oder wenn sein Magen voll ist, dann stellt er gerne Unfug an. Sein Favorit ist der Besuch bei den Konkurrenz Hotels der Lodge wo er in die Waschküchen einbricht und sich mit der weissen Bettwäsche vergnügt. Er zerrt die im Wind trocknenden weissen Fahnen gnadenlos runter und wälzt sich genüsslich drauf rum, was ihm wohl wie ein Parfümbad vorkommen muss. Wenn des Guten noch nicht genug, dann galoppiert er mit seinen Pferde- und Ponyfreunden bis zur Plaza San Martin (das Heiligtum jedes Argentinischen Dorfzentrums), wo sie gemeinsam Löcher in den englischen Rasen mampfen und ihre Haufen setzen.

Wäre Toki nicht ein clownartiges Unikum und die Einwohner nicht extrem tierfreundlich gesinnt, dann wäre er wohl schon lange bei Nacht und Nebel verschwunden. So behilft sich aber die Dorfbevölkerung von Pellegrini einer anderen Methode: Der Polizei. Die Hüter des Gesetzes werden regelmässig von einem erzürnten Pellegrinero vom Mate trinken weg auf den Tatort bestellt. Dort fangen sie heldenhaft den Täter ein (nicht ganz einfach), führen ihn dann auf die Polizei ab (schon eher schwierig) und sperren ihn dort auf der Gefängnisweide ein (fast ein Ding der Unmöglichkeit). Da fristet er dann ein paar Stunden Gefangenen Dasein zusammen mit anderen Plaza-San-Martin-Vandalen (Pferde oder Kühe) bis seine Besitzer die Rechnung der zerstörten Objekte beglichen haben und ihn gegen ein Kopfgeld von 10 Pesos wieder raus lösen. Geschieht das nicht am gleichen Tag, dann steht den Policias eine schlaflose Nacht bevor, denn Toki ist ein Ausbrecherkönig sondergleichen und hat ein besonderes Flair morgens um 5 Uhr sein herzzerreissendes I-aah anzustimmen.

Heimliche Beobachter behaupten, er strecke den Polizisten beim Verlassen der Gefängnisweide die Zunge raus. In Colonia Carlos Pellegrini ist man der Meinung, dass der langohrige Vandale zum Dorfbild gehöre. Seine Besitzer begleichen auch heute noch geduldig die Rechnungen seiner Untaten. Bis anhin sind alle Erziehungsversuche an Toki gescheitert. Zum Glück sind die vierbeinigen Einwohner Pellegrinis den zweibeinigen in der Zahl überlegen.