Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Beiträge von Sonja Mohne

Argentinien: Der Perito Moreno Gletscher wächst noch!

Diese interessanten Informationen haben wir bei www.spiegel.de gefunden:   

Endlich mal eine gute Nachricht in Sachen Klimawandel: trotz der allgemeinen Hiobs-Botschaften bzgl. Erderwärmung und Gletscherschmelzen gibt es einen Gletscher im argentinischen Patagonien, der noch wächst.

Der berühmte Perito Moreno Gletscher im Los Glaciares Nationalpark ist der Touristenmagnet schlechthin.perito-moreno1

Sein Kalben, also das Abbrechen großes Eisstücke unter ohrenbetäubendem Lärm, ist sehr imposant.

Miller Reisen bieten Touren zum Gletscher an, diese finden Sie unter dem Namen „Patagonia Classics“. Unter anderem können wir auch das sogenannte „Mini-Trekking” auf dem Gletscher selber für Sie buchen. Ein einzigartiges Erlebnis!

Es erfordert keine besondere körperliche Kondition und kann von jedermann (bis 60 Jahre) gemacht werden.

Der “VolcanoTrain” kommt ins chilenische Seengebiet

volcanoEine Gruppe von mehreren Unternehmern hat ein Projekt angeschoben, um die chilenische Seenregion mit einem „Klassiker” zu erweitern: ein Zug soll eine Rundtour von ca. 45 km entlang der spektakulärsten Szenerien der Region befahren, vorbei am Llanquihue-See und den 3 berühmten Vulkanen Osorno, Puntiagudo und Calbuco.boot_frueh1

Durch die Sanierung einer alten Zugmaschine und 7 Waggons mit Platz für je ca. 60 Passagiere soll dieses neue Produkt ein weiteres Highlight und eine Attraktion der Seenregion werden. An Bord werden für die Region typische und – laut Aussage der Projektorganisatoren – sehr leckere Speisen angeboten.

Der Zug soll ab September 2009 in Einsatz kommen, genau richtig, um die in Puerto Varas bzw. Frutillar stattfindende Tourismusmesse Travel Mart Latin America zu umrahmen.

Der Vulkan Osorno in Chile erlangt weltweite Aufmerksamkeit

osorno_istock_5618821Der Osorno ist ein 2.652 m hoher Vulkan in Südchile. Er liegt in der Region de los Lagos (Region X) einige Kilometer östlich des Llanquihue-See und besteht aus 18 erloschenen Kratern. Er gilt als kleiner Berg Fuji. Der Osorno ist eines der beliebtesten Touristenziele Chiles, dies sicher nicht ohne Grund.

Er wurde bei einem weltweiten Voting übers Internet zum eindruckvollsten und imposantesten Vulkan der Welt gewählt.

Mit über 15.000 Stimmen läuft der Schöne mit seiner ebenmäßigen, kegelförmigen, meist schneebedeckten Kappe sogar den starken Konkurrenten Mount Kilimanjaro und Mount Fuji deutlich den Rang ab.

Die Legende der Iguazu (Iguaçu) Wasserfälle im Dreiländereck Brasilien, Argentinien, Paraguay

iguacuIguazu - übersetzt die „Großen Wasser” – liegt im Dreiländereck Argentinien - Brasilien - Paraguay und ein Besuch dieses einmaligen Naturschauspiels ist ein MUSS für jeden Südamerika-Reisenden.

Im Jahre 1542, während einer Reise über den Atlantik nach Asuncion in Paraguay, entdeckte der Spanier Alvar Nunez Cabeza de Vaca die von ihm benannten „Santa Maria Fälle”. Dieser Name konnte sich nie etablieren und so entstand der einfache Name „Große Wasser” = Iguazu.

Um 1609 kamen die ersten Jesuiten Missionare in die Region der Guarani, der Einwohner der Provinz Corrientes und Missiones. Deren Hauptaufgabe war, die Indianer zu „evangelisieren” und Ihnen Bildung und Organisation beizubringen. Die Guarani und die Jesuiten Priester bildeten ein in Lateinamerika einzigartiges Netzwerk – in über 30 Städten waren sie präsent, bis in den Süden von Brasilien und Paraguay.

1768 wurden die Jesuiten wegen politischen Streitigkeiten mit der spanischen Krone vertrieben, und der Iguazu Nationalpark wurde 1934 gegründet – ein Gebiet von ca. 67.620 Hektar Fläche. 40 Jahre später erklärte die UNESCO den Park zum Weltnaturerbe.

Im Park ist immer noch sehr deutlich der Einfluss der Guarani-Ureinwohner zu spüren. Die Handarbeiten und auch die Sprache der Guarani sind die wichtigsten Hilfsmittel zum Erhalt deren Kultur. Sie leben in einem „Reservat” am Rande der Stadt Iguazu.

Die Legende der Fälle:

Vor ganz langer Zeit lebte eine riesige Schlage namens „Mbói” im Iguazu Fluss. Einmal im Jahr warfen die Guarani eine junge schöne Frau in den Fluss als Opfer für Mbói. Viele Stämme, auch die weit entfernten, wurden zu dieser Zeremonie eingeladen. Während einer dieser Zeremonien traf „Tarobá” ein junger Häuptling, die schöne „Naipí”, welche als Opfergabe ausgesucht wurde. Er versuchte mit allen Mitteln, Naipí zu retten und sprach mit den obersten Stammesherren. Aber alles was er versuchte war erfolglos. Deshalb entführte er Naipí in der Nacht vor der Zeremonie und floh über den Fluss. Als Mbói bemerkte, dass die Jungen entflohen, windete er sich sehr wütend unten im Fluß und erreichte so, dass die Felsen zu beben begannen und sich durch dieses Erzittern der Erde das große Kliff bildete, heute genannt die Iguazu Fälle.

Als Strafe für Naipí und Tarobá verwandelte Mbói die beiden in Bäume, diese stehen heute im oberen Teil der Fälle. Es wird erzählt, dass das Wasser, welches die Fälle hinunterfließt, das wunderschöne Haar von Naipí wäre und dass sich Mboí hinter dem Teufelschlund – dem größten und mächtigsten Wasserfall in diesem Gebiet – versteckt, um die jungen Liebenden voneinander fern zu halten. Jedoch, an sonnigen Tagen, verbindet die jungen Liebenden der große und einmalige Regenbogen miteinander und erinnert uns an deren einzigartige Liebe.

Endlich ist die Entstehung der berühmten und beeindruckenden Iguazú- Wasserfälle geklärt, und wenn dabei eine so schöne und romantische Legende dahintersteckt, umso besser… nur schade, dass solche Romanzen oft unglücklich enden müssen… fast wie im richtigen Leben.

Gefängnis für kriminelle Tiere

Von meiner letzten Reise durch Argentinien und Chile habe ich Ihnen folgende Anekdote mitgebracht, die ich wirklich witzig finde.

Colonia Carlos Pellegrini ist ein verschlafenes Nest im Nordosten Argentiniens, umgeben von den Iberá Sümpfen. Wer per Zufall zur Siesta Zeit oder an einem Sonntag ankommt, dem muss es vorkommen wie ein Geisterdorf da man auf den sandigen Pisten keine Menschenseele antrifft. Besuchern die nachts ankommen, ist es schon passiert, dass sie am Dorf vorbei gefahren sind, da die spärlich gestreuten Strassenlaternen zur Hälfte nicht funktionieren und sowieso nur ganz schwach schummern.

Auf den zweiten Blick und bei längerem Aufenthalt (was sich unumstritten lohnt – befindet sich doch das Dorf inmitten des Naturschutzgebietes) entdeckt das Besucherauge jedoch ein geschäftiges Tun und Treiben. Und zwar nicht nur von den zweibeinigen Einwohnern der Kolonie sondern insbesondere auch von den Vierbeinern. Auf 600 menschliche Einwohner kommen im Dorf mindestens doppelt so viele Pferde, ebenso viele Hunde, etwa halb so viele Kühe und einen Esel. Das ist an und für sich noch keine Seltenheit in diesem Land; aber hier in Pellegrini laufen, rennen, grasen, galoppieren und bocken diese Tiere alle frei im Dorf herum.

EselDer bekannteste von allen ist der Esel, benannt Toki – das bedeutet „Häuptling“ in der Sprache der Argentinischen Ureinwohner. Er gehört zur Irupé Lodge, einer exklusiven Ökolodge am Ufer des Iberá Sees. Wenn ihn die Gäste der Lodge nicht grad mit Keksen und Früchten füttern, dann nimmt er sein Schicksal selbst unter die Hufe und klappert die Kolonie ab. Angetrieben von seiner Lebensphilosophie, die ungefähr wie folgt zusammengefasst werden kann: Futter, Flausen, Freunde (Reihefolge massgeblich).
Zu seinen Hauptaktivitäten gehört das Durchsuchen aller Kioskabfalleimer (wer schon mal in Argentinien war, weiss dass es auf ca. 10 Häuser einen Kiosk gibt). Wenn er nicht fündig wird, dann bedient er sich auch sehr gerne direkt ab den Regalen – dazu macht er ganz selbständig die Türen auf. Gut besetzte Terrassen von Restaurants ziehen ihn ebenfalls magisch an, meist gibt es da ja etwas zu erhaschen: Entweder von den Touristen (jöh ist der süss!) oder von den verzweifelten Restaurant Besitzern (hau ab du blödes Vieh!). Wenn es nirgendwo etwas zu knabbern gibt oder wenn sein Magen voll ist, dann stellt er gerne Unfug an. Sein Favorit ist der Besuch bei den Konkurrenz Hotels der Lodge wo er in die Waschküchen einbricht und sich mit der weissen Bettwäsche vergnügt. Er zerrt die im Wind trocknenden weissen Fahnen gnadenlos runter und wälzt sich genüsslich drauf rum, was ihm wohl wie ein Parfümbad vorkommen muss. Wenn des Guten noch nicht genug, dann galoppiert er mit seinen Pferde- und Ponyfreunden bis zur Plaza San Martin (das Heiligtum jedes Argentinischen Dorfzentrums), wo sie gemeinsam Löcher in den englischen Rasen mampfen und ihre Haufen setzen.

Wäre Toki nicht ein clownartiges Unikum und die Einwohner nicht extrem tierfreundlich gesinnt, dann wäre er wohl schon lange bei Nacht und Nebel verschwunden. So behilft sich aber die Dorfbevölkerung von Pellegrini einer anderen Methode: Der Polizei. Die Hüter des Gesetzes werden regelmässig von einem erzürnten Pellegrinero vom Mate trinken weg auf den Tatort bestellt. Dort fangen sie heldenhaft den Täter ein (nicht ganz einfach), führen ihn dann auf die Polizei ab (schon eher schwierig) und sperren ihn dort auf der Gefängnisweide ein (fast ein Ding der Unmöglichkeit). Da fristet er dann ein paar Stunden Gefangenen Dasein zusammen mit anderen Plaza-San-Martin-Vandalen (Pferde oder Kühe) bis seine Besitzer die Rechnung der zerstörten Objekte beglichen haben und ihn gegen ein Kopfgeld von 10 Pesos wieder raus lösen. Geschieht das nicht am gleichen Tag, dann steht den Policias eine schlaflose Nacht bevor, denn Toki ist ein Ausbrecherkönig sondergleichen und hat ein besonderes Flair morgens um 5 Uhr sein herzzerreissendes I-aah anzustimmen.

Heimliche Beobachter behaupten, er strecke den Polizisten beim Verlassen der Gefängnisweide die Zunge raus. In Colonia Carlos Pellegrini ist man der Meinung, dass der langohrige Vandale zum Dorfbild gehöre. Seine Besitzer begleichen auch heute noch geduldig die Rechnungen seiner Untaten. Bis anhin sind alle Erziehungsversuche an Toki gescheitert. Zum Glück sind die vierbeinigen Einwohner Pellegrinis den zweibeinigen in der Zahl überlegen.

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