Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Beiträge von Markward Kerstiens

Historischer Rückgang bei Abholzung von Regenwald in Amazonien

Brasilien hat durch gezielte Massnahmen einen historischen Rückgang bei der Abholzung in Amazonien registriert. Laut den jüngsten Daten beträgt die Fläche vernichteten Regenwaldes in diesem Jahr “lediglich” 7.000 Quadratkilometer, der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor 21 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 45 Prozent.

Brasilianische Präsident Lula auf UmweltkonferenzDie Bemühungen in Brasilien zum Schutz des artenreichen Regenwaldes im Amazonas tragen erste Früchte. Laut jüngsten Zahlen hat das grösste Land Südamerikas die abgeholzte Fläche innerhalb eines Jahres faktisch halbiert. Statt 12.911 Quadratkilometer im Jahr 2008 werden für dieses Jahr maximal 7.000 Quadratkilometer entwaldete Gebiete erwartet. Dies ist ein Rückgang um 45 Prozent und zeitgleich der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor 21 Jahren.
Die Daten gehen aus Untersuchungen des nationalen Weltraumforschungsinstituts Inpe hervor, die kontinuierlich Satellitenaufnahmen auswerten, Brandrodungen aufdecken und illegale Weideflächen registrieren. Die Daten fliessen dann in das “Projekt zur Überwachung der Abholzung in Amazonien” ein. Die jüngsten Zahlen stellen dabei allerdings nur einen kleinen Bereich der kompletten Studie dar, die Fehlerquote wird mit 10 Prozent angegeben. Endgültige Zahlen für das Jahr 2009 werden erst im März kommenden Jahres vorliegen.

Die Daten wurden im Rahmen der Vorstellung des Programms “Arco Verde Terra Legal” [Grüner Bogen rechtmässiger Erde] bekannt gegeben, an dem neben den Bürgermeistern von 43 Gemeinden Amazoniens auch Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva, Umweltminister Carlos Minc und die Ministerin im Präsidialamt, Dilma Rousseff teilnahmen. Das Programm soll den Bewohnern in Amazonien zum einen dabei helfen, die Eigentumsverhältnisse an beanspruchten Flächen zu legalisieren und zum anderen die nachhaltige Bewirtschaftung der Gebiete fördern, ohne dabei die Umwelt weiter zu schädigen.

“Brasilien kann sehr stolz auf diese Entwicklung sein” betonte Ministerin Rousseff in ihrer Rede die positiven Zahlen. Die Wunschkandidatin Lulas für seine Nachfolge leitet die brasilianische Delegation bei der Klimaschutzkonferenz vom 7. bis 18 Dezember in Kopenhagen und wird dort vor allem aufgrund der jüngsten Resultate selbstbewusst auftreten können. Die brasilianische Regierung plant ihrer Aussage nach, dort den Teilnehmern eine Zielvorgabe bei der Reduktion von CO2-Emmission bis 2020 von knapp 38 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 zu unterbreiten. Die westlichen Industriestaaten streben bislang lediglich eine Verringerung der Treibhausgase um 20 bis 30 Prozent an.

Auch Umweltschützer feierten die ermutigenden Zahlen bezüglich der Rodungen im grössten Waldgebiet der Erde, betonten jedoch, dass noch ein weiter Weg vor Brasilien liegt, um die Abholzung vollständig zu stoppen. Für Claudio Maretti vom WWF müssen gerade jetzt und trotz der positiven Zahlen die Massnahmen in einem weitaus grösseren Rahmen umgesetzt werden. Der Blick dürfte nicht nur auf das Amazonasgebiet gerichtet sein, sondern auch auf den Rest des Landes. Als Beispiel nannte er den Cerrado, dessen Buschland auch immer öfter von Viehweiden unterbrochen wird.

Über die Ursachen der Reduktion gehen bei anderen Umweltschützern zudem die Meinungen auseinander. Für Adalberto Veríssimo vom Institut für Mensch und Umwelt in Amazononien (Imazon) ist der Rückgang auf drei Massnahmen der Regierung zurückzuführen: Keine Kreditvergabe für Umweltsünder, Beschlagnahmung illegal gerodeter Flächen und Haftung für die Gemeinden, in denen die Abholzung geschieht. Roberto Smeraldi der ONG “Amigos da Terra” macht allerdings die Wirtschaftskrise verantwortlich. “Kein Grossgrundbesitzer erhöht derzeit die Produktion. 16 Schlachthöfe haben bereits aufgehört zu arbeiten” begründet er seine Hypothese. Auch wenn die Zahlen momentan gut seien, er selbst könne keine langfristige Tendenz sehen.

Team Miller Reisen beim Stadtlauf Ravensburg (27. Juni)

img_7130Auch in diesem Jahr hat sich Miller Reisen mit einem Laufteam am alljährlichen Stadtlauf in Ravensburg beteiligt. Mit einer Mannschaft von 9 Kollegen sind wir zum 10.000-Meter-Lauf durch die Altstadt angetreten. Seit Monaten liefen die Vorbereitungen dafür, gemeinsam sind wir joggen gegangen und haben Tipps und Erfahrungen ausgetauscht, über Ernährung und richtige Kleidung bis hin zur richtigen Strategie.
Dem entsprechend groß waren Vorfreude und Anspannung, als um 19:15 der Startschuss fiel. Mit einer Rekordbeteiligung von 700 Läufern hieß es dann, den Rundkurs insgesamt 6 Mal zu bewältigen. Angefeuert wurden wir von zahlreichen Kollegen, die an der Laufstrecke erschienen waren, um uns lautstark zu unterstützen. Unter den vorderen Plätzen waren wir trotzdem nicht zu finden, aber immerhin sind alle in einer passablen Zeit ins Ziel gekommen und jeder konnte zufrieden sein.
Unser Motto lautete sowieso “dabei sein ist alles”, der Spaß in der Menschenmenge und die Freude am Laufen standen ganz klar im Vordergrund. Selbstverständlich haben wir unsere “Erfolge” im Anschluss kräftig gefeiert. Und schon am Abend nach dem Lauf waren wir uns einig: Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!

CO2-Verschmutzung – Die Klima-Kreditblase platzt

Klimawandel durch CO2-Ausstoß der Industrieländer

Hallo allerseits,

die folgenden Inhalte haben mit Lateinamerika und Reisen dort hin eigentlich nur im weiteren Sinn zu tun, aber ich finde den Artikel, den ich zum Thema CO2-Ausstoß und der damit zusammen hängenden grundsätzlichen Problematik der Wohlstandsländer so interessant, dass ich nicht umhin konnte, ihn hier einzustellen.

Projekt “Grünes Klima” auf der Reisemesse ITB vorgestellt

planeDie wichtigste Reisemesse, die ITB in Berlin, liegt nun wieder hinter uns. Fünf Tage lang haben wir uns über alle Neuerungen in der Reisebranche informiert und viele Gespräche mit Kollegen und Geschäftspartnern geführt. Im Rahmen einer Pressekonferenz haben wir unser neues Projekt “Grünes Klima” vorgestellt. Dabei sind wir auf erfreulich große Resonanz gestoßen, mehr als 20 Journalisten haben an der Präsentation teilgenommen und uns anschließend mit Fragen überhäuft. Ergebnis waren in den folgenden Tagen Pressemeldungen wie zum Beispiel diese hier.

Paraguay unter dem Präsidenten Lugo – Regieren unter schwierigen Bedingungen

Paraguayische Politiker aus dem Senat und der Regierung besuchen in dieser Woche auf Einladung der KAS das politische Berlin.

Gruppenfoto mit der Delegation aus Paraguay und Mitarbeitern der Konrad Adenauer StiftungIn Paraguay hat sich seit dem Amtsantritt des früheren katholischen Bischofs Fernando Lugo im August 2008 einiges geändert: Er wurde mit großen Erwartungen gewählt, um die fast sechzigjährige Herrschaft der Colorado-Partei zu beenden. Auch sollte er den krassen sozialen Gegensätzen in einem der ärmsten Länder Lateinamerikas ein Ende bereiten. Doch die politischen Rahmenbedingungen sind schwierig: Lugo wurde von einer breiten Allianz aus der traditionellen und starken Liberaldemokratischen Partei (PLRA), kleineren Parteien (u.a. PDC-Christdemokraten) und teilweise sehr linken sozialen Bewegungen getragen. Diese Konstellation aus Politikprofis und Neulingen, die eine große ideologische Bandbreite abdecken, birgt Sprengkraft. Hinzu kommt, dass die Allianz in keiner der beiden Parlamentskammern eine Mehrheit erringen konnte. Um zu regieren, muss Lugo nun Kompromisse machen, seine Allianz zusammenhalten und immer wieder neue Mehrheiten im Abgeordnetenhaus und im Senat suchen. Dazu braucht er immer wieder die Unterstützung von Teilen der Colorado-Partei im Kongress.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat nun eine Delegation eingeladen, die Politikmechanismen im Berlin der großen Koalition kennen zu lernen. Die Teilnehmer haben Gesprächstermine im Bundestag, Kanzleramt, Auswärtigen Amt, aber auch im Bundesland Brandenburg . Außerdem werden die Gäste Gespräche zu den deutsch-paraguayischen Beziehungen und zur deutschen Lateinamerika-Politik führen. Teilnehmer sind aus Präsident Lugos Allianz ein Senator der Liberalen Partei, einer der Bürgerbewegung Tekojoja sowie der Regierungssprecher. Außerdem gehört die Senatorin und neue Vorsitzenden der Colorado-Partei und ein Senator der noch jungen christdemokratisch orientierten Partei Patria Querida zur Delegation.

Diesen Artikel kann man im Original auch hier nachlesen:

Peter Fischer-Bollin, Veranstaltungsbeiträge, Berlin, 2. März 2009
Hrsg.: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Argentinische Regierung setzt Waldschutzgesetz in Kraft

aufforstungsflachen-ivDie argentinische Regierung will ein Waldschutzgesetz umsetzen, das bereits seit 2 Jahren in der Schublade liegt, aber bisher von der Lobby der Großgrundbesitzer bekämpft wurde.

Anlass dieses plötzlichen Aktionismus sind verheerende Umweltschäden, die derzeit im Nordwesten des Landes durch Starkregenfälle zu verzeichnen sind.

Einen entsprechenden Presseartikel kann man hier lesen.

Was das mit uns zu tun hat? Selbstverständlich sind wir als Reiseveranstalter an einer intakten Umwelt in Lateinamerika interessiert und das beschränkt sich bei weitem nicht nur auf den Erhalt des Amazonasregenwaldes. Um den Klimawandel zu bremsen, die Reisen unserer Kunden klimaneutral zu stellen und nicht zu letzt um der zunehmenden Entwaldung in Südamerika etwas entgegen zu setzen, arbeiten wir als Unternehmen seit nunmehr 3 Jahren an einem großen Waldprojekt in Südamerika. Mehr dazu von mir später, Info gibt es schon mal hier Miller Forest.

Paraguay auf dem Weg in das 21. Jahrhundert

Präsident Fernando Lugo

Präsident Fernando Lugo

Auf verschiedenen Reisen in Südamerika, in letzter Zeit verstärkt durch meine Tätigkeit bei unserem Aufforstungsprojekt (dazu an anderer Stelle mehr), habe ich immer wieder mal ein paar Tage in Paraguay verbracht. Seit der Demokratisierung in den frühen 90er Jahren hat sich politisch nicht viel getan, bis dann im Frühjahr 2008 alles anders wurde: Einer Allianz aus oppositionellen Parteien und Bewegungen unter der Führung des Ex-Bischofs Lugo ist es gelungen, die jahrzehntelange politische Vorherrschaft der konservativen Regierungspartei zu durchbrechen. Mit großer Mehrheit hat das Bündnis die alle 5 Jahre anstehenden Parlamentswahlen gewonnen.

Auf www.monde-diplomatique.de habe ich einen interessanten Presseartikel zu den Herkulesaufgaben, die die neue Regierung zu bewältigen hat, gefunden.