Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Beiträge von Marion Simma

Gigantischer Stromausfall legt Brasilien lahm

Mehrere Stunden lagen am Montagabend kurz nach 21 Uhr weite Teile Brasiliens im Dunkeln. In mindestens 9 Bundesstaaten fiel der Strom aus, ca. 800 Städte und 40 Millionen Menschen waren betroffen.

ItaipuAls Ursache gilt laut brasilianischem Energieminister Edison Lobao ein Ausfall des Wasserkraftwerkes Itaipú, das offensichtlich wegen einer durch einen Sturm zerstörten Hochspannungsleitung automatisch vom Netz ging.

Dies verursachte ein riesiges Chaos in großen Teilen Brasiliens. Fahrstühle blieben stecken, U-Bahnen und Züge ebenfalls, der Verkehr brach nach dem Ausfall zahlreicher Ampeln zusammen. Auch auf den Flughäfen waren die Auswirkungen zu spüren: viele Flüge mussten abgesagt werden, nur an den größeren Flughäfen mit ausreichenden Notstromaggregaten war ein Flugbetrieb noch möglich. In den Städten konnten nur einige Geschäftsgebäude sowie Hotels mit Strom versorgt werden.

Betroffen waren auch die Metropolen Sao Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte und die Hauptstadt Brasilia, die teilweise erst nach mehreren Stunden wieder Strom hatten. Auch im benachbarten Paraguay fiel einige Zeit der Strom aus. Allerdings war hier das Land bereits nach ca. 20 Minuten wieder hell erleuchtet.

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Marion Simma am 12. November 2009 in Brasilien, News

Tornado in Argentinien und Brasilien

Bei einem Tornado-artigen Wirbelsturm (die tatsächliche Stärke und Einstufung wird gerade noch untersucht) sind am Montag im Nordosten Argentiniens und in Südbrasilien mindestens 10 Menschen uns Leben gekommen, mehr als 100 wurden verletzt. Die Zahl der Toten schwankt in den Berichterstattungen mittlerweile zwischen 10 und 17. Die Suche nach Vermissten läuft derzeit noch.

Betroffen waren vor allem die argentinische Provinz Misiones und der Bundesstaat Santa Caterina im Süden Brasiliens. In Argentinien wütete der Sturm besonders stark in den Städten Santa Rosa und El Progreso und wirbelte sogar ganze Häuser durch die Luft, deckte Dächer ab und entwurzelte zahlreiche Bäume. Die Behörden in Brasilien meldeten Schäden durch Überschwemmungen und Schlammlawinen. In Sao Paulo wurden beim teilweisen Einsturz einer Schule vermutlich 2 Kinder unter den Trümmern begraben; zeitweise wurde aufgrund der schweren Regenfälle der Verkehr stark beeinträchtigt, das Telefonnetz war unterbrochen.

Laut Wettervorhersage soll es in den Gebieten noch bis Donnerstag zu heftigen Regenfällen kommen.

Aktuelle Entwicklungen des Tourismus in Kolumbien

kolumbien_altermann-42872or1Der Tourismus in Kolumbien entwickelt sich trotz der weltweiten Wirtschaftskrise in der letzten Zeit enorm in die positive Richtung. Basierend auf einer allgemein besseren Sicherheitslage, Steuererleichterungen für Hotelbau und -renovierungen sowie einer seit einigen Jahren von der Regierung forcierten Kampagne zur Verbesserung des Images entstand in den letzten Jahren ein rasanter Anstieg der Nachfrage – es sind sowohl mehr ausländische als auch mehr Binnentouristen zu verzeichnen. Damit einher gehen nun der Ausbau des Hotelsektors: noch in diesem Jahr sollen 26 neue Hotels mit mehr als 4.000 zusätzlichen Betten entstehen. Bis 2011 sollen dadurch insgesamt 16.000 neue Betten dazugekommen sein. Interessanter wird Kolumbien auch mehr und mehr für internationale Hotelketten. In den nächsten Jahren sind neue Häuser der renommierten Marken Accor, Hilton, Marriot und Hyatt geplant, wodurch letztendlich der mittel- und hochklassige Bereich der Hotellerie ausgebaut wird. Mit der Ansiedlung der neuen Hotels in Ballungsräumen wie Medellín, Calí, Cartagena etc. verteilen sie sich künftig mehr über die Hauptstadt Bogotá hinaus.

Die Zahlen, die dieser Entwicklung zugrunde liegen, sind beeindruckend: in den Jahren von 2003 bis 2008 wurde in Kolumbien eine Verdoppelung der ausländischen palmari-47456konv2Touristen verzeichnet. Zurückzuführen sei dies vor allen Dingen auf die forcierte Imagekampagne, mit deren Hilfe das Außenbild Kolumbiens sich vom Negativen ins Positive wandelte. Auch die Welttourismusorganisation hat die Kampagne als Beispiel hervorgehoben, wie sich ein Negativimage eines Landes in kurzer Zeit ins Gegenteil umkehren kann.

Einen Schwerpunkt in Kolumbien soll künftig der ökologische Tourismus darstellen. Man setzt damit zunehmend auf die unberührte Natur und die zahlreichen natürlichen Attraktionen des Landes. Schließlich grenzt Kolumbien als einziges Land Südamerikas sowohl an den Pazifik als auch an die Karibik, weite Teile des Landes sind von artenreichen Regenwäldern bedeckt; landschaftlich besonders reizvoll sind natürlich das Amazonasgebiet sowie die Anden. Das bedeutet gleichzeitig, dass neben dem Hotelsektor auch der Bereich der Öko-Unterkünfte einer Erweiterung bedarf. Zurzeit gilt Kolumbien unter Naturliebhabern noch als Geheimtipp. Sollten Sie sich für ein Land voller aufregender und atemberaubender Natur interessieren, können Sie sich gerne an die zuständige Abteilung bei Miller Reisen wenden.

Nach dem Referendum in Venezuela / Reisen dorthin sicher

referendum_chavezWie bereits hinlänglich bekannt ist, wurde am 16.02.2009 in Venezuela in einem Referendum über die von Staatschef Chávez angestrebte Verfassungsänderung abgestimmt. Nachdem diese bereits im Jahr 2007 gescheitert war, was die erste Niederlage Chávez’ in seiner bisherigen Amtszeit ist, wurde nun noch einmal über die Neuerung abgestimmt. Nach einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne für die Änderungen (begleitet von einer Gegenbewegung und studentischen Protesten) ging dieses Mal die Abstimmung wunschgemäß – zumindest was das Lager Chávez’ betrifft – über die Bühne: knapp 55% der Bevölkerung stimmten für die Verfassungsänderung. Damit dürfen nun alle Amtsträger in Venezuela beliebig oft wiedergewählt werden, nachdem im ersten Referendum nur eine Änderung dieser Regelung für den Staatschef zur Wahl stand.

Damit ist dem jetzigen Staatschef die Möglichkeit gegeben, sich weiterhin als Präsident aufstellen zu lassen und so seine „sozialistische Revolution” zu vollenden. Denn nach eigenen Angaben müsse er noch bis ca. 2029 im Amt bleiben, um seinen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts” in Venezuela einführen zu können. Ohne die Verfassungsänderung hätte die Amtszeit Chávez’ 2013 nach 14-jähriger Präsidentschaft geendet. Um dies zu verhindern, beraumte er das Referendum an. Seine Gegner sowie die politische Opposition werfen ihm nun vor, seine Macht damit zu sehr auszuweiten und nach und nach eine Diktatur aufbauen zu wollen. Denn neben der Änderung bezüglich der Wiederwahl beinhaltete das Referendum zudem eine weitreichende Kontrolle des Finanzmarktes (Abschaffung der Autonomie der Zentralbank, Kontrolle über ausländische Währungsreserven) und räumte Chávez zahlreiche Befugnisse im Falle eines Ausnahmezustandes (z.B. Medienzensur in Krisenzeiten) ein. Ein weiterer Vorwurf, der im Raume steht, ist die illegale Benutzung staatlicher Mittel, um für das Referendum Werbung zu machen.

Bleibt zu erwarten, wie diese Geschichte weitergeht und welche Änderungen Chávez noch vornehmen wird, nachdem er nach und nach seine Kontrolle über die Wirtschaft ausdehnt. Ein wichtiger Schritt dahin ist mit der Verstaatlichung der Ölindustrie als bedeutendsten Industriezweig des Landes bereits geschehen. 

Zum Ablauf des Referendums kamen mehrere Vorwürfe auf: zum Einen steht die Vermutung im Raum, dass das Referendum noch durchgepeitscht werden musste, bevor die Wirtschaftskrise die Basis der Anhängerschaft Chávez’ – nämlich die ärmeren Schichten der Bevölkerung, die von seinen Sozialprogrammen profitierten – trifft; zum Anderen kam die Vermutung auf, dass der Präsident einfach so lange abstimmen lässt, bis das Ergebnis der Wahl ihm zusagt. Dafür spricht auch seine Aussage vor der jetzigen Abstimmung, bei einer erneuten Niederlage einfach einen neuen Versuch zu starten. Inzwischen haben aber auch unabhängige Wahlbeobachter bestätigt, dass die Abstimmung demokratisch gewesen sei.

Vor allem vor dem Hintergrund der sich verstärkenden Weltwirtschaftskrise und des Einbruches der Ölpreise stellt sich die Frage nach der Reaktion Chávez’. Denn bislang war er eher ein Präsident, der durch sein charismatisches Auftreten politische Erfolge einfahren konnte; doch wie wird er in dieser Krisensituation reagieren und sein Volk vor den Folgen bewahren? Seine aus einem Topf der verstaatlichten Ölgesellschaft finanziertes Sozialprogramm droht mit dem enormen Rückgang des Ölpreises zusammenzubrechen. Nicht zuletzt hängt der gesamte Etat des Landes an den Gewinnen der Ölindustrie. Es besteht die Gefahr für Venezuela, aufgrund der Wirtschaftskrise an die finanziellen Grenzen zu gelangen. Gleichzeitig würde die Regierung in der Wählergunst stark verlieren. Als weiteres Problem gilt die hohe Inflationsrate der einheimischen Währung (Bolívar Fuerte). Schließlich erwarten Experten eine enorme Abwertung der Währung; zudem soll eine extreme Rezession das Land treffen.

strand_venezuelaWas das nun genau bedeutet, wird sich erst in der kommenden Zeit herausstellen. Fakt ist, dass es keine Auswirkungen auf das Reiseland Venezuela gibt. Des Weiteren hat die Politik Chávez bei allem bedenklichen auch etwas Gutes: der Präsident ist besonders darauf erpicht, die Kriminalität im Land zu verringern. Daher ist es in jedem Falle weiterhin möglich, nach Venezuela zu reisen und sich von der atemberaubenden Natur des Landes im Norden Südamerikas und im Süden der Karibik verzaubern zu lassen.

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