Im April dieses Jahres hat die FUNAI (Fundação Nacional de Índio) bei Überflügen über das Javari-Tal mehrere große Hütten und Maisfelder entdeckt.
Das Javari-Tal befindet sich im Amazonasgebiet nahe der Grenze zu Peru und stellt ein großes indigenes Gebiet in Brasiliens Nordwesten dar. Hier leben mehrere unkontaktierte Völker, bereits 14 wurden von der FUNAI registriert. Sie alle leben offensichtlich aus eigener Entscheidung ohne Kontakt zur weißen Bevölkerung.
In diesem neuen Fall wurde die FUNAI bereits durch auf Satellitenbildern sichtbare Lichtungen im dichten Wald aufmerksam und hat nun dort vier Hütten entdeckt.
Schätzungen zufolge leben dort ca. 200 Menschen. Der Stand der Mais-Anpflanzungen lässt darauf schließen, dass die Siedlung höchstens seit einem Jahr besteht.
Die FUNAI hat ihren Sitz in Brasilia und untersteht dem Justizministerium. Die Organisation wurde bereits im Jahr 1910 gegründet und kümmert sich seither um den Schutz der indigenen Bevölkerung in Brasilien.
Am vergangenen Dienstag wurde ein neues Kunstmuseum in México City eröffnet. Der laut Forbes Magazine reichste Mann der Welt, der Mexikaner Carlos Slim, stellt in diesem Museum eine enorme Anzahl an über die Jahre gesammelten Kunstschätzen aus. Unter den insgesamt 70.000 Ausstellungsstücken befindet sich eine Vielzahl an berühmten Meistern – u.a. Rodin (Slim besitzt die größte Rodin-Sammlung außerhalb Frankreichs), Picasso, Renoir, van Gogh und Da Vinci.
Weiterhin kann man hier eine Sammlung prä-kolumbianischer Kunst aus ganz México und Zentralamerika bewundern und neben Malerei auch Textilien, Photographien, Keramik und Münzen finden.
Slim benannte das Museum nach seiner Frau Soumaya Domit, die der Auslöser für seine Sammelleidenschaft war.
Das neue Museum kann im Viertel Polarco in México City besucht werden.
Am Mittwoch musste der Panamakanal zum ersten Mal in seiner Geschichte wegen schlechten Wetters gesperrt werden. Aufgrund schwerer Regenfälle stellte die Verwaltung den Betrieb in der fast 100-jährigen Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik ein.
Diese Maßnahme war nötig, da durch die ausgiebigen Niederschläge die Sicht so schlecht war, dass die Einfahrten in die Schleusen für die Schiffe enorm erschwert wurden.
Marion Voelkl am 09. Dezember 2010 in News, Panama
Eine positive Meldung erreichte uns pünktlich zum Klimagipfel in Cancún aus Brasilien: das Land konnte im vergangenen Jahr die Abholzung des Regenwaldes bremsen, so dass von August 2009 bis Juli 2010 so wenig Bäume abgeholzt wurden wie seit Beginn der Jahresmessung 1988 nicht. In diesem Zeitraum lässt sich die Abholzung auf rund 6.450km2 beziffern, was einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 13,6% bedeutet, aber immer noch über dem erklärten Ziel der brasilianischen Regierung von 5.000km2 liegt.
Damit trägt Brasilien seinen Teil zur Verlangsamung des Klimawandels bei. Im Gegensatz zu anderen Industrie- und Schwellenländern verzeichnet das Land einen Rückgang in der Produktion von Klimagasen.
Das Ziel Brasiliens ist, auf lange Sicht hin den illegalen Holzeinschlag ganz zu verhindern. Diesem Zweck dient auch das Satellitenüberwachungssystem DETER zum Schutz des Baumbestandes. Damit werden aus dem Weltall die Waldflächen überwacht und illegal geschlagene Areale identifiziert.
Natürlich ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil die Abholzung im Amazonas-Gebiet trotzdem weitergeht. Denn trotz der positiven Entwicklungen in Brasilien ist die Abholzung in dem Land immer noch für den Großteil der Emissionen verantwortlich. Jedoch ist es auf jeden Fall ein erster erwähnenswerter Schritt, die Verpflichtungen beim Klimaschutz einzuhalten.
Denn tatsächlich rangiert der Waldschwund an Stelle zwei hinter dem Energiesektor, wenn es um die wichtigsten CO2-Verursacher geht. Wald, v.a. alte Waldbestände, sind ein wichtiger Speicher für Kohlenstoff. Durch die fortschreitende Abholzung gelangt mehr und mehr Kohlenstoff in Form von CO2 in die Atmosphäre.
Beim momentanen Klimagipfel im mexikanischen Cancún wird daher darüber verhandelt, wie man ärmere Länder dazu bringen kann, ihre Urwaldbestände zu schützen. Nachdem beim letzten Klimagipfel in Kopenhagen hierüber keine Entscheidung getroffen werden konnte, stehen wohl nun die Chancen nicht schlecht. Die Strategie zum Erhalt der Wälder mit dem Namen REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degredation) beinhaltet, dass Länder wie Brasilien oder auch Indonesien für den Schutz ihrer Wälder bezahlt werden.
Die Frage ist noch, wo dieses Geld herkommt und ob die am Klimagipfel beteiligten Staaten sich auf einen einheitlichen Gesetzestext einigen können. Der Klimagipfel dauert noch bis zum 10. Dezember, dann wird es hoffentlich eine Entscheidung über den Schutz der Urwälder geben.
Der 1914 eröffnete Panamakanal, kürzeste Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik, hat vor einigen Tagen sein 1 Millionstes Schiff begrüßt. Der chinesischer Frachter Fortune Plum, beladen mit 40.000 Tonnen Stahl, durchquerte am 4. September den 80km langen und ca. 12m tiefen Kanal.
Am 15.08.1914 war der Dampfer Anson das erste Schiff, das den von den USA gebauten Kanal durchfuhr. Das Schiff war aber auch für den Bau des Kanals von großer Bedeutung, weil es Arbeiter und Vorräte von New York nach Panama brachte. Seither durchqueren jährlich ca. 14.000 Schiffe die Passage. Im Jahr 1999 wurde der Panamakanal dann an Panama übergeben.
100 Jahre nach der Eröffnung soll ein neues Zeitalter anbrechen. 1996 wurde beschlossen, größere Schleusenanlagen zu bauen. Dadurch erhöht sich die Kapazität des Kanals enorm: es können nach der voraussichtlichen Fertigstellung der Schleusen im Jahr 2014 auch Schiffe der neuen Generation riesiger Containerschiffe, Großtanker und Luxusliner den amerikanischen Kontinent an seiner schmalsten Stelle passieren. Bisher war dies nur der Schiffsklasse Panamax möglich. Inzwischen gibt es aber neue, größere Klassen. Beispielsweise können künftig Frachter mit bis zu 14.000 Containern den Kanal nutzen. Zum Vergleich: mit den derzeitigen Schleusenanlagen Miraflores, Pedro Miguel und Gatún, durch die ein Höhenunterschied von 26m überwunden werden kann, ist die Durchfahrt nur mit Schiffen bis zu 4.000 Containern möglich. Nach dem Umbau können damit alle Schiffe der Post-Panamax-Klasse die Wasserstraße passieren, nur den riesigen Supertankern und Flugzeugträgern wird eine Durchfahrt auch künftig nicht möglich sein.
Dagegen können natürlich weiterhin Kreuzfahrtschiffe den Panamakanal passieren. Sie können dieses Erlebnis bei unserer Kreuzfahrt PLUS Rundreise „Südamerika mit Panamakanal“ im März 2011 genießen.
Marion Voelkl am 07. Oktober 2010 in Panama
Abseits des allgemeinen Zuschauer- und Experten-Interesses haben sich auch in diesem Jahr wieder einige als Exoten bezeichnete Sportler bei den Winterspielen in Kanada eingefunden, um den Olympischen Geist und das bekannte Motto („Dabei sein ist alles“) zu zelebrieren.
Bereits von seinen vorherigen vier Teilnahmen ist der für Mexico startende Prinz Hubertus von Hohenlohe bekannt. Im Riesenslalom lag der mit 51 Jahren älteste Teilnehmer der Spiele im Ziel knapp 34 Sekunden hinter dem frisch gebackenen Olympiasieger Carlo Janka aus der Schweiz. Doch nicht das Ergebnis der Exoten, sondern überhaupt deren Teilnahme und Freude daran, einmal bei einem derartigen Großereignis dabei zu sein, zählt – und allen Zuschauern dadurch eine große Freude zu machen. Auch optisch! Denn Hubertus von Hohenlohe legt v.a. Wert auf sein Äußeres und macht wegen seines mit Pistolen und Patronengurten verzierten Rennanzuges von sich reden. Wenn man schon nicht durch sportliche Leistung auffallen kann, muss man bei einem solchen Event eben auf andere Art und Weise das Interesse wecken. Und genau das ist doch das exotische und faszinierende an den Olympischen Spielen, dass neben den sportlichen Wettkämpfen auch immer wieder „schräge Vögel“ mit dabei sind und ihr Bestes geben.
Ebenso auffallend wie Hubertus von Hohenlohe sind zwei junge Deutsche, die für Peru in den alpinen Ausscheidungen starten. Manfred Oettl Reyes und seine Schwester Ornella – Kinder eines deutschen Vaters und einer peruanischen Mutter, aufgewachsen am Chiemsee und wohnhaft in Innsbruck – nehmen für das Heimatland ihrer Mutter an den Olympischen Spielen teil. Nach einem langen Weg mit vielen Telefonaten mit den zuständigen Verbänden in Peru wurde ihnen erst 2 Wochen vor Beginn der Spiele die Teilnahme erlaubt. Dies ist somit der erste olympische Auftritt peruanischer Wintersportler (die beiden haben seit Sommer 2009 die Staatsbürgerschaft).
Manfred Oettl Reyes – 16 Jahre jung – sorgte im olympischen Riesenslalom für Aufsehen. Nicht nur durch seinen
knallbunten, mit unzähligen Lamas versehenen Anzug, sondern auch durch seine spektakuläre Fahrt, bei der er gleich am Anfang einen Skistock verloren hatte. Er schaffte es dennoch bis ins Ziel, wurde 67. und beansprucht seitdem für sich, besser als der Amerikaner Bode Miller gewesen zu sein, seines Zeichens aktueller Olympiasieger der Super-Kombination und einer der Superstars des Skizirkus. Dieser ist im Riesenslalom nämlich ausgeschieden. Beim nächsten Rennen will sich Manfred aber dennoch ein Autogramm von Bode Miller holen – oder umgekehrt…?
Eines ist sicher: solche Geschichten machen die Olympischen Spiele noch interessanter und einnehmender für die Zuschauer. Wir drücken allen für lateinamerikanische Länder startenden Olympioniken kräftig die Daumen und freuen uns über solche „Exoten“ in Vancouver.
Marion Voelkl am 27. Februar 2010 in Reportagen
Der Winter hat uns fest im Griff. Das ganze Land liegt unter Schnee und Eis – und das seit Wochen. Wie in Deutschland in einem etwas strengeren Winter üblich, geht irgendwann die große Jammerei los, dass das Streusalz knapp werde. In Norden des Landes ist die Lage besonders schlimm, wie man nach jedem Schneefall in allen Nachrichtensendern erfahren kann. Von der Außenwelt abgeschnittene Inseln, mit Sturzopfern überfüllte Krankenhäuser und endlose Staus auf den Autobahnen.
Doch die Rettung naht in diesen Tagen – und zwar in Form eines riesigen Frachters, der mit 60.000 Tonnen Salz in Rotterdam anlandet. Das Salz stammt aus dem Salar Grande, unweit der chilenischen Pazifikküste gelegen.
Das würde sich unter normalen Umständen und bei einem üblichen Winter gar nicht rentieren, zumal der
einheimische Salzabbau generell für unsere Zwecke ausreicht. Doch in diesem Winter ist alles anders und so müssen die Salzlager der Gemeinden und Städte mit dem Material aus dem fernen Chile aufgefüllt werden.
Vielleicht denken Sie ja daran, wenn Sie das nächste Mal eine frisch geräumte Straße überqueren, welch weite Reise das dafür benötigte Salz hinter sich hat.
Die spanische Fluggesellschaft Iberia baut seine Marktführerschaft auf den Strecken zwischen Europa und Lateinamerika weiter aus.
Mit mehreren zusätzlichen Flügen wird das Angebot der Airline in der nächsten Zeit stark erweitert und dem Kunden eine größere Auswahl an Flügen geboten.
So wird die Strecke zwischen Madrid und Peru um ganze 40% erweitert, so dass es nun 11 Direktflüge gibt. Durch die Zusammenarbeit mit LAN sind auch weitere Verbindungen nach Peru sowie Bolivien möglich. Dieser Codeshare beschert der Iberia auch die Möglichkeit, die Flüge nach Quito um drei aufzustocken.
Für Argentinien-Reisende bietet die Erweiterung um drei Flüge pro Woche eine enorme Auswahlmöglichkeit. Mit insgesamt 17 wöchentlichen Flügen nach Buenos Aires kann der Kunde fast täglich zwischen drei verschiedenen Flugzeiten wählen
.
Für Bogotá und Havanna wird die Iberia künftig ein größeres Fluggerät nutzen und so die Kapazitäten erhöhen.
Übrigens werden auch die Strecken von Deutschland nach Madrid ausgebaut, um bessere und schnellere Anschlussmöglichkeiten zu haben. Ab Februar gibt es einen zusätzlichen Flug ab Frankfurt (täglich, außer Samstag) und München (Donnerstag und Sonntag). Später wird die Frequenz dieser Flüge dann nochmals aufgestockt: die Strecke Frankfurt – Madrid wird ab April auch samstags geflogen, München – Madrid ab März zusätzlich auch freitags.
Marion Voelkl am 12. Februar 2010 in Reiseziele
Der etwas andere Reisebericht „Havanna – Eine kubanische Reise“ von Reinhard Kleist wirft einen spannenden und unterhaltsamen Blick auf Kuba.
Besonders interessant wird das Buch durch die Gestaltung als Comic, welche die Erlebnisse des Autors untermalt und die Vorstellungskraft des Lesers unterstützt. Nicht durch reale
Fotos, sondern durch die Zeichnungen Kleist’s erlebt man die Geschichten mit. Ich finde, das verschafft dem Buch einen ganz eigenen Pep.
Thematisch beschäftigt sich Kleist generell mit den Verhältnissen in Kuba, ohne aber den Leser in seiner Meinung zu beeinflussen oder irgendwelche Beurteilungen abzugeben. Es ist schlicht und einfach die Zusammenfassung einiger persönlicher Erlebnisse und Beobachtungen, die der Autor auf der 4-wöchigen Reise gemacht hat, eine Art Tagebuch. Man gewinnt interessante Einblicke in das Leben in Havanna, Trinidad und Viñales. Es handelt von ganz allgemeinen
Themen wie Bus- und Taxifahren sowie von persönlichen Begegnungen mit Kubanern und den politischen Verhältnissen.
Meiner Meinung nach ist das Buch ein interessanter Blick auf Kuba, das einem viele Details vorführt, aber auch Raum für eigene Interpretationen lässt, und für alle Kuba-Freunde und –Interessierte bestimmt ein guter Tipp ist.
Mehrere Stunden lagen am Montagabend kurz nach 21 Uhr weite Teile Brasiliens im Dunkeln. In mindestens 9 Bundesstaaten fiel der Strom aus, ca. 800 Städte und 40 Millionen Menschen waren betroffen.
Als Ursache gilt laut brasilianischem Energieminister Edison Lobao ein Ausfall des Wasserkraftwerkes Itaipú, das offensichtlich wegen einer durch einen Sturm zerstörten Hochspannungsleitung automatisch vom Netz ging.
Dies verursachte ein riesiges Chaos in großen Teilen Brasiliens. Fahrstühle blieben stecken, U-Bahnen und Züge ebenfalls, der Verkehr brach nach dem Ausfall zahlreicher Ampeln zusammen. Auch auf den Flughäfen waren die Auswirkungen zu spüren: viele Flüge mussten abgesagt werden, nur an den größeren Flughäfen mit ausreichenden Notstromaggregaten war ein Flugbetrieb noch möglich. In den Städten konnten nur einige Geschäftsgebäude sowie Hotels mit Strom versorgt werden.
Betroffen waren auch die Metropolen Sao Paulo, Rio de Janeiro, Belo Horizonte und die Hauptstadt Brasilia, die teilweise erst nach mehreren Stunden wieder Strom hatten. Auch im benachbarten Paraguay fiel einige Zeit der Strom aus. Allerdings war hier das Land bereits nach ca. 20 Minuten wieder hell erleuchtet.
Marion Voelkl am 12. November 2009 in Brasilien, News