unser Abenteuer Stella Australis begann mit einer gut 3stündigen Fahrt von Puerto Natales nach Punta Arenas.
Die Pinguinkolonie vom Otway Fjord lag fast auf dem Weg, also machten wir dort Halt, in der Hoffnung möglichst viele der niedlichen Frackträger zu sehen.
Leider kommt es manchmal anders als man denkt, 7 Magellan Pinguine haben wir dennoch zu Gesicht bekommen. Wenn ihr also in Punta Arenas seid, schaut euch die Kolonie an, es lohnt sich, auch wenn es nicht gerade Tausende Pinguine zu sehen gibt wie z.B. in Punta Tombo in Argentinien. Abends sollen die Chancen wohl besser sein, mehr Tiere zu beobachten. Wir sollten aber später doch noch in den Genuss kommen, Pinguine zu sehen!
Nach dem Besuch der Pingüinera haben wir im Stadtbüro der Cruceros Australis eingecheckt und unser Gepäck abgegeben. Noch 2 Stunden durch das Städtchen geschlendert, der Jugend beim Braekdancen und Skaten auf dem Zentralplatz zugeschaut und dann zum Hafen marschiert. Der Eingang ist kaum zu finden aber einmal drin findet man sich schnell zurecht. Wir hatten das Privileg einer AAA Kabine, was jedoch nicht unbedingt notwendig ist, da alle Kabinen prinzipiell gleich sind. Lediglich welches Deck entscheidet über einen ggf. höheren Preis. Eine Lärmbelästigung dürfte auch in den unteren Decks kaum auszumachen sein. Die mehr als 2m hohen und 1,50m breiten Panoramafenster in unserer Kabine bieten einen einmaligen Blick auf die noch viel einmaligere Landschaft am Ende der Welt – in Feuerland.
Gegen 20 Uhr gings dann los: Ablegen, Gourmet Abendessen in legerer Atmosphäre, Expedition auf Topniveau! 10 Nationen vertreten, nette Leute kennengelernt und noch bis 24 Uhr die open Bar genutzt
Am nächsten Morgen lief die Stella Australis durch den Almirantazgo Fjord, irgendwo um die 54 Grad Süd. In der Ainsworth Bucht vor Anker gegangen begann das Abenteuer. Mit den Zodiacs bei Nieselregen und mäßigem Wind an Land gegangen erkundeten wir die patagonische Flora. Beeindruckend wie sich die Pflanzen an dieses Klima angepasst haben.
Der Regen und vor allem auch der Wind wurden immer stärker und bei der Rückkehr zum Anleger wurde bei der heißen Schokolade im strömenden Regen schon klar, dass die Rückfahrt zum Schiff Abenteuer versprechen würde.
Vom Regen und 2 recht hohen Wellen klatschnass wussten wir dann zum ersten Mal, warum wasserdichte Kleider und ggf. auch Gummistiefel wohl schon Sinn machen würden 
Letztere gibt es auf dem Schiff zu leihen und wir haben dies gleich nach Rückkehr und dem Ausleeren des Wassers aus den zwar ebenfalls wasserdichten aber eben nicht ganz so hohen Trekkingschuhen getan.
Das Mittagessen wurde in Büffetform serviert und die Wellen im eigentlich recht geschützten Fjord erreichten währenddessen gut 4m…
Nach dem Motto “schau mal, das Wetter wird besser, ich kann wieder graue Wolken sehen
” ging es am Mittag für die Gruppe Kondor wieder aufs Zodiac.
Und was soll ich sagen, es war einfach Weltklasse! Auf den Tucker Islands haben wir während einer knappen Stunde Zodiac Tour nicht nur viele Pinguine am Strand und im Wasser gesehen, sondern Reiher, Falken, Kondore, Gänse, alle Sorten Möwen, Kormorane, schneebedeckte Gipfel: einfach grandios und wir sind kaum nass geworden im Zodiac und hatten sogar etwas Sonne, um das ein oder andere schöne Foto zu schießen.
Bei der Besprechung des Folgetages am Abend wurden wir bereits vorgewarnt, dass es um ca. 2 Uhr Nachts kurz aufs offene Meer gehen würde. Das war zu spüren und Gesprächsthema am folgenden Frühstück. Bei den meisten war an Schlaf nicht zu denken und auch von zusammengebrochenen Betten wegen der großen Bewegungen des Schiffs war zu hören 
Um 14.30 Uhr ging es dann an Land zum mehr als imposanten Pia Gletscher. Dessen Abbruchkante dürfte geschätzte 400-500m hoch sein. Man fühlt sich absolut klein und unbedeutend neben derartigen Massen an Eis – absolut einmalig.
Gegen Abend ging es dann – begleitet von Musik und Snacks aus den jeweiligen Ländern – durch die Gletscherallee. Die Gletscher Romanche, Deutschland, Frankreich, Italien und sogar Holland liegen aufgereiht hintereinander auf Backbord. Soviel Blau auf einmal und in diesen Formen und Massen, einfach kaum zu beschreiben.
Die Fahrt in Richtung Kap Hoorn verlief erstaunlich ruhig und so konnten wir am nächsten Morgen um 7 Uhr trotz Wind und Regen in die Zodiacs steigen und am Kap Hoorn anlegen. Dort das Monument zu sehen und den Leuchtturm zu besuchen, der für 1 Jahr jeweils Heimat für einen Soldaten der chilenischen Marine, seine Familie und in diesem Jahr auch seinen Hund ist, dürfte nur wenigen vergönnt sein. Das ist sicher ein once in a lifetime moment…
Der Kapitän hat es sich dann nicht nehmen lassen, den südlichsten Zipfel des Kap Hoorn mit der Stella Australis aus südlicher! Richtung anzulaufen. Mich hat es auf dem Top Deck beinahe heruntergeblasen und auch die Wellen dort waren nicht von schlechten Eltern. Und das war nahezu gutes Wetter auf einem 90m Schiff. Man kann sich leicht vorstellen, wie es den Helden von früher auf Ihren 30m Segelschiffen dort ergangen sein mag, von denen ca. 800 vor Kap Hoorn untergingen.
Am Nachmittag dann in der Wulaia Bucht ein völliger Wetterumschwung. Wir haben beim Aufstieg auf die umliegenden Hügel mit riesigen Biberbauten geschwitzt.
Der Ausblick von oben auf die einsame Bucht bei fast spiegelklarem Wasser – unbezahlbar!
Auf dem Weg zur letzten Station in Ushuaia haben wir mit der Stella mitten auf dem Beagle Kanal Halt gemacht, um Zollbeamte aufzunehmen, um danach in Ushuaia in Argentinien anzulegen. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht 
Das Ende einer einmaligen Reise mit dem Schiff in die entlegensten und einsamsten, aber trotz ihrer Kargheit ebenso schönen Regionen unserer Erde.
Nun sitzen wir nach einem kleinen Ausflug in den Nationalpark Tierra del Fuego, der unbedingt einen Besucht wert ist, im urigen Café Ramos Generales in Ushuaia. Von dort geht es heute Abend nach Buenos Aires, der nächsten Station unserer Tour. Wir sind gespannt…
Pia Gletscher