In 2 Wochen quer durch Kolumbien – das bedeutet jeden Tag den Koffer neu packen, in ein neues Hotel umziehen, Temperaturunterschiede von 20°C ertragen und lange Strecken per Flugzeug und Auto zurück legen. Klingt anstrengend – ist es auch. Aber es bedeutet unter anderem eben auch, die wunderschöne Landschaft von San Agustin, der Kaffeezone und der traumhaften Pazifikküste um Nuquí kennen zu lernen, durch die hübsche Kolonialstadt Cartagena an der Karibikküste zu schlendern, eine Nacht mitten im Dschungel im Parque Tayrona zu übernachten und auf dem Berg Monserrate den Ausblick auf die gigantische Hauptstadt Bogotá zu genießen… Zwei Miller-Kolleginnen erlebten Kolumbien mit all seinen Facetten während dieser Inforeise.
1. Tag: Frankfurt – Bogotá
Nach unserer Ankunft in Bogotá auf etwa 2.600 m wurden wir in das wunderschöne Kolonialhotel De La Opera gebracht, welches mitten in der hübschen Altstadt La Candelaria liegt.
2. Tag: Bogotá – Neiva – San Agustin
Früh am Morgen brachen wir bereits wieder zum Flughafen auf und flogen nach Neiva. Von hier ging es innerhalb von 4 Stunden durch die Ausläufer der Anden bis nach San Agustin, wo wir gleich eine Reittour zur mystischen Statue La Chaquira unternahmen. Am Abend erwartete uns ein hervorragendes Abendessen, bevor wir in der einfachen aber gemütlichen Hacienda Anacaona zu Bett gingen.
3. Tag: San Agustin
Nach einigen Hotelbesichtigungen am Morgen besuchten wir den Park San Agustin mit seinen unzähligen präkolumbianischen Ausgrabungen. Zu Mittag waren wir auf einer Kaffeehacienda eingeladen, die sogar die bekannte Marke „Starbucks“ mit Kaffee beliefert. Hier wurde uns auch der Prozess des Kaffeeanbaus und der Verarbeitung erklärt. Am Nachmittag folgte der Besuch der Ausgrabungsstätte Isnos sowie des Wasserfalls Salto de Mortiño.
4. Tag: San Agustin – Bogotá – Pereira
Schon um 5 Uhr morgens fuhren wir zurück nach Neiva, um von hier über Bogotá nach Pereira zu fliegen. Da unser Anschlussflug in Bogotá leider verspätet ankam, mussten wir an diesem Tag den Besuch einer weiteren Kaffeefinca ausfallen lassen, besuchten dafür am Abend noch die Termalquellen etwa eine Stunde außerhalb von Pereira. Begeistert waren wir von unserer Unterkunft – der Hacienda San José, in der wir zu diesem Zeitpunkt die einzigen Gäste waren und daher die volle Aufmerksamkeit des Personals genießen konnten. Die hübsche Hacienda im Kolonialstil inmitten einer weitläufigen Gartenanlage war das perfekte Refugium nach diesem langen Tag.
5. Tag: Pereira – Valle de Cocora – Pereira
Der Morgen begann wieder mit Hotelbesichtigungen, gefolgt von einer Fahrt ins Valle de Cocora, wo wir eine Wachspalme – den kolumbianischen Nationalbaum – pflanzen durften. Weiterfahrt mit Zwischenstopp im schönen Dorf Salento bis zur Kaffee-Hacienda San Alberto. Hier erwartete uns eine weitere detaillierte Erklärung des Kaffeeprozesses mit anschließender Kaffeeprobe und ein spektakulärer Sonnenuntergang über den Kaffeeplantagen. Nach einer letzten späten Hotelbesichtigung erreichten wir erschöpft wieder unser Hotel nahe Pereira.
6. Tag: Pereira – Quibdo – Nuquí
An diesem Tag verabschiedeten wir uns von der schönen Kaffeezone sowie von unserer Kollegin der kolumbianischen Partneragentur, welche uns bis dahin begleitet hatte, und flogen mit einer kleinen Propellermaschine mit 5 Sitzplätzen plus Crew über Quibdo nach Nuquí. Der Flug zunächst über die Berge und dann über den endlos scheinenden Urwald zwischen den Anden und der Pazifikküste war bereits ein Erlebnis. In Nuquí angekommen – ein verschlafenes Urwaldnest mit knapp 3.000 Einwohnern (die kein Englisch sprechen), wurden wir nach einiger Wartezeit per Bootstransfer in etwa 45 Minuten zur Lodge El Cantil gebracht, eine traumhafte Unterkunft umgeben von Regenwald und direkt am wunderschönen Pazifikstrand. Die atemberaubende Naturkulisse dort übertraf absolut unsere Erwartungen. Den verbleibenden Nachmittag nutzten wir, um die verschiedenen Strandabschnitte zu erkunden, die in der Nähe lagen. Außerdem wurden wir von einem hervorragenden Abendessen überrascht, welches trotz des mühsamen Transports sehr kreativ und köstlich war. Hier wussten wir noch nicht, dass in der Lodge jede Mahlzeit ein Highlight war.
7. Tag: Nuquí
Den Vormittag verbrachten wir am Strand, wobei wir bereits von der Lodge aus in einiger Entfernung einen Wal beobachten konnten. Am Nachmittag begaben wir uns dann endlich auch auf die lang ersehnte Walbeobachtungstour, nachdem wir von vielen Gästen der Lodge schon gehört hatten, wie viele Wale bereits gesehen worden seien und wie spektakulär ihre Sprünge seien. Zum Glück hatten wir nicht allzu viel erwartet, denn die einzigen drei Wale, die wir auf der Tour sahen, waren wohl nicht in der Stimmung für Sprünge und dergleichen, sondern vielmehr auf der ständigen Flucht vor dem Boot, sodass wir – nachdem wir einen kurzen Sprung und ansonsten nur ein paar Wasserfontänen und Rücken gesehen hatten – bald zur Lodge zurückkehrten. Das Abendessen war wieder die perfekte Entschädigung dafür.
8. Tag: Nuquí – Medellin – Cartagena
Am Morgen ging es mit dem Boot zurück nach Nuquí und von dort per Flug weiter nach Medellin. Da wir während des Transfers vom Stadtflughafen in Medellin zum internationalen Flughafen außerhalb noch etwas Zeit hatten, besichtigten wir unterwegs den Botero-Park mit seinen vielen Skulpuren und Statuen sowie einen Aussichtspunkt mit fantastischem Blick über Medellin – der zweitgrößten Stadt des Landes. Anschließend flogen wir weiter nach Cartagena an der Karibikküste, wo wir zum sehr schönen Kolonialhotel Alfiz in der Altstadt gebracht wurden.
9. Tag: Cartagena
Nach dem Frühstück begleitete uns ein deutschsprechender Reiseleiter zu einer Stadtführung mit Besichtigung des Klosters La Popa, der Festung San Felipe und der meterdicken Stadtmauer. Wir genossen besonders das Schlendern durch die Gassen mit den bunt bemalten und mit Blumen geschmückten Häusern. Nach dem Mittagessen standen einige Hotelbesichtigungen in der Altstadt sowie in der Strandzone Bocagrande auf dem Programm. Am Abend gönnten wir uns einen Drink auf einem der schönen Plazas in der Altstadt.
10. Tag: Cartagena – Islas del Rosario – Cartagena
An diesem Tag unternahmen wir eine Bootsfahrt zu den Islas del Rosario, einem Inselarchipel etwa eine Stunde von Cartagena entfernt. Auf der Isla Pirata hatten wir den ganzen Tag Zeit zum Entspannen und Baden (jedoch ohne Sandstrand) und erhielten ein typisch karibisches Mittagessen. Am späten Nachmittag Rückfahrt zum Hotel.
11. Tag: Cartagena – Santa Marta – Parque Tayrona
Nach einer etwa 4-stündigen Fahrt im öffentlichen Kleinbus erreichten wir gegen Mittag die Karibikstadt Santa Marta – Ausgangspunkt für den berühmten Nationalpark Tayrona. Die örtliche Agentur brachte uns innerhalb einer Stunde vom Stadtbüro zum Haupteingang des Parks. Hier mieteten wir für ca. 6 Euro ein Pferd, welches unter Gepäck zu den Cabañas Arrecife brachte, während wir uns auf die etwa einstündige Wanderung mitten durch den Dschungel machten. Am Nachmittag hatten wir noch kurz die Gelegenheit zu einem kleinen Strandspaziergang.
12. Tag: Parque Tayrona – Santa Marta
Frühmorgens wanderten wir zurück zum Parkeingang, besichtigen noch die Ecohabs und fuhren über das Fischerdorf Taganga mit Hotelbesichtigungen zurück nach Santa Marta. Nach einem Nachmittag voller Hotelbesichtigungen hatten wir am Abend gerade noch Zeit, um den Sonnenuntergang am Strand von Santa Marta zu genießen, bevor wir im stilvoll dekorierten Hotel Santorini Resort übernachteten.
13. Tag: Santa Marta – Bogotá
Von den knapp 40° C an der Karibikküste ging es an diesem Tag zurück ins etwa 15° C kalte Bogotá, wo uns die Kollegin der Agentur, weitere Hotelbesichtigungen sowie ein Stadtrundgang durch die schmucke Altstadt La Candelaria erwarteten. Mit einer Seilbahn fuhren wir auf den Berg Monserrate, von wo aus wir einen spektakulären Blick auf die Hauptstadt erhielten. Am Abend fuhren wir wieder ins Hotel De la Opera, wo wir wieder übernachteten.
14. Tag: Bogotá – Villa de Leyva
Am Morgen weitere Hotelbesichtigungen in Bogotá, anschließend etwa 3-stündige Fahrt nach Villa de Leyva. Unterwegs besichtigten wir die Salzkathedrale Zipaquirá sowie das schöne Künstler- und Töpferdorf Raquira. Am Abend kamen wir im schmucken Kolonialdorf Villa de Leyva an und schlenderten durch die hübschen Kopfsteinpflastergassen. Übernachtung in der Hacienda Duruelo mit wunderschöner Gartenanlage etwas außerhalb mit Blick über Villa de Leyva.
15. Tag: Villa de Leyva – Bogotá – Frankfurt
Morgens Hotelbesichtigungen in Villa de Leyva, anschließend Besuch eines über 150 Mio. Jahre alten Dinosaurier-Skeletts, welches in der Nähe gefunden wurde. Fahrt über das ehemalige Kloster Ecce Homo und vorbei an der berühmten Brücke „Puente de Boyacá“, an der Simon Bolivar die entscheidende Schlacht gegen die Spanier gewann, zurück nach Bogotá, wo wir uns von unserer Kollegin von Neptuno (gleichzeitig unsere ständige Übersetzerin und kompetente Helferin) verabschieden mussten. Rückflug nach Deutschland.
Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass wir – entgegen der Meinung vieler Unwissender – nie einen Grund hatten, uns unwohl oder unsicher zu fühlen. Die Kolumbianer sind ein äußerst herzliches, freundliches Volk, das uns immer entgegen kam und immer einen außergewöhnlich optimistischen Eindruck machte trotz der Probleme, mit denen das Schwellenland noch zu kämpfen hat. Natürlich meidet man bestimmte Gegenden in den großen Städten, aber in Kolumbien ist definitiv nicht mehr Vorsicht geboten, als in jedem anderen Land.
Außerdem bedanken wir uns ganz herzlich bei Angelika von Neptuno, die uns diese tolle Reise organisiert hat, die dafür gesorgt hat, dass jeder Transfer, jede Besichtigung, jeder noch so kleine Programmpunkt, sogar unser umständlicher Kofferversand und jede Übernachtung hervorragend geklappt hat. Es war unglaublich viel Arbeit für sie und wir schätzen die absolut perfekte Organisation. Vielen herzlichen Dank!