Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Costa Rica Reisebericht

Anlässlich der Expotur – der Tourismusmesse, die alljährlich in San José, Costa Rica stattfindet, bot sich mir im Mai 2010 die Gelegenheit, eine Reise in dieses exotische Land zu unternehmen. Während meines Nachprogramms traf ich auf unzählige Tiere, die es bei uns allerhöchstens im Zoo zu sehen gibt, auf tropischen Regenwald und vor allem die herzlichen Ticos.

Nach meinem ca. 15-stündigen Flug mit Continental Airlines von München über Newark nach San José (erstaunlicherweise viel mehr Beinfreiheit als bei anderen Fluggesellschaften, die das Land anfliegen…) kam ich endlich am Flughafen San José an. Mich erwarteten tropische 30°C noch um 22 Uhr. Bereits am Flughafen traf ich andere Messebesucher und wir wurden in die vorgesehenen Hotels gebracht. Ich selbst übernachtete im Hotel Barcelo San José Palacio, ein 4*-Hotel außerhalb von San José (worauf man in der Regel auch achten sollte). Das Hotel liegt inmitten einer hübschen Gartenanlage, es besitzt einen Pool und die Zimmer sind elegant.

Schon an meinem ersten Morgen erfuhr ich, was es heißt, wenn der Bus um 07:30 Uhr „Tico-Time“ abfährt. Dann braucht man nämlich nicht vor halb 9 in der Lobby warten. Die nächsten beiden Tage verbrachte ich dann also hauptsächlich auf der Expotur im Center of Conventions und lernte allerlei „buyers“ und „sellers“ aus vielen Teilen der Erde kennen. Sogar ein leichtes Erdbeben erlebte ich gleich an meinem ersten Tag in Costa Rica.

Am dritten Tag wurde ich von der Agentur Rancho Los Tucanes abgeholt und startete mein Nachprogramm zusammen mit ca. 20 weiteren Messeteilnehmern, vor allem Amerikaner, aber auch ein paar Europäer, in Richtung Pazifikküste. Am Río Grande de Tárcoles nahe des Carara Nationalparks machten wir unseren ersten Stopp. Eine Bootsfahrt mit Krokodilbesichtigung stand auf dem Programm. Neben den Reptilien sahen wir auch exotische Vögel, Krabben und einen Waschbär.

Anschließend fuhren wir in den Touristenort und in das Surferparadies Jacó, wo unsere erste Hotelbesichtigung vorgesehen war. Nach der Inspektion des Best Western Jacó Beach Hotels wurden wir hier zu einem landestypischen Mittagessen eingeladen.

Nahe Jacó befindet sich die „Rain Forest Aerial Tram Pacific“, eine Seilbahn, die 300m hinauf direkt in den tropischen Regenwald führt. Hier sah ich meinen ersten Kolibri und – nach langem Suchen – endlich auch einen Tukan! Im Anschluss fuhren wir weiter an der Küste entlang nach Quepos am Manuel Antonio Nationalpark. Die Strecke führt durch unzählige Palmenplantagen und man sieht, wie die ländliche Bevölkerung abseits der Best Westerns und Barcelos des Landes lebt. Am Manuel Antonio Nationalpark wurden wir auf 3 verschiedene Hotels aufgeteilt. Aus irgendeinem Grund war ich im Hotel La Mansion Inn die Glückliche, die ein unerwartetes Upgrade in die Penthouse Suite bekam (aufgrund von Verfügbarkeiten natürlich). Ich hatte also direkten Meerblick von meinem kleinen Balkon aus, ein zusätzliches Esszimmer und einen eigenen Jacuzzi im Bad. Das Hotel an sich war sehr gemütlich, es gibt einen Pool, kostenlosen Internetzugang und – was mich am meisten beeindruck hat – eine Bar, die mehr oder weniger in Felsen gebaut ist und in der oben in den Decken Fledermäuse leben. Man realisiert spätestens beim Einchecken, wenn man eine kleine Infobroschüre bekommt, dass man quasi mitten im Dschungel wohnt: man soll möglichst nie die Fenster geöffnet lassen, um keine unerwünschten Gäste ins Zimmer zu lassen. Interessant waren auch die Geckos, die im gesamten Hotel gehalten werden, um Mosquitos los zu werden.

Am nächsten Morgen ging es früh gleich in den Manuel Antonio Nationalpark. Während der ca. 3-stündigen Wanderung konnten wir Faultiere, Brüllaffen, Tukane, Leguane und jede Menge andere exotische Tiere beobachten. Auch die tropischen Pflanzen des dicht bewachsenen Regenwalds beeindruckten mich. An einem der 3 Strände des Nationalparks gönnten wir uns eine Pause und konnten uns im Meer erfrischen. Im Anschluss stand die Besichtigung des Hotels Villas Lirio auf dem Programm. Ein nettes kleines Dschungel-Hotel im Tico-Stil und das Mittagessen war sehr lecker. Eine kleine Tanzgruppe aus Costa Rica unterhielt uns während des Nachmittags. Nachdem wir uns in unseren Hotels ein wenig ausgeruht hatten, wartete schon wieder der nächste Termin auf uns: Im Hotel Los Altos fand eine kleine Messe statt, bei der Hotels und Veranstalter aus der Umgebung von Manuel Antonio ihre Produkte vorstellten. Ich nutzte die Gelegenheit, um mir unser Rundreisenhotel Karahé anzusehen. Ein einfaches, aber nettes Hotel mit unschlagbarer Lage, fast direkt am Strand. Abendessen gab es dann im Hotel Los Altos nach einer weiteren Hotelinspektion. Am nächsten Tag wurden uns zunächst 3 optionale Aktivitäten vorgeschlagen. Reiten, Kayaking und Rafting. Kayaking fiel schließlich doch aus, da nach dem Erdbeben an der Küste der dafür vorgesehene Fluss zu viel Wasser führte, sodass Kayaking hier zu gefährlich gewesen wäre. Nach den Aktivitäten mussten wir den Park verlassen und fuhren zurück nach San José, wo sich unsere Gruppe auflöste und die meisten in ihre Heimatländer zurückkehrten. Ich hatte zum Glück noch ein kleines Nachprogramm, welches mir unsere Partneragentur organisiert hatte, also übernachtete ich im Hotel Buena Vista auf einem Hügel in der Nähe des Flughafens. Die Zimmer sind sehr einfach, aber die Lage ist hervorragend, man sieht unten im Tal die Stadt San José und mit etwas Glück auch den Vulkan Poás. Am nächsten Morgen wurde ich also von der Agentur abgeholt und wir fuhren zunächst durch jede Menge Kaffeeplantagen zum Vulkan Poás. Vom Parkplatz ist es nur eine kurze Wanderung zum Krater, welchen ich glücklicherweise auch komplett sehen konnte (oft wird er von einer dichten Rauchwolke verhüllt), sogar der Kratersee war sichtbar. Anschließend fuhren wir weiter Richtung Vulkan Arenal, der wahrscheinlich spektakulärste Vulkan Costa Ricas. Schon von Weitem sieht man den riesigen Vulkan, aus dessen Kegel ununterbrochen Rauch steigt. Zunächst standen wieder ein paar Hotelbesichtigungen auf dem Programm, beginnend mit der Casa Luna Lodge, welche – wie fast alle Hotels in La Fortuna – Blick auf den Vulkan bietet. Unter den 3 bis 3,5*- Hotels hat mir dieses fast am Besten gefallen. Die Zimmer sind gepflegt und die Anlage hübsch. Die Anreise ist etwas mühsam, da die Straße, die zum Hotel führt, momentan noch ausgebaut wird. Danach fuhren wir zum Hotel Lomas del Volcán, wahrscheinlich noch etwas landestypischer mit seinen kleinen Holzbungalows. Hier bekamen wir netterweise ein köstliches costaricanisches Mittagessen: Reis, Bohnen, Hähnchen, Kochbananen, Salat und Kartoffeln. Gestärkt machten wir uns auf den Weg zu einem wirklich tollen Hotel: Das 4*-Boutique-Hotel Nayara. In einer wunderschönen grünen Gartenanlage stehen 24 Bungalows, tropische Pflanzen reichen bis zur Eingangstür. Auf den Terrassen mit Blick zum Vulkan steht ein Jacuzzi. Es gibt einen hübschen Pool und – zu unserer großen Freunde – eine Weinbar, in die wir zur Weinprobe eingeladen wurden. Wir fuhren weiter zum Hotel Volcano Inn, dieses liegt wieder im 3*-Bereich, hat aber auch nette Bungalows auf einer hügeligen Gartenanlage. Der Spa-Bereich hier war besonders schön. Das letzte Hotel unserer Besichtigungstour bevor wir zu unserer Unterkunft fuhren, war die Volcano Lodge. Für meinen Geschmack ein wenig zu langweilig, wenig abwechslungsreiche Anlage, die Zimmer auch eher unspektakulär. Weiterfahrt zum Hotel Arenal Paraíso, wo wir auch übernachten sollten. Die geräumigen Holzbungalows im Tico-Stil stehen wirklich fast mitten im Regenwald, das Dschungelkonzert ist einmalig. Nach einem leckeren Abendessen im Hotelrestaurant erwartete uns das Highlight des Tages: Wir nutzten die Thermalquellen des Hotels. Bei Badewannentemperatur und gedämpftem Licht ließen wir den Abend ausklingen. Aber Achtung: Es gibt im Hotel mehrere Thermalquellen mit unterschiedlichen Temperaturen, die kühleren Becken sollte man nicht unbedingt nutzen, wenn man sie nicht mit Kröten teilen möchte. Von den heißen Becken halten sich die Tiere fern…

Während meiner letzten Nacht in Costa Rica hörte ich nochmals unzählige Tiere. Auf meinem Dach wohnte vermutlich ein Leguan oder so, von dort konnte man immer die gleichen seltsamen Geräusche hören. Pünktlich um 5:30 Uhr erwachten dann wohl auch die Brüllaffen – ihr Name in allen Ehren…Schließlich hieß es für mich wieder Koffer packen, denn gleich nach dem Frühstück traten wir die knapp 3-stündige Rückreise nach San José an, wo mich die Kollegen von der Agentur am Flughafen verabschiedeten. Hier kaufte ich noch jede Menge Kaffee (der übrigens fantastisch schmeckt) und Schokolade, bevor ich mich für die kommenden 15 Stunden wieder in das Flugzeug nach Deutschland setzen musste. Und schon war sie vorbei, die Reise ins Tico-Land. Pura Vida!

Diesen Beitrag teilen!

Stichworte (Tags): , ,

Trackback URI | Kommentare RSS

Kommentar schreiben