Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Lateinamerikanische „Exoten“ bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver

Abseits des allgemeinen Zuschauer- und Experten-Interesses haben sich auch in diesem Jahr wieder einige als Exoten bezeichnete Sportler bei den Winterspielen in Kanada eingefunden, um den Olympischen Geist und das bekannte Motto („Dabei sein ist alles“) zu zelebrieren.

Bereits von seinen vorherigen vier Teilnahmen ist der für Mexico startende Prinz Hubertus von Hohenlohe bekannt. Im Riesenslalom lag der mit 51 Jahren älteste Teilnehmer der Spiele im Ziel knapp 34 Sekunden hinter dem frisch gebackenen Olympiasieger Carlo Janka aus der Schweiz. Doch nicht das Ergebnis der Exoten, sondern überhaupt deren Teilnahme und Freude daran, einmal bei einem derartigen Großereignis dabei zu sein, zählt – und allen Zuschauern dadurch eine große Freude zu machen. Auch optisch! Denn Hubertus von Hohenlohe legt v.a. Wert auf sein Äußeres und macht wegen seines mit Pistolen und Patronengurten verzierten Rennanzuges von sich reden. Wenn man schon nicht durch sportliche Leistung auffallen kann, muss man bei einem solchen Event eben auf andere Art und Weise das Interesse wecken. Und genau das ist doch das exotische und faszinierende an den Olympischen Spielen, dass neben den sportlichen Wettkämpfen auch immer wieder „schräge Vögel“ mit dabei sind und ihr Bestes geben.

Ebenso auffallend  wie Hubertus von Hohenlohe sind zwei junge Deutsche, die für Peru in den alpinen Ausscheidungen starten. Manfred Oettl Reyes und seine Schwester Ornella – Kinder eines deutschen Vaters und einer peruanischen Mutter, aufgewachsen am Chiemsee und wohnhaft in Innsbruck – nehmen für das Heimatland ihrer Mutter an den Olympischen Spielen teil. Nach einem langen Weg mit vielen Telefonaten mit den zuständigen Verbänden in Peru wurde ihnen erst 2 Wochen vor Beginn der Spiele die Teilnahme erlaubt. Dies ist somit der erste olympische Auftritt peruanischer Wintersportler (die beiden haben seit Sommer 2009 die Staatsbürgerschaft).

Manfred Oettl Reyes – 16 Jahre jung – sorgte im olympischen Riesenslalom für Aufsehen. Nicht nur durch seinen knallbunten, mit unzähligen Lamas versehenen Anzug, sondern auch durch seine spektakuläre Fahrt, bei der er gleich am Anfang einen Skistock verloren hatte. Er schaffte es dennoch bis ins Ziel, wurde 67. und beansprucht seitdem für sich, besser als der Amerikaner Bode Miller gewesen zu sein, seines Zeichens aktueller Olympiasieger der Super-Kombination und einer der Superstars des Skizirkus. Dieser ist im Riesenslalom nämlich ausgeschieden. Beim nächsten Rennen will sich Manfred aber dennoch ein Autogramm von Bode Miller holen – oder umgekehrt…?

Eines ist sicher: solche Geschichten machen die Olympischen Spiele noch interessanter und einnehmender für die Zuschauer. Wir drücken allen für lateinamerikanische Länder startenden Olympioniken kräftig die Daumen und freuen uns über solche „Exoten“ in Vancouver.

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Marion Voelkl am 27. Februar 2010 in Reportagen

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