Grizzlys, Gletscher & Goldgräber – Eine Reise durch Kanada und Alaska / Teil 2
Nachdem wir Kofferabgabe, Check-In und Zollkontrolle erfolgreich hinter uns gebracht hatten (schließlich wollten wir ja in die USA einreisen), konnte das Abenteuer Kreuzfahrt beginnen. Jeder machte sich erst einmal auf den Weg, seine Kabine zu inspizieren und den ersten Rundgang über unser Schiff, die Serenade of the Seas, zu machen. Dies sollte unser Zuhause für die nächsten 8 Tage werden und es gab wirklich sehr viel zu entdecken: Restaurants, Bars, Cafes, Kasino, Theater, Pooldeck, Spabereich….
Pünktlich zum Auslaufen versammelten sich die meisten Passagiere an Deck und beobachteten das Spektakel mit gezückter Kamera. Vorbei an der Skyline von Vancouver, unter der Lion’s Gate Brücke hindurch, fuhren wir in Richtung Inside Passage. Man konnte Stunden damit verbringen, an Deck zu sitzen und die herrliche Landschaft an sich vorbeiziehen zu sehen. So verbrachten wir mehr oder weniger auch den zweiten Tag an Bord, da es ein Seetag war. Das gab einem auch die Gelegenheit, zunächst das Schiff zu erkunden, sich zu orientieren und/oder an einer der zahlreichen Aktivitäten an Bord teilzunehmen.
Unser erster Ausflug stand dann am dritten Tag an: wir erreichten Icy Strait Point, am „Eingang” der Glacier Bay gelegen und Heimat der Hoonah-Indianer. Nachdem wir zu dem kleinen Hafen getendert waren, bestiegen wir ein kleineres Boot und starteten zur Walbeobachtungsfahrt nach Point Adolphus. Hier tummelten sich Buckelwale und es war ein beeindruckendes Erlebnis, diese majestätischen Tiere durchs Wasser gleiten zu sehen.
Ein gut aufgelegter Wal setzte gar zu einem Sprung an, was ein kollektives „ooohhh” und „aaahhh” zur Folge hatte. Überall sah man die Wasserfontänen, die die Wale beim atmen versprühen, und zeitweise wusste man gar nicht, in welche Richtung man zuerst sehen wollte, um nur ja keinen Wal zu verpassen. Nach diesem gelungenen Vormittag verbrachten wir den Rest des Tages in Icy Strait Point und kehrten dann zum Schiff zurück, um bei 25°C noch ein wenig die Sonne auf dem Pooldeck zu genießen.
Der nächste Tag begann gemütlich, da kein Ausflug auf dem Programm stand. Stattdessen wurde heute der Endicott Arm Fjord angesteuert, in den unser Schiff hineinfuhr, um uns ganz nah an den Gletscher, der in den Fjord kalbt, heran zu bringen. Die Durchfahrt war wirklich erstaunlich, da unser Schiff doch eine beachtliche Größe hatte und es trotzdem den Anschein hatte, als ob der Kapitän uns spielend leicht durch alle Engpässe und Kurven hindurchmanövrierte. Je näher wir dem Gletscher kamen, desto mehr
Treibeis schwamm auf dem Wasser. Zahlreiche Robben und Seelöwen nutzten die Schollen, um ein Sonnenbad zu nehmen und sie ließen sich von unserer Ankunft kaum aus der Ruhe bringen. Schließlich kam der Gletscher in Sicht und es war ein imposanter Anblick! Wir näherten uns bis auf gefühlte 20 Meter (man verliert sehr leicht das Gefühl für realistische Entfernungen bei so viel Begeisterung) und hatten so einen fantastischen Blick auf das bläulich schimmernde Eis. Nachdem der Kapitän einige Runden vor dem Gletscher gedreht hatte, fuhren wir wieder in Richtung offenes Meer und ließen die schneebedeckten Berge an uns vorüber ziehen, mit Kurs auf Skagway.
Wir legten am frühen Morgen in Skagway an und begannen den Tag mit einer Zugfahrt im legendären White Pass & Yukon Railway. Der Zug schlängelt sich entlang des ehemaligen Goldgräberpfades in die Berge hinauf und die Aussicht ist traumhaft. Die alten Waggons bieten einem die Gelegenheit, auf der Außenplattform zu stehen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, während unter und neben einem Wälder, Wasserfälle, Schluchten und Berghänge vorbeiziehen. Endstation ist Fraser, das bereits auf der kanadischen Seite liegt und so mussten wir eine
kleine Passkontrolle durchlaufen, bevor wir aussteigen durften. Den Rückweg legten wir mit dem Bus zurück und kurz bevor wir Skagway erreichten, machten wir noch einen kurzen Halt am Goldgräberfriedhof der Stadt mit Gräbern aus der Zeit um 1898. In Skagway selbst scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: man fühlt sich in die Zeit des Goldrausches zurück versetzt und ein Besuch im Red Onion Saloon ist quasi obligatorisch (Tipp: besuchen Sie das Bordell-Museum über dem Pub und erfahren Sie auf humorvolle Weise etwas über ein unterhaltsames Kapitel der Stadt).
Der nächste Tag führte uns weiter nach Juneau, der Landeshauptstadt Alaskas. Die Stadt ist nur auf dem Luft- und dem Wasserweg zu erreichen, Straßen gibt es keine nach Juneau. Hier machten wir uns auf, um den Mendenhall-Gletscher zu besuchen. Auch die Glacier Gardens standen auf dem Programm. Bei einem kleinen Rundgang durch Juneau warfen wir schließlich noch einen Blick in den Red Dog Saloon, wo seit 1900 Wyatt Earp’s Revolver hängt. Dann ließen wir auch unsere letzte Station in Alaska hinter uns und machten uns auf den Rückweg nach Vancouver, wieder lag ein Seetag durch die Inside Passage vor uns.
Die letzten beiden Tage unserer Reise verbrachten wir in Vancouver, aufgrund seiner Lage am Meer und mit den
Bergen im Hintergrund zählt es sicherlich zu den schönsten Städten der Welt. Bei einer Stadtrundfahrt erkundeten wir den riesigen Stanley Park mit seinen Totempfählen, das alte Gastown mit seiner Dampfuhr und die Shoppingmeile Robson Straße. Auch Chinatown und Granville Island statteten wir einen kurzen Besuch ab. Wir hatten genug Zeit, diese tolle Stadt zu erkunden und auf uns wirken zu lassen. Schließlich traten wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge den Heimweg an. Ich bin sicher, das war nicht meine letzte Reise nach Kanada und Alaska…
Stichworte (Tags): Alaska, Gruppenreisen weltweit, Kanada, Kreuzfahrt
Denise Jasinski am 5. August 2009 in Kreuzfahrten, Miller Reisen, Reiseberichte
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