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Gab es einen Staatsstreich in Honduras?

roatan-istockNews von unser Agentur in Honduras:

Gab es einen Staatsstreich in Honduras?

NEIN!! Was tatsächlich passiert ist: am Sonntag, den 28. Juni wurde Praesident Manuel Zelaya abgesetzt, weil er sich über die honduranische Verfassung, sowie über Entscheidungen des Parlaments und des Obersten Gerichtshofes von Honduras hinweggesetzt hat. Es handelt sich also um einen normalen Verfassungsprozess (der in jedem anderen demokratischen Staat in ähnlicher Weise vollzogen würde!!) und nicht – wie fälschlicherweise in den internationalen Medien kommuniziert – um einen Staatsstreich oder Militärputsch.

honduras-pulhapanzakDie Honduraner können vielmehr stolz darauf sein, dass ihre Demokratie derart gut funktioniert und dass die Vorgaenge gewaltlos abgelaufen sind. Auch wenn es vielerorts anders dargestellt wird: nur eine Minderheit protestiert gegen die verfassungskonforme Absetzung von Manuel Zelaya. Es bleibt zu hoffen, dass die Internationale Gemeinschaft und vor allem auch die Medien in aller Welt die Entscheidungen der honduranischen Institutionen respektieren und damit dazu beitragen, dass die Übergangsregierung (im November ist der regulaere Wahltermin) unter Roberto Micheletti ihre Arbeit unbehelligt von Einmischung von aussen machen kann.

honduras-maedchenDie Lage in Honduras war und ist ruhig und von Normalitaet gepraegt. Die Ereignisse hatten keinen Einfluss auf unsere Arbeit und alle Touren, Transfers und Flüge wurden auch ueber das Wochenende ohne Einschränkungen durchgefuehrt.

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3 Kommentare zu “Gab es einen Staatsstreich in Honduras?”

  1. Lateinamerika schrieb am 2. Juli 2009 um 15:45 #

    Kein Staatsstreich? Vielleicht sollte “Ihre Agentur” mal über folgendes nachdenken: Auch wenn derzeit “nur eine Minderheit” gegen die Absetzung protestiert, wurde Zelaya doch mit einer Mehrheit des Volkes zum Präsidenten gewählt, er ist somit demokratisch legitimiert. Der neue Präsident wurde hingegen nicht vom Volk gewählt, sondern vom Parlament eingesetzt, wozu es keine verfassungsmäßige Befugnis hat. Er ist nicht demokratisch legitimiert. Sollten die Honduraner angesichts dieser Tatsache “stolz sein” auf ihre Demokratie? Der Militärputsch ist zurecht von allen Regierungen Amerikas verurteilt worden. Der “golpe” sollte eigentlich als überwunden gelten. Nur durch die Anerkennung demokratischer Spielregeln wäre über einen längeren Zeitraum demokratische Stabilität in Mittelamerika, die auch dem Tourismus zugute kommt, denkbar. Honduras hat letzte Woche einen vielleicht historischen Schritt rückwärts gemacht. Angesichts der Verhältnisse im Land von “Normalität” zu sprechen, verbietet sich eigentlich.

  2. Oliver Lang schrieb am 3. Juli 2009 um 09:21 #

    Liebe/r/s Lateinamerika!
    Ich bin von der Agentur und sitze jetzt (1:00 AM) Ortszeit in San Pedro Sula am Rechner und versuche wie die vergangenen 4 Tage etwas an der voellig einseitigen und nicht wahrheitsgemaessen Informationslage zu aendern. Leider scheint die gesamte Weltpresse gleichgeschaltet zu sein, was wohl daran liegt, dass die sich nur aus den Agenturpools bedienen. Ist Ihnen schonmal aufgefallen, woher die Korrespondenten berichten: aus Mexico Stadt, aus Buenos Aires etc. ES IST KEIN EINZIGER EUROPAEISCHER REPORTER HIER!!
    Aber zum eigentlichen Thema: offensichtlich scheint der Rest der Welt die honduranische Verfassung besser zu kennen als das Oberste Gericht von Honduras: dieses hat naemlich die Absetzung Zelayas angeordnet. Roberto Micheletti wurde nicht “eingesetzt”, sondern ist als sein legitimer Stellvertreter vom Kongress vereidigt worden. Wenn Sie es genauer wissen wollen, lesen Sie bitte unter: http://www.csmonitor.com/2009/0702/p09s03-coop.html
    Zur Lage im Land: die Leute gehen ganz normal zur Arbeit (die sie nur zu Tausenden unterbrechen, um gegen Zelayas Rueckkehr und die Ignoranz der Weltgemeinschaft zu demonstrieren), zum Einkaufen, alle Medien funktionieren normal, man kann ganz normal in alle Landesteile reisen… das Einzige, was nicht normal ist, ist wie die Wahrheit ueber die Geschehnisse hier im Land verdreht wird!

  3. Silberstein schrieb am 7. Juli 2009 um 18:47 #

    Hallo, lebe in Ecuador und unser Herr Praesident ist ja intensiv an der Sache beteiligt, um nicht zu sagen, dass er einer der Mitverursacher ist, der nun auch noch versucht, sich darueber zu profilieren. Grundsaetzlich ist es schon so, dass wir auch aus der Distanz schon ausreichend Gelegenheit haben, uns umfassend zu informieren, man muss sich nur die Muehe machen und ein wenig suchen. Es ist kein Geheimnis hier, dass Herr Zelaya gegen Gerichts- und Parlamentsentscheidungen und mit Unterstuetzung insbesondere von Herrn Chavez aus Venezuela den eigentlichen Staatsstreich versucht hat. Die Absetzung von Zelaya ist vielleicht problematisch in der Form gewesen, doch in der Sache kennen wir das ja sehr gut aus Ecuador, wo zuletzt und vor Correra immerhin drei gewaehlte Praesidenten so in die Wueste geschickt wurden. Damals hat man nichts von den Internationalen Einrichtungen gehoert. Dafuer ist der Applaus aus Ecuador jetzt schon etwas seltsam, immerhin wurde vor Kurzem noch die sogenannte Bruderregierung in Iran ausdruecklich fuer die Art der Unterdrueckung der Proteste in ihrem Land von Correa wie von Chavez gelobt. Selktsame Allianzen, der sich zugegebenermassen auch die Presse teilweise anschliesst. Doch es gibt auch die anderen Veroeffentlichungen!

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