Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Abenteuer Salzwüste – Salar de Uyuni in Bolivien

uyuni_jeepEin riesiges weißes Meer. Ein blendendes Weiß wohin das Auge reicht. Und dazu eine tiefe Stille. Faszinierend. Ich stehe am Rande des größten Salzsees der Erde und muss mir immer wieder sagen, dass das vor mir keine Eis- und Schneelandschaft ist sondern einfach nur Salz. In der Trockenzeit ist der bolivianische Salar de Uyuni eine weiße Wüste mit einer dicken Salzkruste, in der Regenzeit wird er zum Salzsee. Insgesamt auf 12.000 km² breitet sich dieser Salar aus. 12.000 km²  – da passt der Bodensee mehr als 20 Mal rein! Das muss man sich mal vorstellen.
Das Salz verzaubert nicht nur Touristen, sondern beschert den Bewohner dieser menschenfeindlichen Gegend auch ein karges Einkommen. Es wird von Lastwagen aus dem Salzsee heraustransportiert und in Colchani, am Rande des Salars, auf einfachste Weise verarbeitet. Zu Speisesalz, Kunsthandwerk und Baumaterial. Komplett aus Salz gebaut ist zum Beispiel das Salzhotel, das wir während unserer Tour kurz besichtigen.

Unsere insgesamt 3-tägige Tour startete am Morgen im einsamen bolivianischen Städtchen Uyuni. Mit dem Jeep fahren wir jetzt immer gerade isla_de_pescadoaus. Vorne alles weiß, hinten alles weiß, ich frage mich, wie sich der Fahrer in diesem weißen Meer eigentlich orientiert. Vielleicht an den riesigen Kandelaber-Kakteen, die am Horizont langsam erscheinen. Sie stehen auf der Isla Pescado, der größten Insel im Salar. Ein Kompass funktioniere hier jedenfalls nicht, wie mir unser Guide erklärt. Es sei auch inzwischen nicht mehr erlaubt, den Salar ohne Guide zu durchqueren. Einige Menschen hätten hier schon ihr Leben verloren: ihre Autos blieben in den „ojos de agua“ (Wasserlöchern) stecken, sie verirrten sich und fanden den Weg nicht mehr aus dem Salar heraus. Längeres Laufen erwies sich als schier unmöglich, da das aggressive Salz die Schuhsohlen zerfrisst…Schauergeschichten für die Touristen? Ich freue mich jedenfalls, als wir die Isla de Pescado mit den bis zu 10 Meter hohen Kakteen nun direkt vor uns sehen.

uyuni_salzhaufenWir sind nicht die einzigen, die die Schönheit der Insel und des umliegenden Salars genießen, insgesamt machen 15-20 Jeeps hier ihre Mittagspause. Für 10 Bolivianos Eintritt darf man einmal über die Insel wandern und das Klo benutzen. Die Aussicht vom höchsten Inselpunkt ist schlicht und einfach atemberaubend. Hinter dem endlosen Weiß kann man in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der chilenischen Anden ausmachen. Das Salz blendet stärker als Schnee, eine Sonnenbrille ist ein absolutes Muss. Trotz Höhe – der Salar liegt auf 3650 m – ist es hier oben nahe der Sonne erstaunlich warm. Aber nur tagsüber, nachts fallen die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt.
Nach der Mittagspause durchkreuzen wir den Salar weiter und erreichen am südlichen Ufer unsere Herberge. Das Weiß des Salars wird nun langsam vom Dunkel der Nacht verschluckt.

Am nächsten Tag geht es zu den farbigen Lagunen und Vulkanen an der bolivianisch – chilenischen Grenze – aber das ist eine andere Geschichte.

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Sünje Fischer am 17. Februar 2009 in Bolivien, Reiseberichte

1 Kommentar zu “Abenteuer Salzwüste – Salar de Uyuni in Bolivien”

  1. Bolivi schrieb am 3. Mai 2010 um 12:54 #

    Sehr interessanter Bericht. Beim nächsten Bolivienbesuch ist der Salzsee dann wohl ein absolutes Muss.

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