Lateinamerika-Blog by Miller Reisen

Monatsarchiv für Februar 2009

Explora Hotels, neuer Club gegründet

Nachdem meine beiden Kolleginnen und ich schon alle in den Genuss eines EXPLORA Besuchs kommen durften und davon restlos begeistert waren, freuen wir uns über folgende Meldung des Unternehmens:

Auf Grund der steigenden Zahl an wiederkehrenden Gästen hat sich EXPLORA dazu entschlossen einen exklusiven Klub, den „Club Exploradores del Sur de América (CESA)” zu gründen um die Treue seiner Kunden zu belohnen bzw. einen Anreiz für einen erneuten Besuch zu schaffen. 

explora_patagaoniaVorteile dieses Klubs sind u.a. ein Rabatt von 5% auf die jeweilige Buchung sowie 5% Rabatt für eine Begleitperson. Zudem werden die Kunden entweder bei Buchung oder Check-In, je nach Verfügbarkeit, kostenlos in eine höhere Zimmerkategorie gebucht und mit einem sogenannten „Welcome Pack” begrüßt.

EXPLORA eröffnete sein erstes Hotel 1993 im Torres del Paine Nationalpark, einem der schönsten Nationalparks der Welt, ganz am Südzipfel Chiles. 1998 folgte das zweite Hotel in der Oase von San Pedro in der Atacama Wüste. Das Hotel wurde kürzlich komplett renoviert und verfügt seit einiger Zeit über eine eigene hochwertige Sternwarte. Im Dezember 2007 öffnete das dritte Haus der EXPLORA Kette auf der Osterinsel, das erste mit dem Umweltzertifikat LEED ausgezeichnete Hotel Südamerikas. Für 2010 plant EXPLORA die Eröffnung eines neuen Hotels im Valle Sagrado in Peru.

„We shall not cease from exploration” ist einer der Leitsprüche des Unternehmens. Schon bei der Ankunft in den Hotels fällt der sehr persönliche Service auf, den alle Mitarbeiten versuchen zu den Gästen aufzubauen. Es werden geniale Touren mit geschulten Guides angeboten, darunter fallen Ausflüge in die schönsten Ecken des Landes wie zum Beispiel in der Atacama Wüste ins Valle de la Muerte inklusive Sanddünenhüpfen, aufregende Klettertouren in Salzschluchten oder schwimmen in den heißen Quellen von Puritama, natürlich immer mit dabei frisch gepresste Obstsäfte und andere Leckereien. Es soll schließlich für alles gesorgt sein bei EXPLORA. Die gesamte Argentinien/Chile Abteilung kommt noch immer bei diesen Erinnerungen ins Schwärmen….

Lateinamerika Reise und Marketing Spezialist gesucht

Als Spezialist für Lateinamerika bietet die Miller Reisen GmbH das umfangreichste Angebot für Reisen nach Südamerika und Mittelamerika auf dem deutschsprachigen Markt.

Momentan suchen wir für unsere Abteilung Peru – Bolivien einen Lateinamerika – Spezialisten für den Verkauf und Vertrieb unserer Reisen in die nördlichen Andenländer. Nähere Informationen zu dieser Stelle finden Sie hier.

Darüber hinaus benötigen wir Unterstützung für unsere Marketing Abteilung. Auch hier suchen wir einen Fachmann mit Affinität für Reisen nach Südamerika.

Sollten Sie Interesse an einer dieser Stellen haben, so setzen Sie sich bitte mit mir in Verbinung. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Nach dem Referendum in Venezuela / Reisen dorthin sicher

referendum_chavezWie bereits hinlänglich bekannt ist, wurde am 16.02.2009 in Venezuela in einem Referendum über die von Staatschef Chávez angestrebte Verfassungsänderung abgestimmt. Nachdem diese bereits im Jahr 2007 gescheitert war, was die erste Niederlage Chávez’ in seiner bisherigen Amtszeit ist, wurde nun noch einmal über die Neuerung abgestimmt. Nach einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne für die Änderungen (begleitet von einer Gegenbewegung und studentischen Protesten) ging dieses Mal die Abstimmung wunschgemäß – zumindest was das Lager Chávez’ betrifft – über die Bühne: knapp 55% der Bevölkerung stimmten für die Verfassungsänderung. Damit dürfen nun alle Amtsträger in Venezuela beliebig oft wiedergewählt werden, nachdem im ersten Referendum nur eine Änderung dieser Regelung für den Staatschef zur Wahl stand.

Damit ist dem jetzigen Staatschef die Möglichkeit gegeben, sich weiterhin als Präsident aufstellen zu lassen und so seine „sozialistische Revolution” zu vollenden. Denn nach eigenen Angaben müsse er noch bis ca. 2029 im Amt bleiben, um seinen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts” in Venezuela einführen zu können. Ohne die Verfassungsänderung hätte die Amtszeit Chávez’ 2013 nach 14-jähriger Präsidentschaft geendet. Um dies zu verhindern, beraumte er das Referendum an. Seine Gegner sowie die politische Opposition werfen ihm nun vor, seine Macht damit zu sehr auszuweiten und nach und nach eine Diktatur aufbauen zu wollen. Denn neben der Änderung bezüglich der Wiederwahl beinhaltete das Referendum zudem eine weitreichende Kontrolle des Finanzmarktes (Abschaffung der Autonomie der Zentralbank, Kontrolle über ausländische Währungsreserven) und räumte Chávez zahlreiche Befugnisse im Falle eines Ausnahmezustandes (z.B. Medienzensur in Krisenzeiten) ein. Ein weiterer Vorwurf, der im Raume steht, ist die illegale Benutzung staatlicher Mittel, um für das Referendum Werbung zu machen.

Bleibt zu erwarten, wie diese Geschichte weitergeht und welche Änderungen Chávez noch vornehmen wird, nachdem er nach und nach seine Kontrolle über die Wirtschaft ausdehnt. Ein wichtiger Schritt dahin ist mit der Verstaatlichung der Ölindustrie als bedeutendsten Industriezweig des Landes bereits geschehen. 

Zum Ablauf des Referendums kamen mehrere Vorwürfe auf: zum Einen steht die Vermutung im Raum, dass das Referendum noch durchgepeitscht werden musste, bevor die Wirtschaftskrise die Basis der Anhängerschaft Chávez’ – nämlich die ärmeren Schichten der Bevölkerung, die von seinen Sozialprogrammen profitierten – trifft; zum Anderen kam die Vermutung auf, dass der Präsident einfach so lange abstimmen lässt, bis das Ergebnis der Wahl ihm zusagt. Dafür spricht auch seine Aussage vor der jetzigen Abstimmung, bei einer erneuten Niederlage einfach einen neuen Versuch zu starten. Inzwischen haben aber auch unabhängige Wahlbeobachter bestätigt, dass die Abstimmung demokratisch gewesen sei.

Vor allem vor dem Hintergrund der sich verstärkenden Weltwirtschaftskrise und des Einbruches der Ölpreise stellt sich die Frage nach der Reaktion Chávez’. Denn bislang war er eher ein Präsident, der durch sein charismatisches Auftreten politische Erfolge einfahren konnte; doch wie wird er in dieser Krisensituation reagieren und sein Volk vor den Folgen bewahren? Seine aus einem Topf der verstaatlichten Ölgesellschaft finanziertes Sozialprogramm droht mit dem enormen Rückgang des Ölpreises zusammenzubrechen. Nicht zuletzt hängt der gesamte Etat des Landes an den Gewinnen der Ölindustrie. Es besteht die Gefahr für Venezuela, aufgrund der Wirtschaftskrise an die finanziellen Grenzen zu gelangen. Gleichzeitig würde die Regierung in der Wählergunst stark verlieren. Als weiteres Problem gilt die hohe Inflationsrate der einheimischen Währung (Bolívar Fuerte). Schließlich erwarten Experten eine enorme Abwertung der Währung; zudem soll eine extreme Rezession das Land treffen.

strand_venezuelaWas das nun genau bedeutet, wird sich erst in der kommenden Zeit herausstellen. Fakt ist, dass es keine Auswirkungen auf das Reiseland Venezuela gibt. Des Weiteren hat die Politik Chávez bei allem bedenklichen auch etwas Gutes: der Präsident ist besonders darauf erpicht, die Kriminalität im Land zu verringern. Daher ist es in jedem Falle weiterhin möglich, nach Venezuela zu reisen und sich von der atemberaubenden Natur des Landes im Norden Südamerikas und im Süden der Karibik verzaubern zu lassen.

Mexico Reise / momentane Sicherheitslage

Gerade erreichte uns folgendes Schreiben unseres Partners in Mexico, das wir hier unkommentiert veröffentlichen möchten.

Bezug nehmend auf die aktuelle Sicherheitslage in Mexiko möchten wir unsere Kunden informieren. Mitte Februar wurde vom Auswärtigen Amt Deutschlands eine Reisewarnung für Mexiko ausgesprochen.
In den letzten Monaten wurde die Problematik des Vorgehens von Seiten der Mexikanischen Regierung gegenüber den Drogenkartellen medial sehr breit getreten; Schlagworte die „Drogenkrieg“ etc. warfen ein nicht sehr gutes Bild auf Mexiko und es ist nachvollziehbar, dass sich bei diesen Schlagzeilen der Reisende bzw. an
Mexiko Interessierte schon fragt, ob das Land als Urlaubsland sicher ist.
Seit Jahrzehnten ist der Drogenhandel in Mexiko (inoffiziell) einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Während die Drogenkartelle, die sich vor allem im Norden des Landes (den zu den USA angrenzenden Bundesländern) angesiedelt haben, in „Ruhe gelassen“ wurden, setzte sich die Regierung von Präsident Felipe Calderon seit 2002 diese als „Staatsfeind Nr. 1“ (um von wesentlich gravierendern Problemen wie z.B. Armutsbekämpfung und grosse Unterschiede der sozialen Klassen im Lande abzulenken).
Der „Kampf“ gegen die Drogenkartelle wird seitdem im Norden des Landes geführt. (Vor allem in den Städten Tijuana, Monterrey und Ciudad Juarez).
Eine Reisewarnung wird nun ausgesprochen, weil in Cancun der Polizeipräsident (höchstwahrscheinlich) von Mitgliedern eines Drogenkartelles ermordet wurde …
Mextrotter möchte seine Kunden beruhigen und zum Ausdruck bringen, dass Mexiko nach wie vor als sehr sicheres Reiseland gilt. Die Haupttourismusroute geht von Mexico City über den Südosten in die Karibik. Die oben erwähnten Städte des Nordens liegen 1500 – 2500 Kilometer von der Hauptstadt !
Eine Reisewarnung für dieses riesige Land auszusprechen entspricht einfach nicht den Tatsachen; es wäre vergleichbar, wenn in den 90-iger Jahren eine Reisewarnung für ganz Europa ausgesprochen worden wäre, weil am Balkan Krieg herrschte (Anmerkung: und dort war es wirklich ein „Krieg“ und nicht ein Vorgehen gegen Drogenkartelle, das die Zivilbevölkerung nur am Rande und aus den Medien mitbekommt).
Würden Sie von einer Türkeireise nach Istanbul oder Antalya absehen, weil in den Kurdengebieten – die sich mehrere Tausend Kilometern weit weg abspielen – Unruhen herrschen?
Mexiko ist ein Land, das 5 mal so gross wie die Bundesrepublik Deutschland ist; in diesem Fall fragt man sich als Veranstalter im Lande, wie man 2 Millionen Quadratkilometer als „Drogen-kriegs-gebiet“ erklären kann und Reisenden von einem Besuch dieses phantastischen Landes abraten kann …

In diesem Sinne können wir nur hoffen, dass Sie unsere Stellungnahme zur Bewertung der gegenwärtigen Situation einbeziehen und Mexiko als Ihr Reiseziel wählen.

 

Miller Reisen wird keine Reisen nach Mexico in unsichere Gebiete anbieten. Zum momentanen Zeitpunkt sehen auch wir keinen Grund, von Reisen nach Mexico abzuraten. Sollten Sie Fragen hierzu haben, so stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Nur Sonne, Strand, Palmen und Rum?

schildSicher ist die Dominikanische Republik ein idealer Entspannungsort, um unserem hektischen Alltag zu entfliehen. Wer aber glaubt, die Dom Rep habe außer hübschen Stränden nichts zu bieten, liegt falsch: Aktivurlaub am Pico Duarte, dem höchsten Berg der Karibik…

3.087 Meter misst der Berg im Zentrum der Insel Hispañola. Keine Frage, mit einem Spaziergang an Samanás Sandstränden ist die Wanderung am Pico Duarte nicht zu vergleichen. Körperliche Ausdauer und ein gewisser Komfortverzicht sind gefragt.

Laut diversen Reiseberichten führt der Aufstieg zunächst durch matschige Wege über viel Gehölz, Wurzeln und Geröll bis zu riesigen Felsbrocken an der ausblickBaumgrenze bei 3.000 Metern. Bis hierher kann die Tour auch auf dem Rücken der Maulesel, die auch Gepäck und Lebensmittel transportieren, vonstatten gehen.

Während sich die Badetouristen in den All-Inclusive-Hotels an der Küste nachts mit karibischem Rum aufwärmen, sollte man sich bei der Übernachtung im Zelt am Pico Duarte lieber auf warme Kleidung verlassen. Den Gipfel des Berges bewacht die Büste von Juan Pablo Duarte, dem Gründer der ersten Dominikanischen Republik.

Touren für den Aufstieg starten in der Regel in Jarabacoa und dauern drei bis fünf Tage.

gipfel-picoNachdem man den Gipfel des Pico Duarte erklommen hat, darf man sich wieder das wohlverdiente Glas Rum oder Cocktail am türkisfarbenen karibischen Meer gönnen und sich an den abenteuerlichen Aufstieg auf den höchsten Berg der Karibik erinnern.

Vulkan Chaitén in Chile erneut ausgebrochen

Der chilenische Vulkan Chaitén, der südlich des Parque Pumalin an der nördlichen Carretera Austral gelegen ist, ist nach neun Monaten relativer Ruhe am Donnerstag, den 19.02.2009 erneut ausgebrochen. Etwa 150 Menschen, die noch in der gleichnamigen Stadt seit dem letzten Ausbruch im Mai vergangenen Jahres ausgeharrt hatten, mussten in Sicherheit gebracht werden. Auf die Ortschaft geht ein Ascheregen nieder und es sind starke Erdstöße zu spüren, im Untergrund ist ein heftiges Dröhnen und Rumpeln zu hören und der etwa 1.000 Meter hohe Vulkan speit Asche und giftige Dämpfe aus.

Die meisten der 4.000 Einwohner der Stadt waren schon im vergangenen Mai in Sicherheit gebracht worden. Weitere 6.000 Menschen wurden aus ländlichen Gebieten im Umkreis des Vulkans in andere Landesteile geschickt. Damals hatte sich die Asche als dicke, graue Schicht auf Häuser, Wiesen und Wälder gelegt. Nach Einschätzung der Behörden war die Region schon vor dem erneuten Ausbruch auf Jahre hinaus unbewohnbar. Der Ort Chaitén, welcher direkt an der Küste liegt, sollte an anderer Stelle neu gegründet werden. Nach geologischen Berechnungen war der Chaitén bis zum vergangenen Mai mehrere tausend Jahre inaktiv.

Bis auf Weiteres sind keine Autofahrten über Chaitén möglich. Für Mietwagentouren auf der Carretera Austral empfehlen wir den südlichen Teil ab Puyuhuapi, oder den Umweg über Futaleufú und Argentinien bis Puyehue zu fahren. Eine Gefährdung für Mietwagenrundreisen in Chile besteht nicht, die Routen werden von uns entsprechend umgeplant.

Der Ascheregen ist bis nach Argentinien zu spüren, so dass mehrere innerargentinische Flugverbindungen bereits gestrichen werden mussten. Die Städte Trelew und Puerto Madryn konnten die letzten Tage nicht mehr angeflogen werden, so dass die Ausgangspunkte für das berühmte Tierparadies auf der Halbinsel Valdes nicht mehr per Flugzeug erreichbar waren.

Bilder des Ausbruchs sind hier zu finden.

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Melanie ThonMelanie Thon am 20. Februar 2009 in Chile, Länderinfos

Haben Sie Interesse an einer Lateinamerika Reise?

Diesen Satz konnte ich in den letzten Wochen oft anwenden… Denn Winterzeit ist Messezeit! Wie jedes Jahr waren wir mit unseren 7 Länderkatalogen und einem eigenen Miller-Stand auf zahlreichen Reisemessen in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz vertreten.

messestand-baselDer rege Besucheransturm auf allen Messen hat bewiesen, dass die Reiselust – auch für etwas exklusivere Fernreisen – trotz evtl. konjunktureller Verunsicherung weiterhin ungebrochen ist. In den Abschlussberichten der Messen war durchweg von einem Besucherzuwachs im Vergleich zu den Vorjahren sowie von zufriedenen Ausstellern die Rede.

Warum gehen wir auf so viele Messen? Zum einen möchten wir unseren treuen Kunden die Möglichkeit geben, uns persönlich kennen zu lernen und über vergangene Reisen zu sprechen. Zum anderen möchten wir natürlich auch neue Kunden für eine (oder gern auch mehrere) Reise/n nach Lateinamerika gewinnen. Die entspannte und fröhliche Atmosphäre auf diesen Reisemessen stellt hierfür eine geeignete Plattform dar. Es bereitet uns immer wieder große Freude, unseren Kunden bei der Planung für die schönste Zeit des Jahres behilflich sein zu können.

Wir werden an dieser Stelle auch weiterhin kleine Berichte, vor allem der ITB einstellen. Kommen Sie uns dort doch einfach besuchen. Nähere Infos, und was es bei uns am Stand in Berlin alles zu sehen und zu probieren gibt, erfahren Sie hier in Kürze.

Die Erbisreuter Dorfnarren sind los

erbisreuter_dorfnarreniGerade wurde unser Büro hier überraschend von den Erbisreuter Dorfnarren besucht. Eine Befreiung unserer Kollegen von der Arbeit ist Ihnen allerdings leider nicht gelungen. Das Miller Team steht auch heute bis 18 Uhr zur Verfügung.

Als Entschädigung gab es für die Narren eine kleine Stärkung und es wurden auch Pläne für eine Reise nach Brasilien geschmiedet, die wir jedoch leider nicht für 63 Euro pro Person anbieten können – sorry Simone :-) erbisreuter_dorfnarrenii

Einige vom Miller Team werden sich heute Abend auch ins Fasnetsgetümmel stürzen. Deswegen werden neue Berichte über die närrischen Tage wohl eher Mangelware sein.

Wir wünschen allen Fasnetsbegeisterten tolle Tage!

Karneval in Brasilien

Rechtzeitig zu unserem Weiber-Fasching heute hier in Deutschland eine kleine Geschichte und Informationen zum Karneval in Brasilien / Rio  – der größten Party der Welt.

Karneval RioDie kleine Büglerin aus der Favela wird für eine Nacht zur Königin ihrer „escola”, der arbeitslose Analphabet zum Haupttrommler, ohne den nichts geht: Das ist Karneval, das Wahnsinnsfest, das (fast) alle Brasilianer zu verschmelzen scheint, die Weißen aus den feinen Villenvierteln und die Schwarzen aus den Slums, die Polizisten und die Diebe, die Prostituierten und die höheren Damen der Gesellschaft. Vier Tage lang wirkt besonders Rio trunken vor Lebenslust, aufgelöst in einem Rausch aus Sambarhythmen, Tanz und dem hypnotisierenden Dauerton der „baterias”, der Perkussionsinstrumente. 

Auch in Salvador da Bahia ziehen die prunkvollen Festzüge durch die Stadt, bis in die Morgenstunden von lärmenden Menschenmassen begleitet. Zwischen den „Trio Electricos”, den überverstärkten Musikgruppen auf ihren Lastwagen, mischen sich die gedämpft betörenden Afoxé-Gruppen, die es nur in Bahia gibt.

In den Dörfern von Bahia kann man heute noch Hunderte vermummter Gestalten umherlaufen und symbolisch auf Passanten einschlagen sehen: ein Überbleibsel aus Kolonialzeiten, als die Sklaven sich einmal im Jahr nach Herzenslust austoben und frei fühlen durften, aber stumm und wohl zur eigenen Sicherheit vermummt.

In Pernambuco ist der Straßenkarneval nicht von den Rhythmen des Sambas, sondern des Frevos erfüllt. Mit bunten Schirmen in der Hand ziehen Tänzer in schnellen, fast akrobatischen Sprüngen und choreographisch genau einstudierten Bewegungen durch die Städte.

In Recife zeigen sich die Maracatu-Gruppen mit üppig geschmückten Masken und eigener Königin hoch unter einem Baldachin. Jede dieser Gruppen vertritt ein afrikanisches Land – auch hier ein geschichtlicher Rückgriff.

Für die Touristen ist der Karneval in Brasilien eine der beeindruckenden, vielleicht auch aufregendsten Shows der Welt. Wenige ahnen, was da an ununterbrochenemKarneval Rio Einsatz dahinter steht. Schon im August müssen die einzelnen Sambaschulen ihr Motto für den Umzug festgelegt haben. Das Thema ist immer ganz und gar brasilianisch – und wird auf dem Motivwagen von Sängern und Tänzern vorgetragen. Ab Oktober sind die Proben meist voll im Gange: Komponisten, Musiker, Liedertexter, Tanzgruppen, Designer, Choreographen und nicht zuletzt die Näherinnen, die teilweise bis zu 4000 Mitglieder einer Schule in Glitzerkostüme einkleiden müssen, sie alle arbeiten wie die Besessenen.

Spätestens zu Weihnachten müssen die Schlager für den Karneval aus Millionen Radios ertönen, damit die Menschenmassen sie kennen und mitsingen können. Die Favelas sind die Seele des Karnevals, doch, seit 1984 die Paraden nun im eigens dafür erbauten Sambódromo stattfinden, sucht man den ursprünglichen Straßenkarneval in Rio vergeblich. Nur Touristen und betuchte Brasilianer können sich die Eintrittskarten leisten.

Im Gegenzug dazu findet man in Salvador da Bahia einen sehr ausgeprägten Straßenkarneval, bei dem sogar die eigene Teilnahme, auch als Tourist, ein Leichtes ist. Mit dem Erwerb eines so genannten Abadá, einer legeren Kostümierung, bestehend aus Turnhose und bunt bedrucktem T-Shirt und zwei großen Pompons, kann man selbst an der rauschenden Parade mitmachen und sich von der Musik und dem Tanz hinreißen lassen.

Ein Geheimtipp ist die Kolonialstadt Ouro Preto in Minas Gerais, die eine eigene Karnevalshochburg ist. Touristen und Einwohner amüsieren sich auf den Straßen mit Musik kleiner Kappellen und Studentenbands. Aufgrund der Universität gibt es hier viele Studentenwohnheime. Die Zimmer werden zur Karnevalszeit von den Studenten selbst zum vermieten angeboten.

Insgesamt sind brasilianische Karnevalstage ein Fest unter liebenswerten, gastfreundlichen Menschen die sich auf Ihren Besuch freuen und Sie mit in diesen Strudel von Musik und Tanz einbeziehen.

Der Argentinier und sein Asado

Wer eine Argentinien Reise unternimmt, sollte das Land nicht wieder verlassen ohne mindestens einmal ein echtes „Asado“ erlebt zu haben. Das Asado criollo ist unter den Argentiniern ein vielgeliebter Brauch, ja fast schon ein Ritual und es vergeht kaum ein Wochenende, an dem der Argentinier nicht dieser Leidenschaft frönt. Im Grunde ist jeder Anlass (manchmal auch nur ein Vorwand) recht, um ein Asado zu machen, gerne auch spontan.
asadoWas ist ein Asado? Nüchtern betrachtet könnte man es wohl als „Grillessen“ bezeichnen: von der Blutwurst über das Rippchen bis hin zum Lendenfilet wird alles gegrillt, das im Entferntesten mit Fleisch zu tun hat. Aber natürlich ist es mehr als das! Für die Argentinier ist es ein Lebensgefühl! Man trifft sich meist am Samstag oder Sonntag (gerne auch an beiden Tagen) mit Familie, Freunden, Bekannten, Nachbarn…um zu grillen, tratschen, lachen, singen, essen und natürlich trinken, denn bei einem echten asado darf natürlich ein guter „vinito“ (ein „Weinchen“) nicht fehlen.

Es beginnt damit, dass der Asador, also der Grillmeister, den vorzugsweise gemauerten Grill (kein Argentinier, der etwas auf sich hält, würde sich mit einem aufklappbaren Grill zufrieden geben) liebevoll vorbereitet: alles wird gesäubert, das bereit liegende Holz wird nach strengsten Regeln angezündet (man beachte die Schichtung in 5 Stockwerken) und dann wird bei einem Wein und einem Gespräch unter Männern gewartet, bis das Feuer soweit herab gebrannt ist, dass man mit dem eigentlichen Grillvorgang beginnen kann. Währenddessen bereiten die weiblichen Teilnehmer des Asado Salate, Brot und vielleicht ein paar „papas fritas“ vor. Und natürlich darf auch das Chimichurri nicht fehlen, eine würzige Soße aus verschiedenen Zutaten, die zum Asado gehört wie das Fleisch selbst.

In gemütlicher Runde sitzt man dann zusammen und der Asador legt nacheinander verschiedenes Grillgut auf: auch hier sind strenge Regeln zu beachten. Man beginnt mit der Blutwurst und arbeitet sich dann über Bratwürstchen, Koteletts und durchwachsene Fleischstücke bis zum „Lomo“ vor, der Lende. Manch unerfahrener Gast, der diese Reihenfolge nicht kannte, hat sich wohl schon geärgert, dass er bereits beim Bife de Chorizo so satt war, dass er nicht mehr in den Genuss des Lomo kam. Auch mag man sich wohl etwas über die Mengen an Fleisch wundern, die pro Gast gerechnet werden: ca. 1 kg Fleisch pro Person kommen auf den Grill. Da verwundert es kaum, dass die Beilagen sich meist in Grenzen halten und sich auf ein bisschen Blatt- und Tomatensalat und etwas Brot beschränken.

Ein wichtiger Faktor bei einem Asado ist die Zeit. Oft beginnt man schon um die Mittagszeit, um dann bis in den späten Nachmittag oder Abend hinein zusammen zu sitzen. Nach dem Essen wird dann meist noch ein Mate herumgereicht, eine weitere argentinische Tradition. Der Matetee schmeckt etwas bitter, weshalb ihn die meisten gerne mit etwas Zucker trinken. Im Sommer erfreut sich allerdings auch die gekühlte Variante, der Tereré, großer Beliebtheit. Dabei wird der Mate statt mit Wasser mit Orangenlimonade (oder anderer Fruchtsaft) aufgefüllt und schmeckt sehr erfrischend. Gerne wird dabei auch noch gesungen oder das Bandoneon ausgepackt, je nach Talent der Anwesenden. Man kann durchaus verstehen, warum die Argentinier ihr asado so lieben und erst wenn man selbst daran teilgenommen hat, ist man richtig in Argentinien angekommen.

Wer nun bei seiner Reise durch Argentinien nicht das Glück hat, von einem Einheimischen zu einem Asado eingeladen zu werden, hat dennoch die Möglichkeit, eines mitzuerleben: in Buenos Aires gibt es ein Restaurant, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat, diesen Brauch auch Besuchern nahe zu bringen: Un Aplauso pal Asador, benannt nach der Sitte, dem Grillmeister nach einem gelungenen Asado zu applaudieren. In diesem Sinne: Guten Appetit!!

Ich habe einige Jahre in Argentinien gelebt und so manches Asado miterlebt. Als Ausländerin fand ich es besonders nett, zu den Asados bei Freunden eingeladen zu werden, da man dadurch gleich das Gefühl hatte, dazu zu gehören. Man lernte neue Leute kennen und konnte auf ungezwungene Weise Freundschaften knüpfen. Argentinien ist für mich zur zweiten Heimat geworden, Land und Leute haben mich von Anfang an begeistert. Ich kann es als Reiseland unbedingt empfehlen, da es einerseits viele landschaftliche Höhepunkte zu entdecken gilt (vor allem abseits der üblichen Touristenrouten) und man andererseits herzliche Menschen kennenlernen kann (mein Tipp: lernen Sie ein paar Wörter Spanisch, dann werden Sie von allen gleich ins Herz geschlossen).

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